Anwohner in Richen protestieren gegen geplante Einbahnstraße
Der Zwinger in Richen soll mit Hilfe einer Einbahnstraße verkehrsberuhigt werden. Am 26. September steht dazu die Auftragsvergabe auf der Agenda des Gemeinderats. Nun kommt es zum Protest in allerletzter Sekunde.

Protest in allerletzter Sekunde: Am Dienstagabend steht die Vergabe der Bauarbeiten zur Verkehrsberuhigung im Richener Zwinger auf der Tagesordnung des Eppinger Gemeinderats. Bürger haben jedoch in den vergangenen Tagen 127 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Sie fühlen sich nach eigenen Angaben überrumpelt.
Mehr als 30 Bürger aus dem Zwinger und dem angrenzenden Neubaugebiet Am Fischersrain haben sich Montagmorgen vor Ort eingefunden. Horst Knopp zeigt eine Liste mit Unterschriften. 127 sollen es sein. "Die haben wir Oberbürgermeister Klaus Holaschke und Bürgermeister Peter Thalmann überreicht", berichtet er. Dazu ein Anschreiben an die Verwaltungsspitze mit Argumenten und Meinungen.
Warum der Gemeinderat im Sommer für die Einbahnstraßenlösung votiert hat
Zur Erinnerung: Der Zwinger ist eine Tangente, die von Autofahrern gerne genutzt wird, um innerhalb der bogenförmig abbiegenden Ittlinger Straße abzukürzen und dabei die örtlichen Blitzer zu umgehen. In der Julisitzung hatte der Gemeinderat beschlossen, den mittleren Teil des Zwingers mit Hilfe einer Einbahnstraße zu beruhigen.
Die Bürger wissen, dass die Beschlüsse gefasst sind. Doch eine winzige Chance wollen sie sich nicht entgehen lassen. Sie wollen zumindest einen Aufschub der Vergabe der Bauarbeiten erwirken, um damit Zeit zu gewinnen, über eine Alternative nachzudenken "Wir fordern den Gemeinderat und die Verwaltung auf, ein Durchfahrtverbot mit Ausnahme für Anlieger zu prüfen", sagt Knopp, der gemeinsam mit Christa Edwell und dem Ehepaar Strouhal die Anliegen der Bürger bündelt.
Was die Anlieger befürchten
Die Anlieger fürchten, dass die Einbahnstraße nicht vor Raserei schützt, sondern dass das Fehlen des Gegenverkehrs noch schnellere Durchfahrten ermöglicht. Zweites Argument: Durch den Wegfall der Gegenrichtung ergeben sich Umwege. Hat man etwas vergessen, reicht es nicht, umzudrehen, sondern man muss das ganze Viertel umrunden. "Man fährt mit der Kirch ums Dorf", so drückt es Christa Edwell auf badisch aus.
Die Einwohner befürchten zudem, zu den Stoßzeiten an der Einmündung des Zwingers auf die Ittlinger Straße lange warten zu müssen, ehe sie sich einfädeln können. "Ein Lkw schleppt oft bis zu 30 Autos hinter sich her", so Knopp. Gisbert Strouhal fühlt sich in der Sache "nicht mitgenommen". Noch im Frühjahr 2022 sei von einer Spielstraße die Rede gewesen. "Das hätten wir mehrheitlich gut gefunden". Im Nachgang der Julisitzung des Gemeinderats 2023 habe er dann über die Zeitung von der Einbahnstraße erfahren. Die Unterzeichner der Protestnote sind der Auffassung, dass eine Ausschilderung des Zwingers nur einen Bruchteil dessen kostet, was der aktuell anstehende Ausbau der Straße in Höhe von beinahe 700.000 Euro an Geldern benötigt.
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