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Porsche-Chef unterstützt Wissings Vorstoß zu E-Fuels

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18 Prozent Rendite sind Porsche nicht genug. Dafür geht es zielstrebig auch Richtung E-Mobilität. Trotzdem hält Vorstandschef Blume Ausnahmen beim Verbrennerverbot für angebracht.

Lutz Meschke, Finanzvorstand der Porsche AG, bei der Vorstellung der Bilanz.
Lutz Meschke, Finanzvorstand der Porsche AG, bei der Vorstellung der Bilanz.  Foto: Screenshot

Oliver Blume als Porsche-Chef und sein Finanzchef Lutz Meschke präsentierten bei der Jahrespressekonferenz am Montag abermals Rekordergebnisse: 6,8 Milliarden Euro operativer Gewinn im Jahr 2022 bedeuten eine Rekord-Umsatzrendite von 18 Prozent. Schon in diesem Jahr soll diese Zahl möglichst gesteigert werden, langfristig auf über 20 Prozent.

"Jetzt machen wir entschlossen Tempo", sagte Lutz Meschke zum Abschluss seines Vortrags. Damit bezog er sich auf das neue Programm "Road to 20", das durch Kosteneffizienz und zukunftsgerichtete Investitionen die Marge verbessern soll, aber auch auf die Offensive bei neuen Modellen - und das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, das dieses Jahr sein 100-Jähriges feiert und an dem Porsche mit dem 718er teilnimmt.

Blume outet sich als Fan von Wissings Vorstoß

Blume, der VW- und Porsche-Chef in Personalunion ist, sprach sich indirekt sehr deutlich für den Vorstoß von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) bei der EU aus. Wissing hatte gefordert, dass es beim geplanten Verbrenner-Aus ab 2035 eine Ausnahme für Modelle gibt, die mit synthetischen Kraftstoffen, sogenannten E-Fuels, betankt werden.

E-Fuels seien sinnvoll "im Bestand und in der Nische", sagte Blume und würdigte ausdrücklich, "dass die Bundesregierung entsprechende Schritte unternimmt".

Dabei hat er wohl vor allem den Porsche 911 im Blick, der auf Dauer mit Verbrennungsmotor fahren soll und der im vergangenen Jahr mehr als 40.000 Mal verkauft wurde. Damit würde er selbst dann nicht mehr unter die Ausnahmeregelung fallen können, wenn die Produktion in eine eigene Gesellschaft ausgelagert werden würde. Denn nur Hersteller mit weniger als 10.000 Fahrzeugen sollen nach bisherigem Entwurf auch weiterhin Otto- und Dieselantriebe nutzen dürfen.

 


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Gas geben bei der Elektrifizierung

Bei allen anderen Modellen geht Porsche konsequent Richtung E-Mobilität. 2030 sollen mehr als 80 Prozent der neuen Porsches vollelektrisch unterwegs sein, der Hochlauf findet vor allem ab 2025 statt. Der Macan wird - mit Verspätung - ab 2024 auch als vollelektrisches Modell angeboten.

2025 folgt der 718, der wenig später schon nicht mehr als Verbrenner angeboten wird. Der Cayenne ist das nächste Modell, das umgestellt wird. Noch nicht gelüftet wurde das Geheimnis, welches neue Modell Porsche in der Pipeline hat. Es soll ein neues vollelektrisches SUV oberhalb des Cayenne ein, mit neuem Fahrzeugkonzept und weitgehenden autonomen Fahrfunktionen.

 


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Dividende von einem Euro

Hochzufrieden zeigten sich die zwei Porsche-Manager über die Entwicklung der Aktie, insbesondere nach dem Börsengang im vergangenen Jahr. Porsche sei in eine neue Ära eingetreten, erklärte Blume. Das Unternehmen will die für Porsche symbolträchtige Summe von 911 Millionen Euro an die Stammaktionäre ausschütten, was einer Dividende von einem Euro pro Aktie entspricht. Für Vorzugsaktien gibt es 1,01 Euro. Das Ergebnis lag bei rund 5,40 Euro pro Aktie. Der Konzernumsatz stieg um 13,6 Prozent auf 37,6 Milliarden Euro. 309 884 Fahrzeuge wurden ausgeliefert.

Für das laufende Jahr visiert das Unternehmen laut Finanzvorstand Meschke eine Umsatzrendite von 17 bis 19 Prozent an, was bei dem ebenfalls prognostizierten Umsatz zwischen 40 und 42 Milliarden Euro mindestens einen Gewinn auf Vorjahresniveau ergibt.

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