Brand in Oedheim: Stahlteile knicken wie Streichhölzer um
Nach dem Brand in einer Werkstatthalle in Oedheim ist das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Die Löscharbeiten dauerten bis in die späte Nacht.

Fensterscheiben der Lagerhalle sind geschmolzen, Eisenelemente eines Hochregallagers wie Streichhölzer umgeknickt, Stahlskelette von Gabelstaplern und Traktoren stehen in dem ausgebrannten Gebäude, das mehr einer Ruine gleicht. Eine enorme Hitze muss beim Brand in der Werkstatthalle vergangenen Mittwochabend gegen 19.40 Uhr in Oedheim geherrscht haben.
Ein Zeuge dreht mit seinem Mobiltelefon ein Video. Es ist zu sehen, wie die Flammen aus dem Gebäude schlagen. Eine dicke, schwarze Rauchwolke zieht von der Halle ab. Sie ist kilometerweit sichtbar. Brennende Holzbalken knarzen. Ein explosionsartiger Knall von geplatzten Reifen ist zu hören. Ausgelaufener Kraftstoff fängt Feuer. Es scheint, als brenne die Straße.
Verunreinigtes Wasser abgefangen
Sven Kübler, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Oedheim, erklärt einen Tag danach, dass ein Großteil des Diesels und des Heizöls verbrannt sei. Der Rest gelangt in die Kanalisation und von dort in die Kläranlage. Dort sei er abgefangen worden. Zudem sei ein Saugwagen im Einsatz gewesen. "Das Wasser in der Kanalisation wird von einer Fachfirma an einer Seite durchgespült und an er anderen Seite wieder abgesaugt." Zu einer Verunreinigung der Gewässer sei es nicht gekommen.
Am Donnerstag ist das Ausmaß deutlich. Etwa 500.000 Euro Schaden sind entstanden. Verletzt wurde niemand. In der Werkstatthalle wurden vor dem Brand landwirtschaftliche Geräte repariert.
Mehr als fünf Stunden dauert es, bis die letzten Glutnester gelöscht sind, erklärt Kübler. Die Nachtwache sei bis in die Morgenstunden am Brandort gewesen. 145 Feuerwehrleute aus Oedheim und den benachbarten Wehren Neckarsulm, Bad Friedrichshall und Heilbronn sind bei dem Brand im Einsatz.
Fensterscheiben sind geborsten
Aufgrund der enormen Hitze und des intensiven Brandes reicht das Löschwasser aus dem Wassernetz nicht aus. Die Feuerwehrleute entnehmen aus dem Kocher Wasser und pumpen es über eine lange Distanz an den Brandort. Es drohte, dass die Flammen auch umliegende Gebäude erfassen. "Durch Ruß- und Hitzeeinwirkung sind ein paar Fensterscheiben geborsten", sagt Kübler. Es sei geringer Sachschaden entstanden.
In der Halle gefüllte Flaschen mit Schweißgas drohen, aufgrund der enormen Hitzeeinwirkung zu explodieren. Die Feuerwehr richtet einen Sicherheitsbereich ein und kühlt die Flaschen für 24 Stunden. Erst dann gehe von ihnen keine Gefahr mehr aus, erklärt Kübler. Auf dem Video des Zeugen ist zu hören, dass es aufgrund von Schweißarbeiten zu dem Brand gekommen sei. Das Polizeipräsidium Heilbronn kann das nicht bestätigen. Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten an. Laut Polizeibericht waren 21 Fahrzeuge der Feuerwehr im Einsatz. Elf Rettungsfahrzeuge mit 30 Kräften und sieben Polizisten waren vor Ort.
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