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SWEG steigt auf der Frankenbahn schon wieder aus

Anfang des Jahres hatte die landeseigene Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) Verbindungen auf der Frankenbahn von der insolventen Abellio übernommen. Jetzt kündigt das Unternehmen den Ausstieg an. Das sind die Hintergründe.

Hettich
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SWEG
Seit Anfang des Jahres fährt die landeseigene Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) den Heilbronner Hauptbahnhof an. Jetzt kündigte das Unternehmen überraschend den Ausstieg an.  Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archiv

Die SWEG fährt Verbindungen von Tübingen und Stuttgart über Heilbronn nach Mannheim und Osterburken. Als das landeseigene Unternehmen ankündigte, die Strecken der Abellio BW, Tochter eines niederländischen Konzerns, zu übernehmen, war das ein Paukenschlag. Nicht minder überraschend ist jetzt der Rückzug. Zum Betreiberwechsel Anfang des Jahres hatte SWEG-Chef Tobias Harms gegenüber der Stimme bekräftigt, das Engagement sei langfristig angelegt, man werde sich bei der anstehenden Ausschreibung um die Strecken bewerben.

SWEG begründet Rückzug mit Tarifkonflikt

Jetzt der Rückzug. "Die SWEG wird sich an der anstehenden Ausschreibung der derzeit durch die SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS) gefahrenen Verkehre nicht beteiligen und damit das Unternehmen SBS nicht dauerhaft übernehmen", heißt es in einer Mitteilung. Das habe der Aufsichtsrat entschieden. Als Grund führt das Unternehmen einen Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL an.  „Wir haben uns die Entscheidung nicht leichtgemacht“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Lahl, „aber die unkalkulierbaren Streikmaßnahmen der GDL waren der zentrale Grund, so zu entscheiden.“ 

Wer bewirbt sich jetzt um die Strecken im Raum Heilbronn?

Das Unternehmen lehnt es ab, mit der GDL über einen Tarifvertrag mit dem Gesamtkonzern zu verhandeln. Die Abellio-Nachfolgerin SBS ist hiervon nur ein Teil. Nachdem sich die SWEG zurückzieht, kommen andere Unternehmen zum Zug. Nahe liegt, dass sich die DB Regio bewirbt. Sie hatte vor Jahren wegen eines Formfehlers bei der Vergabe einiger Linien im Neckartal den Kürzeren gegenüber den privaten Konkurrenten Abellio und Go Ahead gezogen. 

Neuer Besitzer spätestens Ende 2023

Go Ahead ist von der Abellio-Insolvenz nicht betroffen und fährt weiter den Regionalexpress zwischen Stuttgart, Heilbronn und Würzburg. Die Abellio-Strecken waren im Rahmen einer Notvergabe befristet für zwei Jahre an die SWEG vergeben worden. Jetzt wechselt die SBS spätestens Ende 2023 erneut den Besitzer. 

GDL kritisiert Rückzug und kündigt weitere Aktionen an

Die GDL hat den Rückzug auf der Frankenbahn kritisiert. Die SWEG habe sich als Arbeitgeber "demaskiert", heißt es in einer Mitteilung. "Dumping geht offenkundig vor", wirft die Gewerkschaft dem Unternehmen vor.

 

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