Audi bereitet sich auf längere Anlaufphase vor
In Neckarsulm sollen ab 4. Mai wieder Autos vom Band rollen, in Ingolstadt läuft die Montage von A3 und Q2 bereits ab kommendem Mittwoch. Offen ist, wie viele Mitarbeiter in Kurzarbeit bleiben.

Die Vorbereitungen für den Wiederanlauf der Produktion bei Audi laufen. Im Stammwerk Ingolstadt soll Mitte nächster Woche die Montage des A3 und des Q2 beginnen. Bis in Neckarsulm die Bänder in der Montage wieder laufen, wird es nun wohl der 4. Mai, teilten Sprecher in Ingolstadt und Neckarsulm mit. Die Kurzarbeit für Ingolstadt wurde am Donnerstag noch einmal bis 10. Mai verlängert.
Kurzarbeit wird wohl auch in Neckarsulm verlängert
Derzeit befinden sich 10.600 Mitarbeiter in Neckarsulm in Kurzarbeit. Wie es bei diesem Thema am Standort weitergeht, ist noch nicht geklärt. „Wir befinden uns noch in Verhandlungen“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Da im ersten Schritt wohl kein Zwei-Schicht-Betrieb geplant ist, ist zu erwarten, dass die Kurzarbeit über den 3. Mai hinaus verlängert wird. Nur dann erhalten jene Audianer, die noch nicht wieder arbeiten, weiterhin Kurzarbeitergeld. Das stockt Audi übrigens auf das nahezu vollständige monatliche Nettoarbeitsentgelt auf.
Die ersten Pressen laufen wieder
Seit dem 23. März stehen die Bänder in Neckarsulm still. Die ersten Schritte für den Wiederanlauf gibt es aber bereits. So stellt das Presswerk bereits erste Kleinteile her. Der Karosseriebau soll am Dienstag beginnen. Ein Tag später nimmt die Lackiererei wieder ihren Betrieb auf. So ist der aktuelle Plan .
Alle Zahlen und Daten unter Vorbehalt
In Neckarsulm waren bis zum Produktionsstopp 890 Fahrzeuge pro Tag produziert worden, in Ingolstadt mehr als 2000. Die Produktion dürfte an beiden Standorten vorerst nur einschichtig angefahren werden. Allerdigs können damit die Produktions- wie auch die Kurzarbeiterzahlen für die ersten Tage und Wochen nicht einfach halbiert werden.
Es gibt offenbar verschiedene Szenarien. Womöglich wird im ersten Schritt auch nicht an fünf Tagen pro Woche produziert. "Momentan ist alles unter Vorbehalt zu sehen", erklärte auch ein Sprecher in Ingolstadt. Die Teileversorgung sei derzeit nicht unproblematisch, "auch wenn wir hier alles akribisch vorbereiten."
Akribisch vorbereitet werden auch die Corona-bedingten Vorgaben, an die sich die Mitarbeiter bis auf Weiteres halten müssen. Im Werk wurden alle Arbeitsplätze begutachtet, Kontaktmöglichkeiten wurden minimiert, teilweise durch den Einsatz von Trennwänden und Folien. Wo sich die Kollegen nicht aus dem Weg gehen können, kommt der Mund-Nase-Schutz zum Einsatz.
Info-Brief an die Mitarbeiter
In einem Brief werden alle Audi-Mitarbeiter informiert, woran sie sich an ihrem Arbeitsplatz, aber auch in den Pausen und auf den Wegen durchs Werksgelände halten müssen, damit die Produktion nach dem Wiederanlauf möglichst ohne weitere Corona-Infektionen weiterlaufen kann. Der Neckarsulmer Werkleiter Helmut Stettner sagt: "Wir wollen den Mitarbeitern damit auch Sicherheit geben."
Die Sicherheit geht vor
"Der erste Arbeitstag im Betrieb wird für alle neu sein. Deswegen nehmen wir uns bei Audi viel Zeit, die Kolleginnen und Kollegen mit den angepassten Arbeitsumständen vertraut zu machen", sagt auch Rolf Klotz, Vorsitzender des Betriebsrats bei Audi in Neckarsulm, Die Stückzahlen seien erst einmal zweitrangig. "Wir konzentrieren uns voll auf die Sicherheit des Arbeitsumfelds", so Klotz.
Gemeinsam mit Vertretern des Audi-Gesundheitswesens und der Arbeitssicherheit habe der Betriebsrat im Vorfeld alle Arbeitsplätze und Prozesse angeschaut und angepasst. Wo nötig, werde es sicher auch noch nachgebessert.
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