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Nachverdichtung in Willsbach sorgt für Diskussion

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Der Stellplatzschlüssel für das innerörtliche Baugebiet "Spatzenhof" in Obersulm-Willsbach sorgte im Gemeinderat für viele Wortmeldungen. Auslöser des Konflikts war, dass der Projektträger einen Änderungsantrag zur Anzahl der Wohneinheiten stellte.

Von Gustav Döttling
Der Stellplatzschlüssel für das innerörtliche Baugebiet "Spatzenhof" in Obersulm-Willsbach sorgte im Gemeinderat für viele Wortmeldungen.
Der Stellplatzschlüssel für das innerörtliche Baugebiet "Spatzenhof" in Obersulm-Willsbach sorgte im Gemeinderat für viele Wortmeldungen.  Foto: Döttling, Gustav

Zahlreiche Anwohner des neuen innerörtlichen Baugebiets auf dem Areal Spatzenhof in Obersulm-Willsbach waren in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf die Beratung der Neuaufstellung des Bebauungsplans gespannt.

Bereits 2005 hatte der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss gefasst. Aus dem 2019 durchgeführten Investorenauswahlverfahren ging die Marquardt Projektentwicklungs GmbH und Co.KG aus Herrenberg mit den fai-Architekten Göppingen als Sieger hervor. Geplant waren 36 Wohneinheiten in vier Mehrfamilienhäusern mit 42 Tiefgaragenstellplätzen, sieben oberirdischen Stellplätzen und mit einem Stellplatzschlüssel von rund 1,4 Stellplätzen pro Wohneinheit.

 


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Für das Filetstück mitten im Ort wünscht sich die Gemeinde ein vorbildhaftes Projekt

"Die 40 Ar große Baulücke in der innersten Ortsmitte von Willsbach soll als Wohnbaufläche der innerörtlichen Nachverdichtung dienen, wie man es sich als Gemeinde für ein vorbildhaftes Projekt wünscht", erläuterte Ingenieur Ralf Plieninger vom Vermessungsbüro Käser.

Hier sei für Wohnbebauung eine höhere Grundflächenzahl von 0,6 möglich. Die Baufenster seien großzügig bemessen, so dass keine Befreiungen für Balkone oder Eingangsüberdachungen nötig seien. "Der Entwurf sieht vier Baukörper mit zwei und drei Vollgeschossen und einem zurückgesetzten Staffelgeschoss vor, die sich von ihrer Dimensionierung gut in die bauliche Umgebung einpassen", stellte sein Kollege, Stadtplaner Kevin Anders, den vom Projektentwickler modifizierten Entwurf vor. Nach dem neuen Entwurf werden die beiden großen Maisonette-Wohnungen geteilt, so dass zwei zusätzliche kleinere Wohneinheiten entstehen.

 


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Mit einem Änderungsantrag kippt der Stellplatzschlüssel

Weil in der Tiefgarage auf zwei Ebenen aber nur ein weiterer Stellplatz generiert werden kann, würde der Stellplatzschlüssel auf 1,3 Stellplätze pro Wohneinheit sinken. Tiefgarage und oberirdische Stellplätze werden über die Pestalozzistraße und den Spatzenbergweg angefahren. Im südlichen Bereich des Areals stellt ein Fußweg zum Marktplatz eine Verbindung in die Ortsmitte her.

"Beibehalten würden die fünf vorgesehenen sozialgebundenen Wohnungen", erläuterte Bürgermeister Björn Steinbach. "Die Reduzierung der Stellplätze hat uns schon beschäftigt", sagte Monika Steg (SPD). Zur Mischung im Quartier gehörten auch größere Wohnungen. Wegen der zentralen Lage würde ihre Fraktion einem geringeren Stellplatzschlüssel jedoch zustimmen. "Wir haben einen Schlüssel von 1,4 genehmigt und sehen die Reduzierung auf 1,3 kritisch", erklärte Nico Knapp (CDU). "Wir dürfen nicht leichtfertig mit den Parkplätzen umgehen und sollten auf dem Schlüssel 1,4 bestehen", meinte Ulrich Hohl (FWV).

Die Fraktionen streiten mit mehreren Anträgen

"Nur wegen des kleineren Schlüssels sollten wir nicht die ganze Planung infrage stellen, das ist Kleinkrämerei", sagte Armin Waldbüßer (Grüne). Hermann Hohl von der CDU monierte, dass kein Vertreter des Projektentwicklers anwesend sei, um die Planänderung zu begründen. Dem stimmte Armin Waldbüßer zu und beantragte, die Entscheidung zu vertagen, um Marquardt eine Stellungnahme zu ermöglichen. Diesen Antrag lehnte das Gremium jedoch ab. Benjamin Friedle (Grüne) beantragte, die Planung mit Wohnungsteilung zu genehmigen, aber den Stellplatzschlüssel von 1,4 festzuschreiben. "Die 1,4 muss er bringen", sagte SPD-Fraktionssprecher Michael Schepperle und beantragte, nur eine große Wohnung zu teilen und den Schlüssel beizubehalten.

Für die FWV forderte Ulrich Hohl, die ursprüngliche Planung mit 36 Wohneinheiten zu billigen und 43 Stellplätze in der Tiefgarage und sieben oberirdisch auf dem Areal zu genehmigen.

Eine Sitzungsunterbrechung bringt den Durchbruch

Nach einer Sitzungsunterbrechung zogen Grüne und SPD ihre Anträge zurück, und die Räte beschlossen einstimmig die Aufstellung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren gemäß dem Antrag der FWV. In der Bürgerfragestunde äußerten mehrere Anwohner ihre Bedenken zur Parkplatzsituation in ihrem Wohngebiet und zu einer befürchteten Überlastung der Kanalisation.

 
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