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EBM-Papst-Chef Brandl: "Ich betrete bei Dräxlmaier auch Neuland"

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Im Interview mit der Heilbronner Stimme erläutert der scheidende Konzernchef von EBM-Papst die Beweggründe für seine Entscheidung, in Bayern bei Dräxlmaier noch einmal die Herausforderung zu suchen.

Stefan Brandl, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EBM-Papst, wird sich künftig um die Weichenstellungen in der Automobilindustrie kümmern. 
Foto: EBM-Papst
Stefan Brandl, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EBM-Papst, wird sich künftig um die Weichenstellungen in der Automobilindustrie kümmern. Foto: EBM-Papst  Foto: privat

Nach mehr als 30 Jahren im Unternehmen verlässt Konzernchef Stefan Brandl das Mulfinger Unternehmen EBM-Papst Ende Juni und geht zum Autozulieferer Dräxlmaier. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert er, wie es dazu gekommen ist und warum es eine Rückkehr in die alte Heimat ist.

Herr Brandl, wie fühlt sich die Entscheidung an?

Stefan Brandl: Da ist viel Wehmut dabei, keine Frage. Aber sie war wohlüberlegt.


Warum wechseln Sie jetzt zu Dräxlmaier?

Brandl: Jetzt, weil es mit Blick auf mein Alter der richtige Zeitpunkt ist und einen weiteren Karriereschritt bedeutet. Zu einem Familienunternehmen, weil ich kein Konzernmensch bin. Und zur Familie Dräxlmaier hatte ich durch meine Tätigkeit für EBM-Papst in Landshut bereits enge Kontakte. Es ist ein vertrauensvolles Verhältnis entstanden. Da wir uns in der Region dort sehr wohl gefühlt haben, trägt auch die Familie die Entscheidung gerne mit. Unser älterer Sohn lebt in München, der jüngere wird jetzt nach seinem Abitur auf jeden Fall noch ein Zimmer im neuen Haus haben. Es ist für uns alle eine Rückkehr in die alte Heimat.


Was sind Ihre Aufgaben bei Dräxlmaier?

Brandl: Ich werde als Vice Chairman sehr eng mit Fritz Dräxlmaier zusammenarbeiten und für die strategische Ausrichtung des Unternehmens verantwortlich sein.


Also sind Sie auch nicht in der operativen Geschäftsführung?

Brandl: Nein. Der Chairman und sein Vize sind oberhalb der Geschäftsführung angesiedelt. Aber da in der Automobilindustrie derzeit die Weichen neu gestellt werden - Stichwort Transformation -, gibt es da jede Menge zu tun. Das Unternehmen ist stark aufgestellt, insbesondere bei den Themen E-Mobilität und automatisiertes Fahren. Das sind Zukunftsthemen, und bei allen spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Da bringe ich durch meine Erfahrungen bei EBM-Papst einiges mit. Aber ich will nicht verschweigen, dass ich bei Dräxlmaier auch Neuland betrete. Der Umsatz im Automobilbereich liegt bei EBM-Papst nur bei rund 200 Millionen Euro, bei Dräxlmaier ist es das Hauptgeschäft in einem Unternehmen mit 5 Milliarden Euro Umsatz.


Für die Digitalisierung haben Sie bei EBM-Papst eigens die Tochter Neo gegründet. Wie geht es mit ihr weiter?

Brandl: Neo und die Strategie dahinter wird von den Gesellschaftern und dem Beirat wie auch von der neuen Geschäftsführung voll mitgetragen. Da gibt es keine Neuausrichtung, sondern Kontinuität.


Was bleibt Ihnen in den nächsten fünf Monaten noch zu tun?

Brandl: Das Geschäftsjahr möchte ich erfolgreich zu Ende bringen. Covid bleibt dabei weiterhin eine Herausforderung. Und ich will gemeinsam mit meinem Nachfolger Thomas Wagner die Entwicklung unserer neuen Strategie Move 26 mit auf den Weg bringen. Er ist eine Integrationsfigur bei EBM-Papst. Dazu kommt mit dem künftigen Vertriebschef Thomas Nürnberger ein Mann, der unser Geschäft in Asien in den vergangenen vier Jahren erfolgreich weiterentwickelt hat.

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