China als Hoffnungsträger für Audi
Audi setzt wieder auf China. Der Hersteller startet wegen der Corona-Krise den Onlineverkauf von Neuwagen.
Bei Audi sind aufgrund der Corona-Krise derzeit rund 30.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit, davon 9000 in Neckarsulm. Dort soll die Produktion wieder am 20. April starten. Einer Studie der Unternehmensberatung Berylls zufolge, wird die Autoproduktion bei allen Herstellern weltweit bis Ende April um 4,35 Millionen Fahrzeuge sinken. Demnach wird Audi etwa 134.000 Autos weniger als geplant fertigen, bei VW sollen es 425.000 Einheiten sein.
Immer mehr Anzeichen für eine Erholung
Während Produktion und Nachfrage in Europa, den USA und den meisten anderen Teilen der Welt am Boden liegt, kehrt China teilweise zur Normalität zurück. Von den 33 Produktionsstätten des VW-Konzerns sind mittlerweile 32 wieder in Betrieb und fertigen Modelle von Audi, Skoda und VW. Mehr als 95 Prozent der Händlerbetriebe hätten wieder geöffnet. "Unsere Händler sehen wieder Kunden in den Ausstellungsräumen", sagt Stephan Höllenstein, China-Chef des Konzerns. "Es gibt immer mehr Anzeichen für eine Erholung." Die Chancen stünden Höllenstein zufolge gut, dass der größte Automarkt der Welt im Frühsommer das Niveau des vergangenen Jahres erreichen könnte.
Audi will demnächst auch Neufahrzeuge übers Internet verkaufen
In Deutschland ist der Markt stark rückläufig. Im März wurden 37,7 Prozent weniger Neufahrzeuge zugelassen als im Vorjahresmonat. Bei Audi verringerte sich die Zahl der Neuzulassungen um knapp 64 Prozent auf rund 19.000 Einheiten. Um den Absatz anzukurbeln, verkauft die Marke mit den vier Ringen demnächst auch Neufahrzeuge übers Internet. Noch im April soll das Projekt starten. Weil das Unternehmen damit seinen Vertriebspartnern nicht in den Rücken fallen will, ist das Angebot allerdings auf solche Fahrzeuge beschränkt, die bereits bei Händlern auf Lager sind. "Unser Prinzip bleibt dabei gleich: Mit dem Handel für den Handel, denn der stationäre Händler bleibt das Rückgrat unseres Geschäfts", erklärt Christian Bauer, Leiter Vertrieb Deutschland bei Audi im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Die Corona-Krise wirkt somit als Katalysator für die E-Commerce-Bemühungen.
Unterdessen haben sich Vorstand und Betriebsrat von Audi am Donnerstagabend mit einem Brief an die Belegschaft gewandt. In dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, heißt es, man sei an einem Punkt angelangt, an dem man den Blick wieder nach vorne richten müsse. Es gelte nun, alle Kräfte im Unternehmen zu mobilisieren und sie zielgerichtet einzusetzen. Seit 1. April ist das Vorstandsteam wieder komplett. In Neckarsulm ruhen die Hoffnungen für die Zukunft auf der nächsten Generation des A4. Der intern B10 genannte Wagen rollt ab 2024 vom Band und soll dann wieder für eine höhere Auslastung sorgen.
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