Der Rohbau steht: Campus Founders Lab wird 2025 eröffnet
Richtfest für das neue Campus-Founders-Gebäude auf dem Bildungscampus. Ein achtgeschossiges Ausrufezeichen wird zu neuen Heimat der Heilbronner Start-up-Szene . So soll das Gebäude mit Leben gefüllt werden.

Das neue Campus Founders Lab ist nach mehreren Hochschulgebäuden, Bibliothek oder auch Mensa eines der vielen Gebäude, die das Stuttgarter Architekturbüro Auer Weber auf dem Bildungscampus baut. "Aber es ist das erste Richtfest", betont Architekt Achim Söding. Das habe vielleicht auch etwas mit dem Zeitdruck zu tun, unter dem hier gebaut werde. Diesmal jedenfalls ließ die Dieter-Schwarz-Stiftung die Gelegenheit nicht aus, sich den Segen von oben zu holen.
Mit dem Segen von oben
Bauleiter Frieder Krauss vom Stuttgarter Bauunternehmen Züblin formuliert also vom ersten Stock aus seinen Richtspruch, leert mit sichtlicher Überwindung drei gut gefüllte Weingläser und lässt anschließend nach alter Sitte das Glas zerschellen.
Jetzt sollte nichts mehr schiefgehen, auch wenn nicht nur Architekt Söding andeutet, dass bei dem Bau noch eine Schippe draufgelegt werden sollte. Nicht zuletzt der Ukraine-Konflikt führte anfangs zu Verzögerungen, die kaum aufzuholen sind. Im vergangenen Jahr musste sogar zwischen Weihnachten und Neujahr gearbeitet werden.
Es wird am Ende trotzdem 2025, bevor die Campus Founders hier einziehen dürfen, und damit ein paar Monate später als geplant. Die bisher genutzten Räume auf der anderen Seite der Bahngleise sind bereits ausgereizt. Mit dem Neubau werde die Fläche dann aber verzehnfacht, wie Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung, betont.

Die Nutzer sind eingebunden in Planung und Ausführung
Die Campus Founders, die seit mittlerweile fünf Jahren die Gründerkultur fördern und ein sogenanntes Start-up-Ökosystem aufbauen wollen, sind von Beginn an eingebunden in den Ausbau.
Das sei nicht selbstverständlich, weiß Geschäftsführer Oliver Hanisch. In dem Haus soll ein Mix aus Begegnungsmöglichkeiten und Konzentrationszonen geschaffen werden. Die Architektur hat das von Anfang an berücksichtigt.
"Jede Etage, jeder Winkel dieses Gebäudes erfüllt ein klares Ziel", sagt Hanisch. "Und das Gebäude öffnet auch die Tür für Mitarbeiter etablierter Unternehmen, die so Zugang zur Kreativität und Innovationskraft der Start-ups erhalten." In diesem Sinn sei das Campus Founders Lab auch eine Brücke, die diese beiden Welten verbinde.
Kosten? Keine Information
Was die Kosten für den Bau angeht, so hüllt sich die Stiftung wie üblich in Schweigen. Eine hohe zweistellige Millionensumme kommt für den aufwendigen Bau aus Stahl und Glas auf acht Ebenen auf jeden Fall zusammen.
Die Herausforderung war, zwischen dem alles überragenden Turm der Stiftung nebenan, dem Parkhaus und den anderen Hochschulgebäuden einen neuen Blickfang zu schaffen. Man kann inzwischen schon erkennen, dass das wohl gelingt. Dazu bieten die versetzten Ebenen mit überdachten Terrassen und sogenannten Auskragungen viel Platz im Außenbereich. Sich jetzt den lauen Sommerabend vorzustellen, kostet Mitte Dezember allerdings etwas Mühe.
Ein weiteres Gründerzentrum eröffnet bald
Heilbronns OB Harry Mergel und Baubürgermeister Andreas Ringle witzeln selbstironisch, dass sie natürlich zu Spatenstichen, Richtfesten und Eröffnungen gern kommen und darin "besonders gut" sind.
Der nächste Anlass wartet. Demnächst ist die Innovationsfabrik IFH 2.0 der Stadtsiedlung im Zukunftspark Wohlgelegen fertig. "Wir haben hier ja einige Initiativen im Bereich Unternehmensgründung", merkt Mergel dazu an und wünscht sich: Miteinander, nicht gegeneinander soll sich die Gründerkultur in Heilbronn entwickeln.
Diese Gründerkultur - das Start-up-Ökosystem - soll mit dem Campus Founders Lab zusätzlich Strahlkraft über die Grenzen Heilbronns hinaus entfalten, sagt auch Björn Conrad, der sich im kommenden Jahr ganz dem Innenausbau widmet. Die Ideen dazu entwickeln sich an dem Abend in geselliger Runde in großer Geschwindigkeit weiter.
Multifunktional
Wenn der Bau 2025 bezogen wird, können Mitglieder in ruhigen Bereichen arbeiten oder in Begegnungszonen gemeinsam kreativ werden. Für Unternehmen gibt es Büros, dazu Workshop- und Konferenzräume, Eventflächen und Gastronomie. Gleich im Eingangsbereich ist zu erkennen, wie viel Platz hier geschaffen wird.
Auf schräg angebrachten Stahlträger entsteht eine Sitztreppe. Bei dem Gedanken daran bedauert Campus-Founders-Chef Oliver Hanisch, dass die nicht bis zur Fußball-EM genutzt werden kann. "Sonst könnten wir hier ein Public Viewing veranstalten."

Stimme.de
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