Einblicke in die Großbaustelle des Schwarz IT-Campus in Bad Friedrichshall
Der Bad Friedrichshaller Gemeinderat und die Verwaltung haben den zukünftigen IT-Campus in der Oberen Fundel besichtigt. Während noch vor kurzem viel Fantasie nötig war, um sich den neuen Komplex vorzustellen, ist nun schon vieles in der Realität erkennbar.

Wo unter der Woche derzeit 180 Bauarbeiter mit schwerem Gerät - und beim zukünftigen Innenausbau sogar bis zu 1000 - unterwegs sind, herrschte am Sonntag Ruhe. Eine Gelegenheit für Gemeinderat und Verwaltung, sich bei strahlendem Sonnenschein unter Führung von Josef Klug, Immobilien-Geschäftsführer der Schwarz-Gruppe, und von Projektleiter Daniel Topic einen Eindruck von der Großbaustelle des IT-Campus in der Oberen Fundel vermitteln zu lassen.
Mehrere Stationen erkundet
Durchaus berechtigt, wie Josef Klug befand. Immerhin habe nicht nur das Unternehmen intensiv am Projekt gearbeitet, sondern über Monate hinweg auch die Stadt mit ihren Gremien. Sei bisher "viel Fantasie, was entstehen soll", gefragt gewesen, ließen sich die zukünftigen Gebäude bereits gut erkennen. "Der Bau ist die in Stein gemeißelte Planung", unterstrich er beim zweistündigen Rundgang zu mehreren eindrucksvollen Stationen im 15,6 Hektar großen Areal.
Eine Frage, die den Räten auch in Erinnerung an die archäologische Untersuchung und den Baustopp aufgrund von Einsprüchen sofort unter den Nägeln brannte: Wie sieht es angesichts der Corona- und Materialsituation mit den Kosten und der Terminschiene aus? Dazu versicherte Daniel Topic: "Wir sind im Zeitplan." Zu den Kosten machte Josef Klug "ganz andere Rückhaltungen" des Unternehmens geltend: "Wir stehen zu unserem Wort und werden nichts an der Fassade einsparen oder an der Qualität ändern, um das zu kompensieren."
Viel Grün und ein Teich sind geplant
Am zukünftigen Gebäude E entlang der Amorbacher Straße (K2117) zeigten sie den "halben Innenhof", der durch Technikgebäude ergänzt wird und im "Berliner Verbau" mit Absicherung der Baugrube durch Trägerbohlwände entsteht. Nach dem Gang über den inneren Bereich mit später viel Grün und sogar einem Teich ließ der Höhenblick über das ansteigende Gelände mit 17 Metern Unterschied das Anwachsen des Parkdecks mit später fünf Ebenen erkennen.
"Wir wachsen gleichzeitig in die Breite und in die Höhe", verdeutlichte er die Bauweise, bei der aktuell 15, später sogar 21 Kräne im Einsatz seien. Eine Ebene komplett fertigzubauen, nehme zu viel Fläche in Anspruch, die derzeit noch für die Logistik benötigt werde. Insgesamt würden Beton und 30.000 Tonnen Stahl verbaut.
Weitere Einblicke bot die schon gegossene Bodenplatte des späteren Gebäudes A oder die gut zu erkennende terrassierte Bauweise für Parkdecks und Bürogebäude am Rande zur Heilbronner Straße. "Insgesamt bewegen wir 450.000 Kubikmeter Erde", sagte Daniel Topic. 370.000 davon seien bereits abtransportiert, 60.000 verblieben zur Geländemodellierung.
Der Hochbau war das Highlight
Das provisorische Regenüberlaufbecken am Fuße der Baustelle mit 1000 Kubikmetern Fassungsvolumen wird laut Klug im Endausbau durch ein wesentlich größeres auf der anderen Seite des neu zu gestaltenden Knotenpunkts abgelöst. Lob gab es vom Rat für zwei Zisternen mit je 1000 Kubikmeter zur Bewässerung der Grünanlagen sowie die bereits errichtete und begrünte Lärmschutzwand. Der Hochbau war das Highlight der Führung: "Das nächste wird die äußere Erschließung, der Umbau des Knotens, die Rad- und Gewegeführung sowie die S-Bahnhaltestelle sein", sagte Josef Klug bis zur Gesamtfertigstellung 2025/26 voraus.
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