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"Dance for Tolerance" will in Heilbronn Zeichen für queere Gemeinschaft setzen

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Am Samstag, 19. August, führt der "Dance for Tolerance", eine Art "Mini-Loveparade", einmal quer durch die Stadt. Die Veranstalter wollen der LGBTQIA+-Community eine Plattform geben. Was dahinter steckt und was geboten wird, erklärt Organisator Tim Braun.

Tim Braun ist Organisator des "Dance for Tolerance" in Heilbronn.
Tim Braun ist Organisator des "Dance for Tolerance" in Heilbronn.  Foto: Privat

Eine Art "Mini-Loveparade" soll es werden, bei der Wagen mit tanzenden und feiernden Menschen durch Heilbronns Innenstadt ziehen. "Für Weinfreunde beispielsweise gibt es in der Region viele Veranstaltungen. Für Fans von elektronischer Musik und Techno gibt es in Heilbronn aber weniger Angebote", sagt Tim Braun, der deshalb gemeinsam mit Lukas Zimmermann "Dance for Tolerance" ins Leben gerufen hat, eine Demonstration und eine Musikparade gleichermaßen, die am kommenden Samstag stattfindet.

Doch den beiden Veranstaltern geht es um mehr als um Musik. "Wir wollen der LGBTQIA+-Community eine Plattform geben, sie sichtbar machen", sagt Braun, der die angemeldete Demo als ein Zeichen verstanden wissen will. "Es geht um Toleranz, um Akzeptanz, um Frieden, um Empathie und Nächstenliebe", sagt der 35-Jährige. "Wir wollen nicht gegen etwas, sondern für die gute Sache tanzen." Es soll um Themen gehen wie (Alltags-)Rassismus, den immer noch schwelenden Krieg in der Ukraine, die Organisatoren wollen sich einsetzen für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung von Behinderten, Minderheiten und Randgruppen.

Was beim "Dance for Tolerance" geboten wird

Sechs LKW mit großen Soundanlagen fahren einmal quer durch die Stadt, neben DJs aus der Region sind auch Künstler aus Berlin und der Schweiz dabei, die Techno, Techhouse und Reggaeton auflegen, dazu wird es ein Konzert der beiden Rapper Die Twinz aus Talheim geben. Beginn ist um 15 Uhr am Zukunftspark Wohlgelegen, anschließend geht es am Europaplatz vorbei über die Allee, über Süd- und Theresienstraße bis zum Telefunkenpark, wo die Veranstaltung um 20 Uhr mit einigen Kundgebungen endet. Eine Anmeldung für Besucher ist nicht notwendig.

Eine Afterparty gibt es im Club Nordend in der Neckarsulmer Straße, wo Braun Geschäftsführer ist und an jedem ersten Donnerstag im Monat Partys für die queere Community stattfinden. "Wir leben im Jahr 2023. Obwohl es schon Fortschritte gibt, gibt es in Heilbronn noch keinen richtigen Platz für die Community, einen Safe Space, an dem man sich treffen kann", so Braun und verweist auf den ehemaligen Club Cousteau, eine für alle offene Schwulen- und Lesben-Bar, die im Herbst 2017 ihre Pforten schloss. "Wie groß die Community in der Region wirklich ist, kann keiner sagen. Viele leben vielleicht im Geheimen und wollen sich nicht zeigen. Wir wollen Unterstützung sein", sagt Braun.


So hat sich die Musikdemonstration finanziert

Unterstützt wird die Musikparade auch von der Stadt Heilbronn, die die kurzzeitigen Straßensperrungen für die Demonstration organisiert. Finanziert haben die Veranstalter den "Dance for Tolerance" mit privaten Mitteln, durch Spenden und durch einem Aufruf auf einer Online-Fundraising-Plattform. Tim Braun hofft auf eine große Beteiligung - nicht nur von jungen Menschen. "Es geht darum, zu zeigen, dass uns diese Themen nicht egal sind und dass wir gemeinsam etwas bewegen können."

 

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