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Gemü zieht nach Kupferzell

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Der Ingelfinger Ventilhersteller wächst schnell und kann am bisherigen Unternehmenssitz nicht mehr erweitern. Im Gewerbepark Hohenlohe wird nun ein neues Hauptquartier gebaut, und es ist Platz für weiteres Wachstum.

Das neue Hauptquartier wird 300 Mitarbeitern Platz bieten.  Foto: Gemp
Das neue Hauptquartier wird 300 Mitarbeitern Platz bieten. Foto: Gemp  Foto: Gemü

Der Ventilhersteller Gemü baut im Gewerbepark Hohenlohe bei Waldenburg ein neues Hauptquartier. Dafür investieren die Ingelfinger einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Anfang 2024 soll das repräsentative Gebäude auf Kupferzeller Gemarkung fertig sein. Im Umfeld wird auch künftig Platz für das erwartete Wachstum sein.

Hochwasserschutz verhindert Erweiterung

"Am Stammsitz in Criesbach können wir das Wachstum nicht mehr abbilden", sagt Gert Müller, geschäftsführender Gesellschafter des Ventil-, Mess- und Regeltechnikspezialisten. Das bisherige Firmengelände neben dem Kocher befindet sich quasi im Überschwemmungsgebiet. Eine Erweiterung ist unmöglich.

Da heißt es Abschied nehmen - allerdings nur für einen Teil der Verwaltung und die Geschäftsführung. Büros für 300 Mitarbeiter auf 14.000 Quadratmeter Fläche wird der Neubau bieten. Die Produktion in Ingelfingen-Criesbach bleibt, Forschung und Entwicklung in Niedernhall-Waldzimmern ebenso. Es gibt weitere fünf Produktionsstandorte weltweit.

Erweiterung ist auf Kupferzeller Gemarkung möglich

Und Gemü hat vorgesorgt. Im Gewerbepark Hohenlohe stehen schon heute das Produktions- und Logistikzentrum Europa (PLZ) und das Oberflächentechnologiezentrum (OTZ) des Unternehmens. 2016 hat sich das Familienunternehmen rund 100.000 Quadratmeter gesichert. Somit dürfte noch das eine oder andere Gebäude Platz finden, wenn es weiter so zügig vorangeht.

Vor zehn Jahren, als Gert Müller die Geschäftsführung von seinem Vater Fritz Müller übernahm, hatte Gemü knapp 1200 Mitarbeiter. Heute sind es 2200 weltweit, davon die Hälfte in Deutschland, 550 in Criesbach.

Geschäftsverlauf? Ein Hohenloher "Ordentlich!"

Auch durch die Corona-Krise wurde Gemü kaum ausgebremst, wie Gert Müller im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert: "Es läuft ordentlich." Und er räumt ein, dass wahrscheinlich jeder wisse, was das bedeutet, wenn es ein Hohenloher sagt.

2020 sei allerdings tatsächlich von einer gewissen Zurückhaltung geprägt gewesen. "Es gab Ängste, Schwankungen." 330 Millionen Euro Umsatz standen am Ende des Jahres zu Buche. 2021 lege der Umsatz nun wieder zu. Genauer will Müller vor Ablauf des Geschäftsjahrs nicht werden.

Pharma wird immer wichtiger

Das Unternehmen, das vor 57 Jahren gegründet wurde, hat drei Hauptgeschäftsfelder: Halbleiter, Industrielle Wasseraufbereitung und Pharma, Nahrungsmittel und Biotech. Gerade in diesem letzten Bereich geht es gut voran.

"Es werden ja große Mengen Impfstoffe benötigt", führt Müller als Beispiel an. So sei dieses Geschäft inzwischen ein sehr großes und interessantes Feld. Alle großen Hersteller wie Pfizer, Moderna und AstraZeneca gehörten zu den Kunden. "Dadurch, dass wir Weltmarktführer sind in diesen Bereichen, sind wir praktisch bei all diesen Kunden vertreten", kommentiert der 48-Jährige.

Die Lieferkette wurde gut gepflegt

Besonders wichtig gerade im Pharma-Bereich sei auch, dass Gemü immer lieferfähig geblieben sei. "Wir pflegen unsere Lieferkette sehr gut, und das ist auch eine Investition, die sich nun auszahlt", sagt Müller. Fairness sei ein wichtiger Faktor.

Trotzdem habe es natürlich mal einzelne Teile gegeben, die schwierig zu bekommen waren. Auch die Preise würden steil ansteigen. "Aber manchmal hat man eben auch Glück, das gehört dazu."

 

Bei der Planung des Neubaus hat Gemü sich von modernen Bürokonzepten á la New Work leiten lassen. Flexible, ergonomische Arbeitsplätze und eine digitale Infrastruktur sollen neue Formen der Kommunikation fördern. Auch was den CO2-Verbrauch angeht, wird neueste Technik genutzt. "Wir fahren das gesamte Programm", sagt Gemü-Chef Gert Müller, "mit Energierückgewinnung, Photovoltaik und Wärmepumpen. Und wir sparen schon beim Bau viel Beton durch spezielle Verdrängungskörper, sogenannte Bubbledecks."

 
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