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Erweiterung der Eppinger Hellberg-Grundschule: Streit wegen Standort

Um den Ganztagsbetrieb ab 2026 gewährleisten zu können, braucht die Hellberg-Grundschule in Eppingen mehr Platz. Eine Variante ist, Richtung Friedhof zu erweitern. Eine andere Variante birgt Potenzial für Nachbarschaftsknatsch. Warum jetzt eine schnelle Entscheidung nötig ist:

Jörg Kühl
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Lesezeit 2 Min
Eppinger Hellberg-Grundschule braucht mehr Raum. Wo genau gebaut wird, darüber streiten sich Verwaltung und Gemeiderat.
Favorisierte Lösung der Stadt: Pavillon 1 der Grundschule (rechts) erhält einen Anbau. Nachteil: Dieser würde an ein Wohnhaus (links) heranrücken.  Foto: Kühl, Jörg

Die Fraktionen im Eppinger Gemeinderat wollen bei der Erweiterung der Hellberg-Grundschule nochmal alle Planungsvarianten prüfen. Nächster Termin wäre der Technische Ausschuss am 26. Juni.

Hintergrund ist die Vorstellung des Sachstandes des Projekts vor der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Der städtische Architekt Thomas Frey präsentierte dort eine von der Verwaltung favorisierte Standortvariante. Es handel sich um einen etwa 24 Meter langen und 12 Meter breiten zweigeschossigen Anbau östlich des bestehenden Pavillons 1.

Im vorigen Jahr waren den Fraktionen im Gemeinderat mehrere Standortvarianten vorgestellt worden. Darunter auch eine Erweiterung im Bereich des Pavillons 5 der Gemeinschaftsschule im Westen und damit in Richtung Friedhof. Die Gemeinschaftsschule würde in dieser Planungsvariante den Pavillon 2, der an Pavillon 1 der Grundschule grenzt, abgeben. Zwischenzeitlich war als dritte Variante im Gespräch, die Pavillons 2 und 3 jeweils mit einer Erweiterung in nördliche Richtung zu vergrößern.

Was die Gemeinderäte zu dem Problem sagen

Eppinger Hellberg-Grundschule braucht mehr Raum. Wo genau gebaut wird, darüber streiten sich Verwaltung und Gemeiderat.
Pavillon 5 der Gemeinschaftsschule: Eine Erweiterung in Richtung Friedhof wird von von einigen Gemeinderäten als konfliktfreie Variante bevorzugt.  Foto: Kühl, Jörg

Wie Frey erläuterte, hätte die von der Veraltung favorisierte Lösung den Vorteil, dass die erweiterte Grundschule in einem baulichen Zusammenhang bliebe. Außerdem sei das in den 90er Jahren errichtete Gebäude damals schon auf eine Erweiterung an der jetzt geplanten Stelle baulich vorbereitet worden. Dritter Vorteil: Brandschutzmängel am Bestandsgebäude könnten durch den Anbau gleich mitbeseitigt werden.

Nachteil der Erweiterung des Grundschulpavillons: Der Anbau würde an ein Wohnhaus heranrücken. Mitglieder aller Fraktionen zeigten sich nach dem Sachstand irritiert. Tenor der Kritik: Die Verwaltung habe sich zu schnell auf eine Variante festgelegt.

 

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Melanie Veith (CDU) fragte , warum der Anbau an Pavillon 5 im Westen nicht mehr in der Planung ist. Die Variante sei von ihrer Fraktion favorisiert worden. Dem schloss sich der Vorsitzende der Fraktion Freie Wähler, Jörg Haueisen, an. "Dieser Standort gefiel mir auch am besten." Er bat darum, die Planungsvariante mit der konfliktfreien Erweiterung in Richtung Friedhof nochmals dem Gremium vorzustellen. Hartmut Kächele, Fraktionschef der SPD, mahnte, Rücksicht auf die Nachbarschaft zu nehmen. "Nicht dass die Anwohner auf künftige Belastungen besonders sensibel reagieren." Kächele regte ferner an zu prüfen, ob ein Neubau durch eine Umorganisation der Gebäudefunktionen innerhalb des Schulkomplexes vermeidbar sei.

Welcher Umstand zu besonderer Eile drängt

Auch aus der Fraktion der Grünen gab es Kritik. "Ich dachte, wir sprechen über verschiedene Standorte. Stattdessen nur über einen. Das ist mir zu früh", sagte Brigitte Hilker. Die Planungen für den Anbau dürften nicht auf den Grundschulpavillon beschränkt bleiben.

Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke verwies auf den engen Zeitplan. Hintergrund seien Antragsfristen für Fördermittel. Wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht, erhält die Stadt für die Planungskosten in Höhe von 120.000 Euro eine Förderung von 84.000 Euro, das entspricht einer Quote von rund 70 Prozent.

 

Für das laufende Jahr ist vom Land Baden-Württemberg ein weiteres Förderprogramm für die Ganztageseinrichtung angekündigt. Dies soll nach letztem Informationsstand der Stadtverwaltung im Windhundverfahren erfolgen. Um hier schnell agieren zu können, hat die Verwaltung ein Planungsteam beauftragt. Es besteht aus dem Architekturbüro Mattes Riglewski aus Heilbronn, und weiteren Fachplanern. Es soll sicherstellen, dass bei einem angekündigten Förderprogramm Pläne und Kostenberechnung schnell eingereicht werden können. Über die Höhe der Baukosten und die Förderquote liegen der Stadtverwaltung laut dem für Bildung zuständigen Stadtsprecher Sönke Brenner noch keine genauen Zahlen vor.

Mit dem Ganztagsförderungsgesetz soll eine Betreuungslücke geschlossen werden, die für viele Familien nach der Kita-Zeit entsteht. Ab August 2026 sollen zunächst alle Grundschulkinder der ersten Klassenstufe einen Anspruch erhalten, ganztägig gefördert zu werden. Der Anspruch wird in den Folgejahren um je eine Klassenstufe ausgeweitet. Damit hat ab August 2029 jedes Grundschulkind der Klassenstufen eins bis vier einen Anspruch auf ganztägige Betreuung.

 
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