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Neuer Name: Zukunftsfonds Heilbronn heißt jetzt D11Z

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Der Zukunftsfonds Heilbronn hat einen neuen Namen: D11Z. Damit ist auch eine Neuausrichtung verbunden. Das ist damit geplant.

Zukunftsfonds Heilbronn: Vorstellung des neuen Namens D11Z durch Bastian Karweg (li.) und Geschäftsführer Thomas Villinger und auf der Heilbronn Slush"D.
Foto: Gleichauf
Zukunftsfonds Heilbronn: Vorstellung des neuen Namens D11Z durch Bastian Karweg (li.) und Geschäftsführer Thomas Villinger und auf der Heilbronn Slush"D. Foto: Gleichauf  Foto: Gleichauf, Christian

Ein alter Bekannter bekommt ein neues Gesicht: Auf dem Start-up-Festival Heilbronn Slush'D im Oktober wurde das Ende des Wagniskapitalgebers Zukunftsfonds Heilbronn (ZFHN) und zugleich seine Transformation in D11Z.Ventures bekannt gegeben.

Mit der kryptischen Zeichenfolge, das kündigte Geschäftsführer Thomas Villinger zu jenem Anlass an, ist auch eine Neufokussierung auf KI und Digitalisierungsthemen verbunden. Seitdem wird spekuliert, was das Kürzel bedeutet.

Zukunftsfonds Heilbronn: Erfolge der Vergangenheit

Der Zukunftsfonds ist 2005 mit großen Zielen gestartet und hat in 18 Jahres einiges bewegt - in Heilbronn, aber vor allem nach Heilbronn. Über die Beteiligung an Unternehmen etwa aus dem Biotech- und Medizintechnik-Bereich schaffte es Villinger, mehrere dieser Firmen nach Heilbronn zu holen. Es war damals auch das klar definierte Ziel des Fonds. Der Zukunftspark Wohlgelegen wurde so zu einem kleinen Life-Science-Park.

Ein Erfolg: Während der Pandemie, so erzählt Villinger, retteten künstliche Lungen aus Heilbronn - von Xenios, früher Novalung - zahlreiche Menschenleben.

Doch ein wirkliches Cluster aus Forschung und Anwendung, das selbst fortpflanzungsfähig sein sollte, entstand nicht. Weitere Investments gab es beispielsweise in Software und Automatisierungstechnik. Dazu gab es eine große Anzahl von kleineren Finanzierungen über die Seed-Fonds-Tochter Born2Grow.

Zukunftsfonds Heilbronn: Ein Tekkie im Verwaltungsrat

Mit Bastian Karweg, Gründer des Karlsruher Start-ups Echobot, an dem sich der Zukunftsfonds auch beteiligt hatte, zog dann ein Tekkie in den Verwaltungsrat des Zukunftsfonds ein, der die Neuausrichtung mit anstieß, die Villinger unterstützte.

Früher und konsequenter sollte investiert werden, und zwar in den Bereichen, die nun in Heilbronn ohnehin eine entscheidende Rolle spielen: Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Deeptech.

Entscheidend sei nun, wie viel sich die Experten des Fonds von einem Investment versprechen. "Ob die Start-ups dann nach Heilbronn kommen, spielt für die Entscheidung erst einmal keine Rolle mehr", sagt Villinger. Sie kommen von selbst, wenn für sie die Rahmenbedingungen passen, so die Hoffnung.

Neuer Name für Zukunftsfonds Heilbronn: "Wo ist Heilbronn?"

Da könne Heilbronn mit seinem Netzwerk aus Campus Founders, Ipai, 42 und weiteren Einrichtungen auf dem Bildungscampus inzwischen häufig punkten, ist auch Bastian Karweg überzeugt. "Wenn wir vor einigen Jahren mit anderen Gründern von Heilbronn sprachen, dann kam sofort die Frage: Wo ist Heilbronn? Heute ist das hier das deutsche Epizentrum für Künstliche Intelligenz", erklärte er auf dem Slush"D-Festival.

D11Z soll, so die Hoffnung, zu einem Schwergewicht in der Venture-Capital-Szene werden. Dazu beitragen könnte übrigens schon die erste Investition in ein Unternehmen, das derzeit in aller Munde ist: Aleph Alpha. D11Z gehört künftig zu den Anteilseignern.

Und jetzt Shareholder bei Aleph Alpha

Das Heidelberger KI-Start-up ist die große europäische Hoffnung im Wettrennen der sogenannten großen Sprachmodelle. Schwarz-Gruppe und Dieter-Schwarz-Stiftung waren bei der Finanzierungsrunde allerdings die großen Geldgeber. "Aber wir sind stolz, dass wir dabei sind", sagt Villinger.

Bleibt das Rätsel um den neuen Namen. D11Z Ventures. "Da kann jeder mal überlegen, wo das herkommen könnte", sagte Villinger vergangene Woche bei einer Vorstellung in der "Alten Reederei". Es wurde spekuliert: Dreht es sich um den elften Buchstaben im Alphabet, das K? DKZ?

Näher lag da die Vermutung, es könnte mit dem Mann zu tun haben, der 2005 seine 200 Millionen Euro Kapital in den ZFHN investiert hatte. Dieter Schwarz. Irgendwann sprach es sich herum: Wer die Zeichen zählt, zwischen D am Anfang und z am Ende, der kommt auf elf - möglicherweise analog zu A16z für Andreessen Horowitz, einem der großen Risikokapitalfonds im Silicon Valley. Tom Villinger lächelte dazu nur freundlich.

Thomas Villinger (von links), Helmut Schönenberger und Oliver Hanisch beim Kaminabend in der Alten Reederei.
Thomas Villinger (von links), Helmut Schönenberger und Oliver Hanisch beim Kaminabend in der Alten Reederei.  Foto: Christian Gleichauf

Zukunftsfonds Heilbronn: Power-Allianz für mehr Startups

Bei einem Investoren- und Netzwerkabend der Campus Founders vergangene Woche stand die neue Achse Heilbronn-München im Mittelpunkt. Neben Zukunftsfonds-Geschäftsführer Thomas Villinger, der über den neuen Fonds D11Z informierte, erzählte Helmut Schönenberger, wie er vor gut 20 Jahren in München das Start-up-Zentrum UnternehmerTUM gründen durfte: Der damalige Präsident Wolfgang Herrmann ließ sich vom "Studi" Schönenberger überzeugen, dass es in München auch eine Entrepreneurship-Förderung wie an der Uni Stanford geben sollte. Gemeinsam gingen der Präsident und der "Studi" zu Susanne Klatten. "Das ist der Dieter Schwarz von München", so Schönenberger. Sie unterstützte die Idee sofort. Heute hat die UnternehmerTUM einen Anteil von 20 Prozent am deutschen Start-up-Markt. Bescheiden fügte der UnternehmerTUM-Geschäftsführer hinzu, dass seine 500 Mitarbeiter "cleverer und besser" seien als er selbst - so hätten sie es geschafft, dass inzwischen jährlich zwei bis drei Milliarden Euro Risikokapital in die UnternehmerTUM-Startups fließen.

Neben mittelständischen Firmen aus dem Südwesten waren auch Vertreter aus dem Finanz- und Wirtschaftsministerium in Berlin nach Heilbronn gekommen. Dazu einige Vertreter von Wagniskapitalfonds wie UVC Partners (Unternehmertum Venture Capital Partners), die schon vor zwei Jahren bei Aleph Alpha eingestiegen waren. Villinger warb dafür, die Zusammenarbeit zwischen Heilbronn und München weiter zu intensivieren. Es gelte, die "Power" im weltweiten Wettbewerb auszuspielen.

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