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Bürkert beginnt sein 60-Millionen-Bauprogramm in Hohenlohe

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Weniger Glas, weniger Beton, dafür mehr Holz: Das Architekturbüro Kraft & Kraft hat für die Erweiterung des Bürkert-Campus ein besonders energieeffizientes Gebäude geplant.

Auf der Tafel vor der Baustelle ist das geplante Erweiterungsgebäude des Bürkert-Campus in Criesbach gut zu erkennen. Rund 17 Millionen Euro investiert das Unternehmen hier.
Fotos: Christian Gleichauf
Auf der Tafel vor der Baustelle ist das geplante Erweiterungsgebäude des Bürkert-Campus in Criesbach gut zu erkennen. Rund 17 Millionen Euro investiert das Unternehmen hier. Fotos: Christian Gleichauf  Foto: Gleichauf, Christian

Künftig soll in Criesbach die Kunststofffertigungstechnik mit Werkzeugkonstruktion und Werkzeugbau Platz finden. 17 Millionen Euro investiert das Unternehmen.

"Bürkert baut..." steht in großen Lettern auf der Baustelle. "Man kann auch sagen: Bürkert wächst", kommentiert Bürkert-Chef Georg Stawowy. Erst 2015 hatte der Spatenstich für den Bürkert-Campus in Criesbach stattgefunden. Dass man jetzt schon wieder hier stehe, zeige, wie erfolgreich das Unternehmen unterwegs ist.

Mit Blick auf den Neubau verrät Stawowy zudem: "Ich bin mit einer Architektin verheiratet." Dadurch sei ihm mit der Zeit auch klar geworden, wie wichtig Architektur für das Wohlbefinden ist. Hier werde viel dafür getan, dass die Mitarbeiter sich wohl fühlen.


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Welche Ziele der neue Bürkert-Chef verfolgt


Schon in der Bauphase wird auf Klimaschutz geachtet

Spatenstich zur Erweiterung des Bürkert-Campus in CriesbachFoto: Gleichauf, Christian
Spatenstich zur Erweiterung des Bürkert-Campus in CriesbachFoto: Gleichauf, Christian  Foto: Gleichauf, Christian

Andreas Bürkert macht in seiner kurzen Ansprache deutlich, wie viel auch ihm daran liegt: "Bringen Sie Ihre Ideen ein! Wenn Ihnen noch etwas auffällt, was wir verbessern können, kommen Sie zu uns", ruft er den Vertretern der Unternehmen zu, die sich, wie er es salopp formuliert, "an dem Bau versuchen".

Der 61-jährige Gesellschafter des Ingelfinger Ventilbauers betont auch, wie viel Wert er auf die Klimafreundlichkeit im Unternehmen legt. Schon in der Bauphase solle möglichst wenig CO2 verursacht werden: Statt wie üblich Zement für die Verdichtung des Bodens zu verwenden, entschied sich das Unternehmen in Absprache mit Projektleiter Tobias Kindtner, Kalk zu verwenden.

Wie viel Wasser darf aus dem Kocher entnommen werden?

Auch im Betrieb später soll das Gebäude effizient sein. Deutschland-Produktionschef Marc Steffen Dahlheimer führt an, dass man auf großflächige Verglasung verzichte, um den Kühlbedarf im Sommer zu reduzieren. Die Abwärme der Maschinen wird zur Beheizung der Nachbargebäude benutzt. "Photovoltaik kommt nicht nur aufs Dach, sondern auch an die Fassaden", ergänzt Georg Stawowy.

Noch geklärt werden muss, wie viel Wasser aus dem Kocher entnommen werden darf, um das Gebäude zu kühlen. Mit der Gemeinde Ingelfingen ist man hier noch im Gespräch.



Marc Steffen Dahlheimer wird dann noch einmal grundsätzlich: "Der Bau zeigt die Verbundenheit der Gesellschafter mit der Region", betont er. Dieser "Meilenstein" besteht bei näherer Betrachtung aus drei Teilen. Denn die 5300 Quadratmeter, die Ende 2024 in Criesbach für Produktion und Konstruktion zur Verfügung stehen werden, sind nur der Anfang. In Öhringen ist bereits ein neues Hochregallager geplant, das in den bestehenden Gebäuden Platz schaffen soll für die Produktion. "Wir wollen dort die Lagerhaltung zentralisieren", sagt Georg Stawowy. Im Herbst 2025 soll der Bau dort beginnen.

In Gerabronn gibt es neue Sozialräume

Bereits Mitte nächsten Jahres wird in Gerabronn im Landkreis Schwäbisch Hall gebaut. Auch dort besteht Bedarf für neue Produktionsflächen. Zudem sollen die in die Jahre gekommenen Sozialräume und die Kantine, die bisher getrennt von der Produktion auf der anderen Straßenseite zu finden sind, in den Gebäudekomplex integriert werden. In Öhringen wie in Gerabronn werde in einem vergleichbaren Standard wie jetzt in Criesbach gebaut, so Stawowy.

Die Investitionen sind beachtlich. Sowohl in Gerabronn als auch in Öhringen werden 20 bis 25 Millionen Euro verbaut. Insgesamt sollen es für die drei Erweiterungsbauten rund 60 Millionen Euro sein, wenn die Preissteigerungen nicht noch mehr daraus machen.

Bürgermeister wünscht Bürkert gute Gewinne

Erweiterung des Bürkert-Campus in CriesbachFoto: Bürkert
Erweiterung des Bürkert-Campus in CriesbachFoto: Bürkert  Foto: Bürkert

Um das zu stemmen, sollte das Geschäft des "Fluidikspezialisten" weiterhin gut laufen. "Ich wünsche Ihnen gute Gewinne", sagt Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer mit Blick auf die Gewerbesteuer "nicht ganz uneigennützig".

Und nachdem er sich erkundigt hat, ob man ihn "auf der anderen Straßenseite" - wo Firmen wie Reisser und vor allem der große Bürkert-Wettberwerber Gemü zu finden sind - nicht hört, sagt er noch: "Sie sind schließlich unser wichtigster und größter Arbeitgeber."

Erweiterung auch im Elsass

Bürkert hat gerade auch zwei neue Gebäude in Triembach au Val im Elsass in Betrieb genommen. Auf einer Fläche von mehr als 5500 Quadratmetern wurden in den letzten Jahren ein neues Logistikgebäude sowie Erweiterungsflächen für die Produktion geschaffen. Nach der Fertigstellung der Bauten im Frühjahr 2023 wurde der Gebäudekomplex am 13. Juli 2023 offiziell eröffnet. Insgesamt 15 Millionen Euro investierte Bürkert Fluid Control Systems in den französischen Standort.

 

 
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