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Künstliche Intelligenz: Stefanie Baade aus Heilbronn in Führung des KI-Bundesverbands

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Heilbronn entwickelt sich zum Schwergewicht bei der Künstlichen Intelligenz. An das Potenzial der Stadt hat Stefanie Baade schon lange geglaubt, jetzt rückt sie in Geschäftsführerin auf.

Stefanie Baade hat ein Spitzenamt beim KI-Bundesverband.
Foto: Mario Berger
Stefanie Baade hat ein Spitzenamt beim KI-Bundesverband. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Wie es mit der Künstlichen Intelligenz (KI) in Deutschland weitergeht, wird in den nächsten Jahren maßgeblich in Heilbronn mitbestimmt. Hier entsteht der Innovation Park Artificial Intelligence (Ipai) in den Steinäckern bei Neckargartach. Heilbronn ist vorn dabei und hat jetzt auch in der Führung des KI-Bundesverbands eine einflussreiche Stimme: Stefanie Baade, die zurzeit noch eine Masterarbeit schreibt, ist dort seit kurzem stellvertretende Geschäftsführerin.

In Heilbronn sollen nicht allein über den Ipai die Firmen miteinander ins Gespräch kommen, sich vernetzen und gemeinsame Projekte anstoßen. Vom "Lebenszyklus KI" spricht Stefanie Baade und beschreibt damit den umfassenden Ansatz, der ihrer Ansicht nach in der Region Heilbronn verfolgt werde. Neben Ipai und KI in der Wirtschaft sei sie in Schulen ein Thema sowie in den Hochschulen. "Das ist in Europa einmalig."

Bundesverband für Künstliche Intelligenz: Darum geht es der Unternehmensvertretung

Der Bundesverband versteht sich mit über 400 KI-Unternehmen als das größte KI-Netzwerk in Deutschland. Darauf liege natürlich der Fokus, sagt die 30-Jährige, die in Gerlingen aufgewachsen ist und in Heilbronn wohnt. "Wir wollen den Wirtschaftsstandort stärken." Damit meint sie nicht allein den Deutschen, sondern den Europäischen. Es sei wichtig, den kleinen Unternehmen eine Stimme zu geben. Bei KI tue sich einiges, auch wenn bei vielen Menschen draußen eher amerikanische Anwendungen eingesetzt würden. Das liege an der Ausrichtung: Deutsche KI-Firmen würden sich mit ihren Produkten an Firmen wenden, weniger an Endkunden. "Wir haben eine hohe Innovationskraft."

 


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Bei Gesprächen bekommt Stefanie Baade vor allem eines immer wieder mit: KI-Unternehmen suchen Rechenkapazitäten, gerade um ihre Produkte zu trainieren. "Das ist das wesentliche Thema." Start-ups hätten zudem Schwierigkeiten, finanziert zu werden. Als einen Leuchtturm bezeichnet sie Aleph Alpha aus Heidelberg. Das Unternehmen hat im Herbst 2023 eine halbe Milliarde Euro von zahlreichen Firmen bekommen, unter anderem von der Dieter-Schwarz-Stiftung.

Regulierung von KI: So schätzt die Gruppierung die Bestrebungen ein

Der Bundesverband begleitet die Politik, die die KI regulieren will. Mit den bekannten Schritten ist Stefanie Baade "teils, teils" zufrieden. Kritisch sieht der Bundesverband, wie die Unternehmen und ihre Anwendungen beim Risiko bewertet werden sollen. Sie wünscht sich hier keine pauschale Einordnung, sondern eine anwendungsbasierte.

"KI liegt mir", sagt Stefanie Baade, die sich schon als Kind für Technik interessiert hat. Sie saß an Spielekonsolen, programmierte und hat in der Schule einen Schwerpunkt auf Physik gelegt. In Hof studierte sie International Management, wollte dabei zugleich mehr über die IT wissen. "Ich wollte es verstehen, wenn auch nicht unbedingt programmieren können", sagt sie. Vor zwei Jahren hat die 30-Jährige damit begonnen, den nächsten Studienabschluss draufzusetzen. Sie strebt den Master of Business Administration in Wirtschaftsinformatik und Digitaler Transformation an der Hochschule Heilbronn an. Abschlussarbeit und Bundesverband will sie unter einen Hut bringen. Den Master strebt sie weiterhin an. "Das Ziel ist noch vorhanden."

Deutschlandweit unterwegs bekommt Stefanie Baade immer wieder mit, wie stark Heilbronn im KI-Fokus steht. "Das Interesse bei Firmen ist groß, in den Ipai zu gehen." Sie erinnert sich dabei zugleich an ihren Umzug nach Heilbronn vor drei Jahren. Warum dorthin?, sei sie mehrmals gefragt worden. Stefanie Baade glaubte schon damals an das Potenzial, das die Stadt hat. "Da passiert etwas, ich habe es kein bisschen bereut."

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