Heilbronn
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Buga-Duscher in Heilbronn wurden schon wieder zerstört

Dritter Fall von Vandalismus an beliebtem Skulpturen-Sextett am Heilbronner Neckarbogen: Drei der sechs Buga-Duscher wurden Beine und Körper abgetrennt. Viele Passanten fragen sich, wer macht sowas? Nun schaltet sich auch der OB ein.

Kilian Krauth
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Lesezeit 1 Min
Bereits im April 2020 hatten bis heute unbekannte Täter eine Figur im Neckar versenkt. Jetzt wurde das Kunstwerk "Die Duscher" erneut beschädigt.  Foto: Kilian Krauth

Traurig, unglaublich, ärgerlich: Fußgänger und Radfahrer, die dieser Stunden die Kranenbrücke oder den Fußweg zum Heilbronner Stadtteil Neckarbogen passieren, können es kaum fassen. Am beliebten Skulpturen-Sextett auf der Mittelinsel im historischen Wilhelmskanal wurden erneut Figuren zerstört. Drei der sogenannten Buga-Duscher wurden oberhalb der Knöchel die Beine mitsamt Oberkörper abgetrennt. Während am Standplatz nur noch Stümpfe zu sehen sind, liegen die drei dazugehörigen Körper am nördlichen Schleusentor im Neckarwasser.

„Sehr enttäuscht und zutiefst verärgert“, zeigte sich am Abend auch Oberbürgermeister Harry Mergel. Man werde Anzeige erstatten und die Versicherung kontaktieren. Der Schaden sei noch nicht zu beziffern. Ob und wo die Figuren wieder aufgestellt werden könnten, muss laut OB Mergel noch geklärt werden.

Über die Täter ist nichts bekannt. Allein das weiße T-Shirt einer Figur ist mit einem dicken Stift beschmiert. Falls die Signatur vom Täter stammt, dürfte sie auch Rückschlüsse auf dessen Intelligenzquotienten zulassen, meint ein Passant.

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Erst seit März "sicherer" Standort

Erst im März war das Kunstwerk von Christel Lechner wieder komplett. Nachdem es im September 2021 bereits zum zweiten Mal Opfer von Vandalismus geworden war, konnte ein restaurierter Freischwimmer "wieder seinen Badeaufsichtsposten beziehen". So teilte die Stadtverwaltung damals mit.

Wie hoch der Schaden diesmal ausfällt, ist noch unklar.  Foto: Kilian Krauth

Gleichzeitig hatten die lebensecht wirkenden Duscher damals den Standort gewechselt. Ursprünglich standen sie am leicht zugänglichen Ostufer. Im März wurden sie dann auf dem Mittelsteg der Wilhelmschleuse platziert, "auch um spontanen Vandalismus möglichst zu verhindern", wie Rathaussprecherin Suse Bucher-Pinell damals durchblicken ließ. Doch selbst diese Sicherungsmaßnahme konnte gegen die erneute blinde Zerstörungswut nichts bewirken.

Künstlerin steht eigentlich für Freundlichkeit

Während der Bundesgartenschau 2019 war die Installation vielen Besuchern ans Herz gewachsen. Das Sextett avancierte gar zum Selfie-Hotspot. Groß war das Entsetzen als dann im April 2020 bis heute unbekannte Täter zunächst eine Mädchen-Figur zerstörten und nach deren Restauration im September 2021 ein weiterer Duscher demoliert wurde. Dabei versteht Christel Lechner ihre Figuren, so sagte sie einmal im Stimme-Interview, als "freundliche Spiegelbilder von uns selbst".

 

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