Stimme+
Neckarsulm
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Bechtle legt im zweiten Quartal einen Gang zu

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Der Gewinn ist noch einmal deutlich, auch wenn die Aktionäre das derzeit nicht würdigen. Trotz eines guten, zweiten Quartals muss der IT-Dienstleister allerdings mit Lieferschwierigkeiten zurechtkommen.

Bechtles Halbjahreszahlen sind überraschend gut. Foto: Archiv/Mugler
Bechtles Halbjahreszahlen sind überraschend gut. Foto: Archiv/Mugler  Foto: Dennis Mugler

Kurz vor dem Aktiensplit an diesem Wochenende präsentierte der IT-Dienstleister Bechtle seine überraschend guten Halbjahreszahlen. Bechtle-Vorstandschef Thomas Olemotz erklärte, mit einem Wachstum von zehn Prozent könne das Unternehmen "sehr zufrieden" sein. "Wir kommen mit den zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen - salopp formuliert - ganz gut zurecht", so Olemotz.

Olemotz: Starke Entwicklung

Die Richtung war schon bekannt. Ende Juli hatten die Neckarsulmer schon ihre Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Nun wurde auch klar, worauf die guten Aussichten basieren. Denn obwohl es bei vielen Produkten inzwischen Lieferzeiten von mehreren Monaten bis zu über einem Jahr gebe, gebe es bei Bechtle weiter eine "starke Entwicklung", wie Olemotz formulierte.

Das Wachstum von 10,4 Prozent auf 2,94 Milliarden im ersten Halbjahr 2021 und auch das Gewinnwachstum von 29 Prozent auf 145 Millionen Euro sei zudem nicht durch Akquisitionen erreicht worden. Vielmehr legten sowohl die Systemhaus-Sparte als auch der E-Commerce kräftig zu. Innerhalb eines Jahres wuchs die Mitarbeiterzahl um 3,9 Prozent auf 12 400 - und das fast ausschließlich durch Neueinstellungen. Das unterstreiche auch Bechtles "gute Positionierung als Arbeitgeber".


Mehr zum Thema

Ungetrübte Aussichten: Das Seuchenjahr 2020 geht für den IT-Konzern Bechtle als großer Erfolg in die Annalen ein.
Foto: Bechtle
Stimme+
Neckarsulm
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Bechtle erstmals unter den 50 wertvollsten Marken Deutschlands


In dieser Woche hat Bechtle nun die 101. Akquisition der Unternehmensgeschichte bekannt gegeben. Mit Cadmes kommt ein CAD-Spezialist an Bord, der aus Belgien und den Niederlanden im Benelux-Raum aktiv ist, und mit ihm weitere 100 Mitarbeiter. 2020 erzielte Cadmes einen Umsatz von 17 Millionen Euro. Außerdem wird die von Bechtle initiierte Global IT Alliance mit Dynacons um einen schlagkräftigen Partner in Indien erweitert.

Aktienkurs sorgt für Frust

Spürbar wenig Freude machte dem Bechtle-Chef die Entwicklung des Aktienkurses. Während Dax, MDax und TecDax zweistellige Zuwachsraten verzeichneten, verharrte das Bechtle-Papier nach zwischenzeitlichen Korrekturen auf der Stelle. Olemotz erklärte die Schwäche unter anderem mit Mitnahmeeffekten nach überdurchschnittlich guter Entwicklung im letzten Jahr. Immerhin gehe es seit Juli wieder nach oben. Auf die nun vorgelegten Zahlen reagierte die Aktie am Donnerstag übrigens mit Verlusten von bis zu fünf Prozent.

Jetzt kommt der Aktiensplit

Wie auf der Hauptversammlung beschlossen, erfolgt an diesem Wochenende ein Aktiensplit im Verhältnis eins zu drei. Die Aktienzahl wird verdreifacht, der Kurs entsprechend gedrittelt. "Erschrecken Sie also nicht, wenn Sie am Montag die von Algorithmen produzierten Meldungen lesen wie: Bechtle mit massivem Kursverlust!", erklärte Olemotz. So sei es beim letzten Aktiensplit schon gewesen. Dabei soll mit dem Schritt nur der Einstieg in die Bechtle-Aktie für breite Anlegerkreise erleichtert werden. Damit soll das Papier wieder einen neuen Anlauf nach oben nehmen, hofft Olemotz.

Zum guten Markenimage beitragen könnte nun auch die Vermarktung des nachhaltig produzierten Fairphones in mehreren europäischen Ländern. Bechtle gehöre hier zu den ersten Vertriebspartnern.

Spenden für Flut-Opfer

Das Neckarsulmer IT-Unternehmen Bechtle hat inzwischen eine Million Euro an Spenden für Flut-Opfer auf den Weg gebracht. Wie Konzernchef Thomas Olemotz mitteilte, wurde zunächst ein eigener Hilfsfonds aufgelegt und mit 500 000 Euro ausgestattet. Jetzt spendete Bechtle weitere 500 000 Euro an das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen "Aktion Deutschland Hilft". Damit erhöht sich die Spendensumme aus der Region noch einmal deutlich. Neben vielen privaten Initiativen hat bereits die Schwarz-Gruppe zehn Millionen Euro, Würth fünf Millionen Euro gespendet. cgl

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben