Bad Friedrichshall
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Stadt Bad Friedrichshall überplant Baulücken: Wohnraum soll entstehen

Der Gemeinderat startet Bebauungsplanverfahren, um Bauvorhaben zu ermöglichen. Zu massive Projekte sollen jedoch verhindert werden. Was maßvolle Nachverdichtung ist, wurde diskutiert.

Katharina Müller
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Stadt Bad Friedrichshall überplant Baulücken: Wohnraum soll entstehen
Zwischen Süd- und Bahnhofstraße liegt seit Jahren ein Grundstück brach, das jetzt bebaut werden soll. Der Gemeinderat stellt einen Bebauungsplan dafür auf. Foto: Katharina Müller  Foto: Müller, Katharina

Zwei größere Grundstücke zwischen Bahnhof- und Südstraße sowie am Krautgartenweg in Bad Friedrichshall sollen verkauft werden. Bei der Stadt gingen bereits Anfragen von möglichen Investoren ein, was dort gebaut werden darf, berichtete Bürgermeister Timo Frey in der Gemeinderatssitzung. Um Bebauung im Sinne der Nachverdichtung zuzulassen, gleichzeitig aber auch Einfluss auf Maß und Gestaltung zu haben, schlug die Verwaltung vor, Bebauungsplänen aufzustellen. Die Stadträte fassten jeweils einen Aufstellungsbeschluss.

Der Bürgermeister betonte in Richtung der Grundstückseigentümer, die sich im Plangebiet befinden: "Die Geltungsbereiche können noch verändert werden. " Einige Anwohner hatten im Vorfeld wohl Bedenken geäußert und abgelehnt, ins Plangebiet aufgenommen zu werden. "Es ist verständlich, dass sie zum Beispiel Grünflächen erhalten wollen. Die Folge ist aber, dass diese dann auch später nicht bebaut werden können", verdeutlichte Michael Reiß (CDU). Während des Bebauungsplanverfahrens können Anwohner noch Vorbehalte einbringen, erklärte Timo Frey.

Grundstück einer ehemaligen Gärtnerei liegt seit längerer Zeit brach

Auf dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Bahnhofstraße und Südstraße in Kochendorf befand sich früher einmal eine Gärtnerei, informierte Bauamtsleiter Enno Loose. "Die Fläche liegt schon lange brach." Es gelte dort ein sehr alter Bebauungsplan aus dem Jahr 1964, der lediglich Baulinien festsetze. Würde man diesen so beibehalten, würde zur Genehmigung von Bauvorhaben der Paragraf 34 des Baugesetzbuches herangezogen, nachdem sich Gebäude in die Umgebung einfügen müssen, erläuterte Enno Loose. Da es in der Südstraße jedoch viele hohe Gebäude gibt, sei es aus Sicht der Stadt wichtig, den Bebauungsplan zu überarbeiten. So könne der Gemeinderat Einfluss nehmen und sehr hohe, massive Gebäude verhindern. Rathauschef Frey betonte in diesem Zusammenhang, dass die Stadt das Gebiet und andere Gebiete nicht im Auftrag eines Bauherrn entwickele, sondern im Eigeninteresse.

Im Gebiet "Bahnhofstraße/Südstraße" wird laut Sitzungsvorlage das Ziel verfolgt, eine maßvolle Verdichtung zu ermöglichen und das Baulandpotential in der Nähe zur Stadtbahn-Haltestelle Kochendorf und zum Schwarz-Campus in der "Oberen Fundel" auszuschöpfen. Die Kosten des Bebauungsplanverfahrens soll der Grundstückseigentümer tragen, da er auch einen Vorteil daraus ziehe, sagte Enno Loose.

Werner Wally (CDU) wollte vom Stadtbaumeister wissen, wie genau sich die Verwaltung eine maßvolle Verdichtung vorstelle. "Da gehen die Meinungen auseinander", betonte er. Loose sagte, dass die Details noch zu klären seien, er aber ein zweigeschossiges Haus mit Staffelgeschoss oder Satteldach angemessen finde. Das sei zumindest die Diskussionsgrundlage.

Grünfläche soll zu Bauland werden

Auch beim Bebauungsplan "Krautgartenweg West" in Kochendorf war die Anfrage eines Investors ausschlaggebend, das Areal überplanen zu wollen, sagte Frey. Dort stehe das 1280 Quadratmeter große Grundstück Lange Straße 4 zum Verkauf. Dieses ist laut Sitzungsvorlage mit einem Einfamilienhaus bebaut. Eine Teilfläche könne zur Verbreiterung des Krautgartenwegs genutzt werden, um weitere Grundstücke nördlich des Fußwegs zu erschließen. Auch hier gilt ein alter Bebauungsplan, der an der betreffenden Stelle eine Grünfläche vorsieht, erläuterte Enno Loose. Um eine Bebauung zu ermöglichen, sei also eine Änderung des Plans notwendig. Umliegende Grundstückseigentümer hätten jedoch bereits signalisiert, dass sie kein Interesse an einer Entwicklung haben.

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Wohnraum ist jedoch extrem nachgefragt in Bad Friedrichshall, führte Silke Ortwein (SPD) ihren Gemeinderatskollegen vor Augen. Deshalb finde sie: "Es ist immer sinnvoll, zu verdichten, wo Brachland ist." Den Ort immer weiter auszudehnen, sei hingegen nicht der richtige Weg.

Platz für Natur soll erhalten bleiben

Der Gemeinderat hat kürzlich beschlossen, dass ein Klimaschutzbeauftragter eingestellt werden soll. Auch wenn dieser noch nicht da ist, wollte Werner Wally (CDU) wissen, was in Sachen Klimaschutz in den beiden zu entwickelnden Gebieten passieren soll, das über das normale Maß hinausgehe. Timo Frey verwies auf die üblichen Arten- und Naturschutz-Untersuchungen und versicherte, das für Grünflächen Platz bleibe. "Wir schonen durch die Innenentwicklung aber auch Grünfläche außen." Silke Ortwein (SPD) erinnerte daran, dass die Stadt immer wieder mehr vorgeschrieben habe, als das Gesetz verlange. Zum Beispiel bei Schottergärten.

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