Audi will in Rekordzeit zusätzliche Modelle entwickeln
Der neue Chef Markus Duesmann schafft unter dem Projektnamen„Artemis“ eine agile Einheit für zusätzliche Fahrzeugprojekte. Das erste Ergebnis soll schon 2024 auf den Straßen zu sehen sein.

Audi will wieder auf die Überholspur wechseln – auch innerhalb des VW-Konzerns. Zwei Monate nach seinem Antritt als neuer Chef bei Audi ruft Markus Duesmann eine Einheit für das beschleunigte Entwickeln zusätzlicher Auto-Modelle ins Leben. Leiter des Hightech-Projekts „Artemis“ wird Alex Hitzinger, zuvor Motorsport- Chefingenieur und aktuell Treiber des autonomen Fahrens im Konzern.
Hitzinger soll mit einem Team von Automobil- und Technologieexperten „schnell und unbürokratisch ein wegweisendes Modell für Audi entwickeln“, so Duesmann. Dabei stünden ihm die Ressourcen und Technologien des gesamten Volkswagen Konzerns zur Verfügung, erklärt Audi in einer Pressemitteilung. Hitzingers Team solle in Rekordzeit einen neuen Leuchtturm für Audi realisieren.
Agilität ist auch hier das neue Schlagwort
Mehr zum Thema und zu Audi-Neuheiten am Mittwoch auf der Autostimme-Seite der Heilbronner Stimme sowie bei stimme.de.
Wie beim Heilbronner Joint Venture XL2, das die Digitalisierung in Produktion und Logistik im gesamten VW-Konzern vorantreiben soll und ebenfalls auf Agilität und Innovation setzt, will Audi auch hier eine Blaupause für eine künftige agile Entwicklung von Automobilen im gesamten Volkswagen Konzern vorlegen. „Die Marken des Volkswagen Konzerns stehen für exzellente Technologien – und haben Potenzial für noch viel mehr“, sagt der Audi-Vorstandsvorsitzende Duesmann. „Mittelfristig erwarte ich mir von Artemis eine Blaupause für einen schnellen und agilen Entwicklungsprozess im Konzern, so agil wie bei einem Rennteam.“ Derzeit binde die Elektro-Offensive im VW-Konzern mit 75 geplanten E-Modellen bis 2029 alle Kapazitäten. Mit dem Projekt Artemis versucht Duesmann, flexibel auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren.
Das Projektteam soll deshalb große Freiheitsgrade erhalten. Der erste Auftrag ist ein hocheffizientes Elektroauto, das bereits 2024 auf die Straße kommen soll. Das Kreativteam wird außerdem ein weitreichendes Ökosystem um das Auto herum schaffen und so ein neues Geschäftsmodell für die gesamte Nutzungsphase entwerfen.
Das Projekt ist direkt beim Audi-Chef angesiedelt. Hitzinger berichtet ab 1. Juni direkt an Duesmann. Als bisheriger Markenvorstand für Technische Entwicklung bei Volkswagen Nutzfahrzeuge leitete Hitzinger als Senior Vice President zugleich im Volkswagen-Konzern das Thema Autonomes Fahren.
„Ich schätze Alex Hitzinger für seine hohe Innovationskraft und Umsetzungsstärke. Beide Qualitäten brauchen wir für große technologische Fortschritte“, so Duesmann, der auch die Gesamtverantwortung für Forschung und Entwicklung im Volkswagen Konzern trägt. „Außerdem setze ich auf seine Integrations-Kompetenz, wenn es darum geht, künftige Errungenschaften gemeinsam mit den Entwicklungsabteilungen unserer großen Konzernmarken in neue Produkte einfließen zu lassen.“
Zur Person
Alex Hitzinger startete seine Automobil-Karriere als Entwicklungsingenieur bei Toyota Motorsport. Bei Ford/Cosworth wurde er der jüngste Chefentwickler in der Formel 1. Unter seiner Leitung entstand 2006 der erste Formel-1-Motor mit einem Drehzahlband bis 20.000 Umdrehungen pro Minute.
Nach Red Bull Technology kam Hitzinger erstmals in den Volkswagen Konzern und baute bei Porsche das sehr erfolgreiche Motorsport-Team auf, das von 2015 bis 2017 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und die Langstreckenweltmeisterschaft gewann. Nach drei Jahren bei Apple im Silicon Valley, wo er die Produktentwicklung für autonome Fahrzeuge aufbaute und leitete, kam Hitzinger 2019 zurück in den Volkswagen Konzern, um autonomes Fahren und den ID. BUZZ bei VW Nutzfahrzeuge zu entwickeln.
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