Massive Unterrichtsausfälle in Schulen am Dienstag
An manchen Schulen in der Region läuft am Dienstag so gut wie nichts. Lehrkräfte werden für die Teilnahme an der Personalversammlung freigestellt, andere beteiligen sich am Streikaufruf der Gewerkschaft.
Die Versammlung des örtlicher Personalrats (ÖPR) des staatlichen Schulamts Heilbronn ist wie eine Betriebsversammlung: Den Lehrkräften aller Schulformen (außer Gymnasien) muss die Teilnahme ermöglicht werden. Doch wie viele Pädagogen am Dienstag, 28. November, zu diesem Zweck in der Fleiner Flina zusammenkommen, ist offen.
Personaltreffen der Lehrkräfte: Beteiligung ist ein Überraschungsei
Zwar sei die Beteiligung "immer ein Überraschungsei", wie der ÖPR-Vorsitzende Harald Schröder beobachtet hat. Der GEW-Sprecher im Kreis Heilbronn weiß aber auch, dass seine Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zeitgleich bundesweit zum Warnstreik aufgerufen hat.
"Dass Streiktag und Personalversammlung zusammenfallen, ist Zufall", sagt Schröder. Wie viele der etwa 500 beim Schulamt Heilbronn angestellten Lehrkräfte, die mit dem Aufruf zum Bildungsstreik aufgefordert werden, zur Kundgebung nach Karlsruhe fahren, kann er auch nicht wissen.
Schüler und Eltern müssen am Dienstag mit massiven Unterrichtsausfällen rechnen. So hat unter anderem die Franz-Binder-Verbundschule in Neckarsulm darüber informiert, dass "aufgrund der Personalversammlung und abwesender Kollegen" der Unterricht am 28. November ab 10.20 Uhr entfällt.
Warnstreiks soll Arbeitgeberseite zu einem Angebot bewegen
"Wir wollen mit Warnstreiks die Arbeitgeberseite dazu bewegen, uns ein Angebot zu machen", sagt Franz Peter Penz. Der an der Heilbronner Christiane-Herzog-Schule tätige Hauptpersonalrat Berufliche Schulen sitzt als Angestelltenvertreter in der Tarifkommission Bund. Eine Gehaltssteigerung um 10,5 Prozent fordert seine Seite, mindestens aber 500 Euro mehr. Und einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte.
Es gehe um einen Inflationsausgleich, aber auch darum, eine große Ungleichheit zu beseitigen, so Penz: "Die Kommunen haben letztes Jahr einen ganz guten Abschluss hingekriegt." Will heißen: Lehrkräfte, die direkt bei einer Kommune angestellt sind, bekommen schon jetzt mehr Gehalt, nicht aber die, die das Land beschäftigt. In ganz Baden-Württemberg arbeiteten um die 10.000 Lehrer im Angestelltenverhältnis.
Schlechte Lehrerversorgung produziert mehr Ausfälle
Wer zur Personalversammlung des ÖPR kommt, wird an einem GEW-Stand im Foyer über die laufenden Tarifverhandlungen informiert. Und der Unterrichtsausfall durch Versammlung und Streik? Harald Schröder "muss ehrlichkeitshalber sagen: Die größten Ausfälle entstehen durch die schlechte Lehrerversorgung und Krankheiten."
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