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Transformationskonferenz: Das Spiel ändern, bevor man zu Boden geht

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Bei der zweiten virtuellen Transformationskonferenz werden Pläne für die Region und das Programm Transformotive vorgestellt. Dazu geben VDA-Präsidentin Müller und der ehemalige Hockey-Trainer Weise wertvolle Tipps.

Wie im Rugby: Die "All Blacks" aus Neuseeland ringen hier den italienischen Gegner nieder. Auch die beste Mannschaft darf sich nie auf ihre Stärken verlassen.
Foto: dpa
Wie im Rugby: Die "All Blacks" aus Neuseeland ringen hier den italienischen Gegner nieder. Auch die beste Mannschaft darf sich nie auf ihre Stärken verlassen. Foto: dpa  Foto: Alessandro Di Meo

Wie groß die Aufgabe einer grundlegenden Neuausrichtung ist, das wurde bei der zweiten virtuellen Transformationskonferenz des regionalen Bündnisses für Transformation am Montagnachmittag deutlich. Impulse von außen kamen diesmal von der obersten Auto-Lobbyistin Hildegard Müller und vom ehemaligen Hockey-Bundestrainer Markus Weise.

Alles befindet sich unter Druck

200 Teilnehmer wählten sich am Montagnachmittag in die Konferenz ein, darunter Landräte, Rathauschefs und zahlreiche Vertreter von Unternehmen und Einrichtungen. Sie erhielten einen Einblick, wie viel passiert bei diesem Thema - und wie viel noch passieren muss.

Die angestrebte Klimaneutralität setzt fast alle unter Druck. Die Digitalisierung eröffnet Chancen. Doch der Kulturwandel braucht Zeit, die knapp ist.

Von Spitzenteams das Siegen lernen

Einen besonderen Tipp hatte der ehemalige Hockey-Bundestrainer Markus Weise im Gepäck. Die erfolgreichste Rugby-Nation der Welt, Neuseeland, habe eine Leistungskultur mit einer besonders wichtigen Regel namens "Go for the Gap". "Wenn du absolut top bist, genau dann musst du dein Spiel verwandeln", übersetzte Weise. Das gelte auch für die deutsche Industrie, die seit Jahrzehnten an der Spitze stehe.

Der Präsidentin des Autoverbands VDA, Hildegard Müller, macht der stockende Ausbau der Ladeinfrastruktur Sorgen, ebenso die Taxonomie der EU. "Brüssel denkt da deutlich zu kurz." Und Müller glaubt, dass die Stromrechnung in Deutschland nicht aufgeht.

"Wir müssen Energiepartnerschaften mit anderen Ländern eingehen", sagte die ehemalige Staatsministerin im Kanzleramt. Deutschland müsse sich weltweit Flächen sichern - "und zwar heute, weil heute Flächen verteilt werden". Damit wird deutlich, dass trotz der forcierten Umstellung auf Elektromobilität noch einige grundsätzliche Probleme gelöst werden müssen.

Transformotive soll die Region fit machen für die Zukunft

In der Region soll das Thema Transformation in der Automobilindustrie trotzdem beherzt angegangen werden - mit finanzieller Unterstützung aus Berlin. Mit bis zu 15 Millionen Euro Fördergeld aus dem Zukunftsfonds der Bundesregierung wollen die Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn (WFG) und ihr Partner Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken (WHF) das Projekt "Transformotive" auf den Weg bringen.

Im Mai soll es starten, wenn alles glatt geht. Die Eckpunkte präsentierte der stellvertretende Pro-Regions-Vorsitzende Rudolf Luz. Für drei Jahre könnten 20 Stellen geschaffen werden, die sich um die Forschung und die Netzwerkbildung kümmern.

Das Bündnis für Transformation macht weiter

Aufbauen können sie dabei auf das Bündnis für Transformation, das von Pro Region ins Leben gerufen wurde. Dieses Bündnis soll übrigens weitermachen, betont Koordinator Steffen Hertwig, Oberbürgermeister von Neckarsulm. "Es wäre töricht, dieses Netzwerk aufzugeben."

Stichwort Netzwerk: Schon bei dieser Konferenz waren Teilnehmer aus dem Ausland, insbesondere aus Italien und Spanien, vertreten. Der grenzüberschreitende Austausch ist erwünscht.

Weitere Fördermittel ermöglichen demnächst auch eine sogenannte Geschäftsanbahnungsreise der WFG in die USA, nach Michigan und nach Kalifornien. Bis 30. Mai können sich Interessierte dafür noch anmelden.

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