Stimme+
Nürnberg/Region
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Der Weltlage zum Trotz: Arbeitsmarkt ist wenig verunsichert

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es viele offene Stellen, die Arbeitslosenquote sinkt leicht. Trotz Rezessionssorgen gibt es sogar Anlass zur Hoffnung. Besonders in Hohenlohe bekommen die Unternehmen ihre Stellen nicht besetzt.

Foyer der Arbeitsagentur in Heilbronn: In der Region ist es für viele Unternehmen schwierig, Stellen zu besetzen.
Foyer der Arbeitsagentur in Heilbronn: In der Region ist es für viele Unternehmen schwierig, Stellen zu besetzen.  Foto: Guido Sawatzki

Allen negativen Einflüssen zum Trotz hat sich der Arbeitsmarkt im September leicht belebt. Der Rückgang der Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg von 3,8 auf 3,7 Prozent ist nach Angaben der Arbeitsagentur vor allem auf die im September beginnenden Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse zurückzuführen. Er falle in diesem September jedoch relativ schwach aus.

In der Region ist es für die Unternehmen weiterhin schwierig, Stellen zu besetzen. Den Vermittlern in der Arbeitsagentur Heilbronn sind in den letzten vier Wochen 452 neue Stellen von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet worden. Das sind 30 mehr als vor einem Monat, aber 151 weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an offenen Stellen ist gegenüber dem August auf 3166 um 44 zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 137 weniger.

In Hohenlohe spitzt sich die Situation dagegen zu. "Seit Jahresbeginn wurden uns fast 12.000 Stellenangebote gemeldet. Für Unternehmen wird es immer schwieriger, Arbeitskräfte zu finden", sagt Stefan Schubert von der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

 

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

 

Deutschlandweit stabile Verhältnisse

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist gegenüber dem Vormonat um 62.000 auf 2,49 Millionen gesunken. Damit verbesserte sich die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent. Im Vergleich zum September des Vorjahres stieg die Zahl der Arbeitslosen um 21.000.

Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, sagte in Nürnberg: "Der Arbeitsmarkt ist trotz steigender Preise und der Sorge vor Energieknappheit insgesamt weiter stabil."

 


Mehr zum Thema

In der Gastronomie (im Bild die Untere Neckarstraße in Heilbronn) fehlen Arbeitskräfte. Mit Änderungen in der Ausbildung will die Branche die Berufe bei jungen Menschen attraktiver machen.
Foto: Archiv/Mugler
Stimme+
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Gastro-Ausbildung soll flexibler und moderner werden


Junge Leute doch noch vermittelt

Die Arbeitslosigkeit im Heilbronner Raum ist ebenfalls zurückgegangen. Davon haben besonders junge Menschen profitiert. "Diese Entwicklung haben wir aber erwartet. Im Sommer war die Arbeitslosigkeit gestiegen - vor allem weil junge Leute direkt nach einer Ausbildung zunächst keinen Job hatten", erklärt Manfred Grab, Chef der Agentur in Heilbronn.

Weiter angestiegen ist die Arbeitslosigkeit im Bereich der Jobcenter, betont Schubert. Dies hänge mit der Zuständigkeit für ukrainische Staatsangehörige zusammen. "Die Arbeitslosenquote hat sich zwar seit August nicht verändert, trotzdem hat sich auf dem Arbeitsmarkt viel bewegt."

Knapp 3000 Menschen haben sich demzufolge im Bezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim neu arbeitslos gemeldet, etwas mehr konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. "Über 1000 Arbeitslose haben einen Arbeitsplatz gefunden", so Schubert.

 


Mehr zum Thema

Ein Auszubildender im Metall-Handwerk misst die Dicke eines Werkstücks. Viele Betriebe in der Region sind noch auf der Suche nach Lehrlingen.
Foto: dpa
Stimme+
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Das regionale Handwerk wirbt um Nachwuchs


Ein wenig Verunsicherung ist doch zu spüren

Christian Rauch, Chef der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur, ist insgesamt optimistisch. Allerdings: "Einzelne Frühindikatoren deuten erstmalig auf die Verunsicherung der Unternehmen und die daraus resultierende Zurückhaltung für die nächsten Monate hin."

Die führenden deutschen Forschungsinstitute rechnen damit, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter trotz erwarteter Rezession eher zu halten versuchen. Einer der Gründe dafür ist, dass die Gesellschaft in Deutschland altert und schrumpft und somit auch die Zahl der Arbeitskräfte sinkt. Vielfach macht sich auch aus diesem Grund Personalmangel bemerkbar. Allerdings erkundigten sich laut Bundesagentur zuletzt wieder mehr Unternehmen nach den Bedingungen für Kurzarbeit.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben