Ein Sensor ersetzt Lasterladungen an Kanülen
Der Ventilhersteller Bürkert beteiligt sich an dem Schweizer Startup Reseatech. Die stellen einen Sensor her, der den Durchfluss kleinster Flüssigkeitsmengen misst. Die Idee könnte Laboren viel Geld sparen.

Der Ventilhersteller Bürkert hat sich am Schweizer Startup Reseatech beteiligt, das einen besonders feinfühligen Sensor entwickelt hat. Dieser kann den Durchfluss von Kleinstventilen im Bereich von 50 Nanolitern messen. "Das könnte bei Urin- und Blutanalysen zum Einsatz kommen und Lasterladungen von Kanülen überflüssig machen", erklärt Bürkert-Chef Heribert Rohrbeck.
Flüssigkeit wie beim Tintenstrahldrucker einspritzen
Noch ist es eine Minderheitsbeteiligung am Spin-off der Berner Fachhochschule. Doch es könnte mehr daraus werden, wenn die zwei Unternehmen sich tatsächlich so gut ergänzen, wie Rohrbeck erwartet. Reseatech hat es geschafft, den Durchfluss von Tröpfchen zu messen, wie sie etwa von Tintenstrahldruckern mit hohem Druck ausgespritzt werden.
Gerade in der Medizintechnik, wo mit kleinsten Mengen gearbeitet werden muss, könnte der Ansatz manche Abläufe revolutionieren.
Hier kommen die Ingelfinger ins Spiel. Bürkert hat bereits Geschäftsbeziehungen zu Medizintechnikunternehmen. Dort gibt es seit langem das Problem, dass sich Tropfen erst ab einer gewissen Größe von einer Kanüle lösen, so dass die Kanüle in die Reagenzlösung eingetaucht werden muss, damit die gewünschte Menge abgegeben werden kann. Die verunreinigte Kanüle wanderte dann in den Abfall.
Die Idee war da, nur der Sensor hat gefehlt
"Wir hatten für einen unserer Kunden die Idee, das Blut oder das Urin stattdessen mit hohem Druck einzuspritzen, aber uns hat der entsprechende Sensor gefehlt", erzählt Rohrbeck. Die Schweizer liefern nun die kleine, aber entscheidende Innovation, die für den Kunden einen großen finanziellen Vorteil bedeuten würde. Jetzt kann die eingespritzte Menge exakt gemessen werden.
Läuft alles wie geplant, könnte die Partnerschaft noch enger werden. Vorerst ist der Regel- und Messtechnikspezialist Bürkert strategischer Teilhaber bei Reseatech. Das Startup bleibt unabhängig und sieht für seine Technik noch viele weitere Anwendungen. Reseatech soll sich daher selbstständig weiterentwickeln, durch die Allianz mit Bürkert aber Zugang zu einem weltweiten Markt erhalten und gleichzeitig einen erfahrenen und kompetenten Entwicklungspartner für Systemlösungen an der Seite haben.
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