Nächste Woche wird die neue Brücke in Weinsberg eingeschoben
Der Ersatz für eine Bahnunterführung in Weinsberg wird kommende Woche in den Dammbereich eingesetzt. Die Strecke zwischen Heilbronn und Öhringen ist deshalb zwischen 15. und 20. August gesperrt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet. Warum Anlieger Hotelgutscheine erhalten haben?

Jetzt wird's ernst: Monatelang haben Mitarbeiter der Firma Zürcher Bau direkt neben den Gleisen an der Weinsberger Hirschbergstraße aus Stahlbeton eine neue Eisenbahnbrücke gebaut. Nächste Woche soll die alte Brücke abgebrochen und das neue Bauwerk 40 Meter entfernt eingeschoben werden. Weil es laut werden kann, haben Anwohner Hotelgutscheine bekommen. Wegen der Arbeiten sind die Gleise zwischen Heilbronn und Öhringen von 15. bis 20. August gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet.
Das gibt es nicht alle Tage
Es ist zwar "nur" ein Durchlass für Radfahrer und Fußgänger. Aber dass eine Brücke vor Ort gebaut wird und dann als Ganzes in einen bestehenden Bahndamm eingesetzt wird: So etwas kommt nicht alle Tage vor. In der Weinsberger Hirschbergstraße ist es nun so weit. Die kommende Woche ist genau getaktet: Montag bis Mittwoch Abbruch der alten Brücke, Mittwoch auch gleich Verschub der neuen Brücke, heißt es auf Nachfrage der Heilbronner Stimme bei der Pressestelle der Deutschen Bahn.
Dazu wird auf Betonstreifenfundamente eine sogenannte Verschubbahn hergestellt. "Auf dieser Verschubbahn ,gleitet" die neue Brücke mit Hilfe von Hydraulikpressen und einem Gleitmittel an die endgültige Position", erläutert eine Sprecherin der Bahn den Ablauf.
Die Brücke wiegt 500 Tonnen
Das 500 Tonnen schwere Bauwerk wird auf punktförmig hergestellte Fundamente abgelassen - so kommt der Durchlass auf seine richtige Höhe. Danach muss vergossen, verfüllt und verdichtet werden; Schienen, Schotter und Schwellen sind einzubauen, Signal- und Kommunikationstechnik ist einzurichten, sagt die Sprecherin.
Die Bahn investiert 2,5 Millionen Euro
Die Deutsche Bahn investiert nach eigenen Angaben 2,5 Millionen Euro in den neuen Durchlass unter den Gleisen an der Hirschbergstraße. Die Bürger "profitieren künftig von einem deutlich komfortableren Fuß- und Radweg", heißt es aus der Bahn-Pressestelle. Die alte Unterführung stammt aus den 1860er Jahren. Die letzte Sanierung war vor etwa 100 Jahren. Der Neubau hat mit 2,50 Metern eine Standardhöhe für derartige Durchlässe. Große Menschen müssen keine Sorge mehr haben, sich den Kopf anzustoßen. An der Breite ändert sich nichts: 2,60 Meter waren es bisher und werden es künftig sein.
Im Winter wurde mit dem Bau der neuen Unterführung aus Stahlbeton begonnen - die Arbeiten blieben nicht ohne Beeinträchtigungen für die Anlieger. Sie werden in der jetzt anstehenden heißen Phase noch einmal besonders auf die Probe gestellt, denn große Gerätschaften werden im Einsatz sein. Die machen Krach. Die Bahn hat daher vorgesorgt: "Umliegende Anlieger erhielten Hotelgutscheine", sagt die DB-Sprecherin in Stuttgart.
Busse im Einsatz
Abbruch und Verschub gehen auch nicht ohne Beeinträchtigungen für den Verkehr auf der Schiene vonstatten. Die Bahnstrecke ist von Montag bis Samstag, 15. bis 20. August, gesperrt. Die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) und die Westfrankenbahn haben zwischen dem Heilbronner und dem Öhringer Hauptbahnhof Busse im Einsatz.
Anfang August haben die Vorarbeiten für den Verschub des neuen Durchlasses begonnen. Seitdem ist die nahe, kleine Saubachunterführung gesperrt. Offen ist aktuell der noch bestehende Durchlass an der Hirschbergstraße. Zwischen diesen beiden Unterführungen wird der neue Durchlass angelegt.
Wenn am kommenden Montag, 15. August, plangemäß die eigentlichen Abbrucharbeiten starten, öffnet die Bahn laut Pressemitteilung die Saubachunterführung wieder - "ab dann ist die Unterführung an der Hirschbergstraße dauerhaft geschlossen", heißt es weiter. Der Durchlass wird zurückgebaut, die Lücke wird verfüllt.
Sperrung für den Baustellenverkehr
Bereits seit 1. August bis voraussichtlich Monatsende ist der Heidenbaumweg von der alten Eisenbahnbrücke bis zum Durchlass am Saubach gesperrt. Der Abschnitt wird laut Bahn für den Baustellenverkehr benötigt. "Die Zufahrt vom Gewerbegebiet Ellhofen bleibt für Anlieger geöffnet", schreibt die Deutsche Bahn.
Voraussichtlich können Radler und Fußgänger die neue Unterführung, die den Stadtseepark mit der Stadtmitte verbindet, ab Ende September nutzen.
Infos zum Ersatzverkehr
Der Fahrplan für den Schienenersatzverkehr ist auf der Homepage der Stadt unter www.weinsberg.de abrufbar.
Was passiert mit dem Durchlass am Saubach?
Was künftig mit dem kleinen Durchlass am Saubach, wenige Meter westlich der neuen Bahnunterführung, geschieht, ist noch offen. Der Mini-Tunnel soll zwar erhalten bleiben, doch ob er auch weiterhin von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden soll, wenn nur wenige Schritte entfernt ein komfortabler, neuer Durchlass vorhanden ist?
Zumal die Verkehrssicherungspflicht nach Angaben der Weinsberger Stadtverwaltung schwierig ist: Der Weg ist zum Beispiel oft feucht. Die Alternative heißt Renaturierung. Abschließend entscheiden muss das der Gemeinderat.
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