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Homepage-Deal

Ermittlung gegen Widderns Bürgermeister Kevin Kopf eingestellt

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Die Staatsanwaltschaft Heilbronn ermittelte seit letztem Jahr im sogenannten Homepage-Deal gegen Widderns Bürgermeister Kevin Kopf. Jetzt äußert sich der Bürgermeister.

von dpa und Simon Gajer

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den Bürgermeister der Stadt Widdern, Kevin Kopf, wegen des Verdachts der Untreue eingestellt. Der Vorwurf gegen den parteilosen Politiker habe sich nicht bestätigt, teilte die Anklagebehörde am Donnerstag in Heilbronn mit. 

Es war geprüft worden, ob der Bürgermeister ohne Einhaltung des notwendigen Verfahrens per Eilentscheidung Aufträge im Zusammenhang mit der Internetseite der Stadt Widdern vergeben und dadurch Zahlungen in Höhe von bis zu 90.000 Euro veranlasst haben soll. Zunächst hatte die "dpa" darüber berichtet.

Ermittlungen gegen Widderns Bürgermeister Kevin Kopf im Homepage-Deal eingestellt

Das Vergabeverfahren entsprach zwar nicht den Vorgaben, so die Anklagebehörde.  Der Verdacht eines Vermögensschadens bei der Kommune habe sich aber nicht bestätigt und es habe auch keinen persönlichen Vorteil für Kopf gegeben.

Mit der gleichen Begründung wurden den Angaben zufolge auch die Ermittlungen gegen die Stellvertreterin des Bürgermeisters eingestellt.

So reagiert der Bürgermeister

Bürgermeister Kevin Kopf ist "sehr erleichtert", wie er im Telefonat mit stimme.de sagt. Das gilt in doppelter Hinsicht: dass die Ermittlungen überhaupt eingestellt wurden. Und dass die Homepage-Saga damit zum Ende kommt. "Das war der Abschluss", sagt er am Rande einer Ausfahrt mit Senioren.

Das ganze Ausmaß der Krise kam sukzessive ans Tageslicht, ausgelöst im Gemeinderat von Ratsmitglied Thomas Schäfer. Er hakte Anfang 2022 in einer öffentlichen Sitzung beim Bürgermeister nach, ob er über einen Rücktritt nachdenke und wie er es mit Verantwortung halte. Näheres nannte er nicht, auch Kevin Kopf ging damals nicht ins Detail. Kevin Kopf sagte aber, dass er nicht zurücktreten. Das Gremium hatte zu diesem Zeitpunkt bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit davon erfahren, dass die Homepage weitaus teurer wurde, als vom Gemeinderat genehmigt worden war.

Das Drama kommt ans Tageslicht

Im Laufe der Zeit kam das Drama schließlich ans Tageslicht: Der Gemeinderat hatte im August 2020 insgesamt 90.000 Euro freigegeben, damit die Stadt die eigene Homepage sowie den Internetauftritt samt Ticketsystem für die Kulturhalle gestalten kann. Laut Bürgermeister stellte sich aber heraus: Die Stadt hatte lediglich das Gerüst der Homepages bestellt, die Inhalte mit Texten und Fotos mussten noch hinzukommen. Im Rathaus hätten die Kapazitäten gefehlt, um dies zu leisten. Im Sommer 2021 beauftragte Kevin Kopf schließlich ein weiteres Unternehmen damit – ohne den Gemeinderat zu informieren. Die Zeit habe gedrängt, so die Begründung des Bürgermeisters. Die Sanierung der Halle stand kurz vor dem Abschluss, die Einweihung mit Programm nahte, die Internetseiten hätten fertig werden müssen. Eine Kostenaufstellung an den Gemeinderat zeigte im Herbst 2022, dass die Ausgaben für die Homepage bei über 190.000 Euro lagen. 

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