Audi und Würth auf dem Greentech-Festival
Ganz schön vielfältig: Regionale Vertreter zeigen in Berlin einem internationalen Publikum, wie innovativ Nachhaltigkeit inzwischen ist. Dabei haben sie eine E-Rikscha, farbige LEDs und mächtige Relast-Anker.

Drei Tage lang drehte sich beim Greentech-Festival in Berlin diese Woche alles um Energieunabhängigkeit und Klimaschutz. Auch Akteure aus der Region waren dabei. Audi präsentierte unter anderem die von Neckarsulmer Azubis zum E-Mobil umgebaute Rikscha dem internationalen Publikum. Würth lieferte neue Ideen, wie man ressourcenschonend bauen kann.
Nico Rosberg hat die Veranstaltung mit angestoßen
"Together we Change" lautete das Motto der grünen Messe, die von Mittwoch bis Freitag auf dem neuen Festivalgelände des stillgelegten Flughafen Berlin stattfand. Initiiert worden war sie 2019 unter anderem vom ehemaligen Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg. Inzwischen hat sie Ableger in New York, London und Singapur.
Rund 200 Aussteller aus 20 Ländern waren diesmal dabei - darunter auch Vertreter aus dem Würth-Konzern. Sie stellten unter anderem LEDs für ein beschleunigtes Pflanzenwachstum vor und auch das Verstärkungssystem Relast, das alternden Betonbrücken neue Stabilität gibt und Tausendfach einen Abriss verhindern könnte, so die Hoffnung.
Aus den Würth-Laboren kommen nicht nur Schrauben

Es sind Innovationen aus einem Konzern, der inzwischen auf vielen Feldern unterwegs ist. "Auf dem Greentech Festival wird diese Innovationskraft erlebbar", sagt Würth-Gruppen-Chef Robert Friedmann. So stammt die Spezial-LED von Würth Elektronik, eine der Geschäftseinheiten innerhalb der Würth-Gruppe, die nichts mit Schrauben zu tun hat.
Gelungen ist sei nicht nur, das Sonnenlicht zu kopieren, sondern sogar so zu verbessern, dass "Pflanzen in den Himmel wachsen" könnten, wie es Alexander Gerfer, technischer Geschäftsführer der Würth Elektronik Eisos Gruppe, formuliert. Mit eigenen Biologen und Agrarwissenschaftlern sowie Kooperationen, etwa mit der Technischen Universität München (TUM), forscht Würth Elektronik an unterschiedlich kombinierten Wellenlängen.
Die E-Rikscha soll Schule machen
Bereits im Vorfeld viel Aufmerksamkeit erhalten hatte das E-Rikscha-Projekt der Neckarsulmer Audi-Azubis. Sie hatten eine 43 Jahre alte Rikscha aus Thailand wieder flottgemacht, von Verbrenner- auf E-Antrieb umgebaut und als Energiespeicher ausrangierte E-Tron-Batterien verwendet. Weitere Prototypen baut das indische Startup Nunam, Kooperationspartner von Audi, das künftig groß in das Thema einsteigen will.
Es war nicht der einzige Beitrag, den Audi in Berlin präsentierte. Der Autobauer will Strom für Elektroautos vermehrt grün produzieren. Auch beim Verschrotten spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. In Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat Audi zum chemischen Reycling von Kunststoffen geforscht. Hier erwarten die Ingolstädter größere Sprünge. Und Künstliche Intelligenz soll aufspüren, was jeder in der Lieferkette vermeiden will: Umweltverschmutzung, Menschenrechtsverstöße und Korruption. Vieles ist möglich.



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