Aktionstag der IG Metall: 650 Arbeitnehmer aus der Region Heilbronn demonstrieren in Stuttgart
Zehntausende folgen dem Ruf der IG Metall auf bundesweit 50 Veranstaltungen. 650 Arbeitnehmer aus dem Raum Heilbronn/Neckarsulm waren in Stuttgart dabei, wo auch Audi-Betriebsratschef Rolf Klotz Verlässlichkeit von der Politik einforderte.

Mit Sorgen schauen viele Arbeitnehmer auf die Transformation in der Industrie und insbesondere bei den Autobauern und ihren Zulieferern. Die IG Metall hatte deshalb am Freitag zu einem bundesweiten Aktionstag mit rund 50 Veranstaltungen aufgerufen.
Rund 10.000 Metallerinnen und Metaller aus Baden-Württemberg kamen nach Stuttgart, um unter dem Motto "FairWandel" für einen sozialen, ökologischen und demokratischen Wandel zu demonstrieren.
Eine halbe Billion an Investitionen gefordert
Konkret fordert die IG Metall den Verzicht auf Entlassungen in der Transformation, Perspektiven für zukunftsfähige Arbeitsplätze, eine Qualifizierungs- und Ausbildungsoffensive sowie 500 Milliarden Euro öffentliche Investitionen bis 2030.
Diese sollen in moderne Infrastruktur und Technologien fließen, Beschäftigte bei der Qualifizierung unterstützen und Arbeitslosigkeit verhindern. Die Lasten sollen fair verteilt werden.
18 Busse aus Heilbronn/Neckarsulm
Aus dem Raum Heilbronn/Neckarsulm waren 18 Busladungen mit rund 650 Gewerkschaftsmitgliedern dabei, wie der Zweite Bevollmächtigte Oliver Kuhnle berichtete. Die Stimmung sei sehr gut, das Thema treibe die Menschen um.
Nach dem Zug vom Hauptbahnhof zum Stadtgarten ergriff auch der scheidende Neckarsulmer Audi-Betriebsratsvorsitzende Rolf Klotz das Wort. Er forderte die Politik angesichts der großen Herausforderungen zum Handeln auf. Er mahnte gleichzeitig Verlässlichkeit an, "dass wir nicht ständig neue Regelungen und Grenzwerte bekommen".
In der Automobilindustrie führten die diskutierten Abgasgrenzwerte zuletzt zu großer Verunsicherung, ob diese mit den klassischen Verbrennern überhaupt noch zu erreichen sind. Klotz betonte: "Wir sind keine Verweigerer, wir sind Gestalter."
Zitzelsberger: Die IG Metall steht hinter der Transformation
Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg, sprach vom Jahrzehnt der Veränderungen: "Klimawandel, Digitalisierung und alternative E-Antriebe verändern Gesellschaft und Wirtschaft und damit unsere Arbeitswelt." Die IG Metall stehe klar hinter dieser Transformation.
Allerdings müssten Unternehmen und Koalitionäre jetzt die Voraussetzungen für einen sozialen und ökologisch nachhaltigen Wandel schaffen, "damit wir auch morgen noch sichere und gute Arbeitsplätze haben".
In Berlin sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann: "Wir haben die Schnauze voll von Masterplänen." Vage Programme und Lippenbekenntnisse brächten keinen Aufbruch.
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