Ellhofener Start-up Fillflix vertritt Land bei Wettbewerb
Das Start-up Fillflix ist der Landesvertreter beim "Deutschlandweiten Tag der Start-ups in Logistik und Mobilität." Oliver und Tabea Pfizenmayer treten mit einer App an, die leere Flächen in Lkw auslasten soll.

Oliver Pfizenmayer (53) und seine Tochter Tabea (24) haben mit ihrem 2017 gegründeten Start-up Fillflix eine nützliche App für die Transportbranche entwickelt, die leere Flächen in Lkw füllen soll. Der selbstständige Transportunternehmer aus Ellhofen sah vor allem in den umständlichen Kommunikationswegen der Branche ein Hindernis. "Wenn Sie heute Schuhe im Internet bestellen, dann können Sie ganz unkompliziert die Sendung nachverfolgen."
In der Transportbranche, weiß Pfizenmayer, "laufen die meisten Prozesse der Frachtabwicklung noch manuell ab." Und das bedeutet Kontrollverlust über die Ware. Wenn die Fracht vom Spediteur abgeholt wurde, kann der Auftraggeber nur durch mehrfaches Telefonieren zwischen Speditionsfirma und Fahrer erfahren, wo sich die Fracht aktuell befindet.
In Fillflix-App werden freie Frachtflächen versteigert
Ein weiteres Problem sieht der Unternehmer Pfizenmayer darin, dass es immer noch zu viele Leerfahrten auf unseren Straßen gibt. Mit seiner Lösung zur Prozessoptimierung bietet er Kleinunternehmen der Branche die Möglichkeit an, etwaigen freien Laderaum zu versteigern. "Ein voller Lkw entlastet auch die Umwelt."
Derzeit nutzen rund 400 Personen die App. Neben der Frachtenbörse können die Nutzer von Fillflix auch freie Parkplätze finden oder sich über einen Onlinechat miteinander austauschen. Zudem ist eine Kontaktbörse für Lkw-Fahrer geplant. "Mit dem Friendsfinder können wir die Fahrer ein Stück weit aus der Isolation herausholen."
Tag der Start-ups in Frankfurt vernetzt Gründer und Investoren
Das Start-up aus Ellhofen geht für Baden-Württemberg beim "Deutschlandweiten Tag der Start-ups in Logistik und Mobilität" ins Rennen. Der Wettbewerb wird von der HOLM GmbH aus Frankfurt ausgeführt, die sich als Entwicklungs- und Vernetzungsplattform sieht.
Das diesjährige Event findet erstmals unter dem Motto "16 Bundesländer - 16 Start-ups" statt. Mittels Onlineabstimmung werden sechs potenzielle Anwärter nach Frankfurt eingeladen, um dort mit ihrer Firmenvorstellung vor einer Jury zu überzeugen. Die Endrunde mit den letzten sechs Finalisten wird am 26./27. Oktober live vor Publikum und im Internet ausgetragen.
"Wir sind rückständig bei der Digitalisierung in Deutschland. Es gibt bereits einzelne Anwendungen, die den Ablauf in der Spedition vereinfachen, aber die Vernetzung fehlt noch", sagt Pfizenmayer mit Blick auf seine Tochter.
Tabea Pfizenmayer wünscht sich mehr Berufsberatung in Schulen
Tabea Pfizenmayer hat ihre Lehre als Speditionskauffrau gemacht und arbeitet seitdem mit ihrem Vater zusammen in dessen Firma Logist in Wüstenrot. Sie sieht Heilbronn als guten Standort für Start-ups, allerdings beklagt sie die fehlende Aufklärung in Schulen.
"Es kamen zwar Betriebe zu uns in die Klassen, aber keiner hat gesagt, dass man auch sein eigenes Ding machen kann, was Träume und Talente betrifft." Sie ist der Meinung, es solle mehr über Förderungsmöglichkeiten in den Schulklassen gesprochen werden. "Dann könnten wir in Heilbronn Vorreiter sein."
Die junge Unternehmerin sieht aber auch die positive Entwicklung in Heilbronn mit dem bevorstehenden Bau des Innovationsparks Künstliche Intelligenz. "Vielleicht werden wir ein Little-Berlin; weil gerade dort die Start-up-Szene sehr groß ist." Ihr Vater ergänzt: "Für uns ist es wichtig, dass neu gegründete Firmen mehr Sichtbarkeit bekommen, indem Investoren mehr regional denken, wenn es um Investitionen geht."
Das Unternehmer-Duo will das Preisgeld von 2500 Euro ins Firmenmarketing investieren.
Am 26./27. Oktober findet in Frankfurt der "Deutschlandweite Tag der Start-ups in Logistik und Mobilität" statt. Während dieser Zeit können sich Gründer, Interessierte und potenzielle Investoren miteinander austauschen. Ausgeführt wird das zweitägige Event von der House of Logistics and Mobility (HOLM) GmbH. Das hessische Unternehmen hat mit seinem eigenen Förderprogramm bereits seit 2017 über ein Dutzend junge Unternehmer auf ihrem Weg begleitet. Die in öffentlicher Hand geführte Firma vernetzt Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.
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