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Auftakt zum Lesersommer: Würth schnürt ein dickes Paket

Erste Aktion beim Schraubenhändler in Gaisbach. Neben Einblicken in das Vertriebszentrum gibt es auch noch ein Bonusprogramm: Kunst rund um das Museum Würth 2.

Christian Gleichauf
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Lesezeit 2 Min
Auftakt zum Lesersommer: Würth packt ein dickes Paket
Beate Elser erläutert die Skulptur 360 Grad mit Reinhold Würth in Marmor vor dem Museum Würth 2.  Foto: Gleichauf, Christian

Einen äußerst abwechslungsreichen Nachmittag erlebten 21 Teilnehmer der ersten Lesersommer-Aktion der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung/Kraichgau Stimme am Donnerstag bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG. Das Unternehmen bot nicht nur einen Blick hinter die Fassaden des großen Vertriebszentrums West, sondern ließ auch die Kunst entlang des Skulpturenpfads rund um das Museum Würth 2 lebendig werden.

Endlich erfahren, was dahintersteckt

Für Hans-Peter Kurz ist der Termin "fast ein Heimspiel", schließlich kommt er aus der Nachbarschaft, aus Kupferzell. "Aber wenn man die Gebäude so oft sieht, dann will man auch mal wissen, was dahintersteckt", sagt der 66-Jährige.

Das zeigt ihm und den anderen Lesern Dirk Antrack, der Leiter für Informationsmanagement in der Logistik bei Würth. Mit ihm geht es erst einmal in den Wareneingang, wo die Lkw entladen und das Angelieferte in rote Lagerboxen sortiert wird. "Immer nur ein Artikeltyp in eine Box", erklärt Antrack. Vieles passiert dabei automatisiert. "Jedes Kilo, das man als Mensch nicht anheben muss, ist gut."

Rote Boxen und eine Anna im Shuttle-Lager

Es folgt die Kommissionierung im Shuttle-Lager, wo mehr als 100 000 rote Boxen Platz haben, wo Mitarbeiter Pick-Vorgang für Pick-Vorgang Artikel für den Versand zusammenstellen - geführt über Bildschirme und eine Lichtsteuerung. So werden Fehler vermieden.

Plötzlich fährt ein kleines Fahrzeug an der Gruppe vorbei. "Das ist Anna", sagt Antrack. Das fahrerlose Transportsystem übernimmt individuelle Aufgaben und ist ein Vorgeschmack darauf, wie in Zukunft noch mehr automatisiert werden kann.

Was im Shuttle-Lager keinen Platz hat, findet sich im Palettenlager, wo die Mitarbeiter die Anweisungen vom Computersystem "direkt aufs Ohr gesprochen" bekommen, wie Antrack erläutert. "So müssen hier keine Listen auf Papier abgehakt werden, wo man am Schluss noch in der Linie verrutscht."

Umsatzwachstum muss hier gestemmt werden können

Auftakt zum Lesersommer: Würth packt ein dickes Paket
Dirk Antrack führt die Gruppe durch das Vertriebszentrum vom Wareneingang bis zum Versand.  Foto: Gleichauf, Christian

22 000 Pakete verlassen dieses Vertriebszentrum pro Tag. Auf mehr als doppelt so viel summiert sich diese Kennzahl für den ganzen Standort Gaisbach.

Und ab 2024 werden es noch mehr werden, wenn die Erweiterung gleich nebenan in Betrieb geht, für die Würth fast 100 Millionen Euro investiert. Das Umsatzwachstum muss auch hier gestemmt werden. Doch noch ist es nur eine Baustelle.

Am Kartonaufrichter vorbei geht es zur Packerei und dann in den Versand, wo kleine Roboter um gepackte Paletten herumfahren, um sie mit Kunststofffolie gegen das Verrutschen zu sichern. Auch der 17-jährige Jakob Krähling aus Forchtenberg findet es spannend, "das mal live zu sehen, was man bei uns an der Kaufmännischen Schule sonst nur theoretisch lernt".

Perspektivwechsel auf dem Skulpturenpfad

Damit ist der Nachmittag nicht vorbei. Nach einem Imbiss führt Beate Elsen, die stellvertretende Leiterin der Sammlung Würth, über den Skulpturenpfad zum Museum Würth 2. Auch hier bekommen die Lesersommer-Teilnehmer ganz neue Perspektiven gezeigt, etwa an den gedrehten Säulen von Tony Cragg - "die laden doch geradezu ein, den Standpunkt zu wechseln", findet Elsen.

Am Ehepaar Würth auf den zwei Seiten des Kunstwerks "360 Grad" von Markus Redl geht es dann vorbei zur BDM-Gruppe von Georg Baselitz und am Ende auch noch durch das Museum zum Edelstahl-Hohlspiegel von Anish Kapoor. Hier kann jeder erleben, wie das eigene Spiegelbild irgendwann kippt.

 
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