H2-Innovationslabor: Raum Heilbronn auf dem Weg in die Wasserstoffwirtschaft
Das Projekt H2-Innovationslabor in Heilbronn hat Akteure vernetzt und wichtige Vorarbeiten geleistet. Wie es weitergeht, steht noch nicht fest. Hoffnung ruht auf den Förderanträgen für die Region.

Nach rund einem Jahr beendet das Projekt H2-Innovationslabor in Heilbronn vorerst seine Arbeit. Ziel der Kooperation von Hochschule Heilbronn, TU München, Fraunhofer- und Ferdinand-Steinbeis-Institut auf dem Bildungscampus war es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Raum Heilbronn Pilotregion für die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft werden kann. Vollendet ist die Arbeit nicht, das wurde bei der virtuellen Abschlussveranstaltung deutlich.
Wichtige Vorarbeiten sind geleistet
Ein großes Verdienst des H2-Innovationslabors ist, dass systematisch erfasst wurde, mit welchen Stärken die Region beim Thema Wasserstoff schon punkten kann. So gibt es bereits Wasserstoffhersteller, Verbraucher, Technologielieferanten und Betankungsdienstleister, Speicherhersteller und Anbieter von Kraft-Wärme-Kopplungs-Systemen.
Doch es fehlen auch Marktteilnehmer, die für ein funktionierendes Wasserstoff-"Ökosystem" wichtig wären. So gibt es bislang keine Hersteller von Elektrolyseuren, Generatoren oder Brennstoffzellen.
Weiterhin eine zentrale Rolle spielen das DLR in Lampoldshausen und der Energieversorger Zeag, die seit 2015 gemeinsam an einem Wasserstoff-Projekt arbeiten. Das DLR hat inzwischen weitere Unterstützung aus Stuttgart erhalten. Über verschiedene Regiowin-Projekte könnte noch mehr Fördergeld fließen, etwa für ein "Hydrogen Hub" in Lampoldshausen, das als Anlaufstelle für regionale Unternehmen fungieren soll. Vielleicht wird der Raum Heilbronn sogar "Modellregion grüner Wasserstoff"?
Die Region ist aufgewacht
Firmen wie Bosch beschäftigen sich schon seit längerer Zeit mit der ganzen Vielfalt der Wasserstofftechnik. Harald Fischer berichtete von Projekten weltweit, an denen seine Bosch Engineering GmbH in Abstatt beteiligt war und ist. Derzeit getestet wird etwa ein Brennstoffzellenanhänger für Elektrobusse in den Niederlanden. Mit Nikola in den USA ist man an der Entwicklung von Brennstoffzellensystemen für Lkw beteiligt.
Die Region sei aber relativ spät aufgewacht, findet Fischer. Noch in der Planungsphase der Bundesgartenschau sei er an die Stadt Heilbronn und die Buga GmbH herangetreten mit der Idee, zur Buga Wasserstoff-Busse einzusetzen. Auf Resonanz ist er damit nicht gestoßen. "Da war mir klar, dass wir hier noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen." Das ist inzwischen allerdings geschehen.
Langfristig muss es sich rechnen
Tobias Bernecker, Logistik-Experte an der Hochschule Heilbronn und Mitglied im H2-Innovationslabor, betont: "Natürlich muss Wasserstoff langfristig eine wirtschaftliche Technologie-Option sein, die nicht auf Dauer am Fördertopf hängen kann." Doch kurzfristig sei die staatliche Unterstützung ein wirksames Instrument. Und hier habe die Region die Chancen erkannt.
Die Dieter-Schwarz-Stiftung hatte das Projekt H2-Innovationlabor auf ein Jahr finanziert. Nun sind Förderanträge auf den Weg gebracht, die Vernetzung hat begonnen. Vor allem ein Netzwerktreffen im September 2020 auf dem Bildungscampus brachte manches in Bewegung. Jetzt geht es ans Sortieren: Wie soll es weitergehen? Wer ist dauerhaft Ansprechpartner?
In der Übergangsphase
Vorerst stehen die bisherigen Projektverantwortlichen weiterhin bereit, ebenso die Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn (WFG), die IHK oder auch die Wirtschaftsregion Heilbronn Franken (WHF), die kürzlich die Regiowin-Anträge eingereicht hat. Möglicherweise soll es auch ein Folgeprojekt für das H2-Innovationslabor geben. Aber: "Ohne externe Finanzierung wird es nicht gehen", sagt Bernecker.
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