Immer mehr Haushalte mit schnellem Internet – Manche Orte hinken beim Ausbau hinterher
Baden-Württemberg investiert viel Geld in den Breitbandausbau. Davon profitiert auch der Landkreis Heilbronn. Doch manche Orte können vom schnellen Internet bislang nur träumen.

94 Prozent der Haushalte in Baden-Württemberg sind laut dem Ministerium für Digitales mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s versorgt. Als eine "Jahrhundertaufgabe" bezeichnet Digitalisierungsminister Thomas Strobl (CDU) die Strategie. Im nördlichen Teil des Landkreises Heilbronn kann man davon bislang nur träumen – zumindest in einigen Kommunen.
„Dieses Jahr hat uns immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt", sagte Bernd Henkel von der Infrafibre Networks (IFN) Ende 2023. IFN ist ein Schwesterunternehmen der BBV (Breitbandversorgung Deutschland). Die wiederum ist für den Breibandausbau in vielen Kommunen im Norden zuständig.
Gundelsheim habe man beispielsweise bereits "ans Licht gebracht", dort wurde der Spatenstich im September 2022 gesetzt. Im vergangenen Juni war Neuenstadt an der Reihe, im September folgten Jagsthausen sowie Neudenau. In Roigheim lief es hingegen nicht ganz so reibungslos ab.
Breitbandversorgung: In Möckmühl sind Haushalte bislang nicht ans Netz angeschlossen
In Möckmühl ist nicht die BVV für den Ausbau zuständig, sondern die Firma NetCom. Noch befindet sich das Unternehmen dort im Ausbau, Haushalte sind bisher nicht an das Netz angeschlossen. Dort zahlt die Kommune selbst für die Verlegung, bekommt die Kosten allerdings in großen Teilen durch Zuschüsse wieder.
Zwischen Mai 2021 und Dezember 2023 hat das Land 1,47 Milliarden Euro an Landesfördermitteln für den Breitbandausbau zur Verfügung gestellt und mehr als 243.000 neue Glasfaseranschlüsse in Baden-Württemberg gefördert.
Neue Glasfaseranschlüsse: Zwischen Baubeginn und Fertigstellung vergehen drei Jahre
„Für 183 Förderprojekte haben wir im Jahr 2023 rund 450 Millionen Euro Fördermittel bewilligt. Damit können wir mehr als 74.000 neue Glasfaseranschlüsse realisieren", sagt Thomas Strobl. Weitere rund 710 Millionen Euro habe der Bund für Breitbandförderprojekte in Baden-Württemberg bereitgestellt. "Zusammen also rund 1,16 Milliarden Euro." Derzeit vergehen laut Digitalisierungsbericht vom Baubeginn der Maßnahme bis zur Fertigstellung durchschnittlich knapp drei Jahre.
In der Kraichgau-Kommune Siegelsbach ist die Deutsche Giganetz tätig. Und kann rund 15 Monate nach dem Spatenstich fast schon Vollzug vermelden. Bereits rund 99 Prozent der Tiefbauarbeiten für das neue Glasfasernetz seien erfolgreich abgeschlossen, teilte das Unternehmen Ende des vergangenen Jahres mit. In den ersten Monaten des neuen Jahres werde man die ersten Haushalte sukzessive freischalten.
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