Krautheim
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Aggressiver Asylbewerber sorgt in Krautheim für Elternprotest

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Ein offenbar psychisch kranker Flüchtling aus Gambia soll in eine Unterkunft neben einen Kindergarten in Krautheim ziehen. Im Gemeinderat brachten besorgte Mütter ihre Bedenken vor.

Die ehemalige Schule in Oberginsbach dient der Stadt als Flüchtlingsunterkunft. Doch ein aggressiver Bewohner hat bereits mehrere Fenster eingeworfen.
Die ehemalige Schule in Oberginsbach dient der Stadt als Flüchtlingsunterkunft. Doch ein aggressiver Bewohner hat bereits mehrere Fenster eingeworfen.  Foto: Stefanie Jani

Ein Flüchtling, der wiederholt aggressives Verhalten an den Tag gelegt hat, soll neben dem Katholischen Kindergarten St. Josef in Krautheim einziehen. Denn im angrenzenden ehemaligen Schwesternheim richtet die Stadt eine Anschlussunterbringung für Asylbewerber ein. Um zu verhindern, dass der Mann, der offenbar psychisch krank ist, dort untergebracht wird, sammeln einige Eltern nun Unterschriften.

„Wir haben Angst um unsere Kinder“, so Elternsprecherin Christine Koppe bei der Bürgersprechstunde in der Krautheimer Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Ihnen sei klar, dass es nie einen hundertprozentigen Schutz gebe, aber man möchte „einem Asylbewerber, der offensichtlich die Rechte und Pflichten unserer Gesellschaft, unserer Gemeinde mit Füßen tritt, kein Obdach neben unseren Kindern bieten“, verliest Koppe stellvertretend für die Elternschaft. Man sei für Integration, in diesem speziellen Fall habe man aber ein ungutes Gefühl.

Derzeitige Unterkunft wird für Ukrainer gebraucht

Der Gambier lebt derzeit mit vier weiteren Flüchtlingen in einer Unterkunft im Krautheimer Ortsteil Oberginsbach. Das geräumige Gebäude soll aber für eine größere Anzahl ukrainischer Flüchtlinge vorbereitet werden, deren Zuweisung laut Bürgermeister Andreas Köhler spätestens im März erwartet werde. Deshalb sollen die fünf jetzigen Bewohner perspektivisch in das Haus neben dem Kindergarten ziehen. Eine andere verfügbare Unterkunft habe die Stadt schlichtweg nicht, ließ Köhler die Räte sowie die anwesenden rund zehn Mütter in den Zuschauerrängen wissen. Man sei aber für Hinweise auf Gebäude in weniger kritischer Lage dankbar, so sein Appell.

In Oberginsbach soll der aggressive Asylbewerber bereits mehrere Scheiben eingeschlagen und einen Pkw an der Straße beschädigt haben. Außerdem ist er im Krautheimer Rathaus aggressiv geworden und habe mit Steinen nach Bürgermeister Andreas Köhler und einem weiteren Mitarbeiter geworfen, berichtet der Rathauschef dem Gremium. “Zum Glück hat er nicht getroffen“ und dadurch niemanden verletzt, so Köhler. Dennoch denke man über Sicherheitsmaßnahmen nach, wolle Mitarbeiter gegebenenfalls mit Pfefferspray ausrüsten.

Mehrere zerschlagene Scheiben sind mit OSB-Platten notdürftig geflickt.
Mehrere zerschlagene Scheiben sind mit OSB-Platten notdürftig geflickt.  Foto: Stefanie Jani

Auch im Landratsamt in Künzelsau wurden im Eingangsbereich an der Kfz-Zulassungsstelle diverse bauliche Sicherheitsvorkehrungen veranlasst und ein zusätzlicher Security-Mitarbeiter hinzugezogen. Dort hatte der Mann ebenfalls mit Steinen geworfen, die Scheiben durchschlagen haben, und dadurch Mitarbeiter gefährdet (wir berichteten). Die Behörde hat Strafanzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung gestellt. Derzeit befindet sich der Asylbewerber wohl in einer Klinik in psychiatrischer Behandlung.

Räte teilen die Sorgen

„Der Standort neben dem Kindergarten ist nicht für kritische Asylbewerber geeignet“, findet auch Stadtrat Thomas Dubowy. „Wenn man weiß, wie psychopathisch der sich verhält, sind die Sorgen der Mütter berechtigt“, ergänzt der Mediziner. Gabriele Abel zeigt sich „schockiert, wie das Landratsamt sich jetzt sichern muss“ und fragt sich, wie die Stadt Krautheim sich schützen solle, zumal auch die Menschen in Oberginsbach bereits Sorgen und Ängste in Bezug auf den Gambier hätten. Als Stadtrat Christoph Krebs jedoch die Funktionsfähigkeit des Rechtsstaats anzweifelt und den Flüchtling am liebsten in einer abgelegenen Hütte im Wald unterbringen will, ruft Bürgermeister Köhler zur Mäßigung auf.

Man dürfe nicht verschweigen, dass es mit manchen Flüchtlingen Probleme gebe, dass einige das Asylrecht missbrauchen, sagt Köhler. „Wir wollen diesen Menschen auch nicht in diesem Gebäude haben“, stellt er klar. Deshalb suche man ja nach Lösungen. Aber man sei eben auch rechtlich verpflichtet, den Gambier weiterhin unterzubringen. Man stehe in Kontakt mit dem Landratsamt und suche nach Möglichkeiten. Köhler hofft, dass der Mann eventuell in eine durch einen Sicherheitsdienst bewachte Flüchtlingsunterkunft des Kreises ziehen könne. Dafür spricht sich auch Thomas Dubowy aus. Ihm ist indes wichtig zu betonen, dass dies kein Asylbewerber-Problem sei, sondern ein Problem mit einer psychisch kranken Person. 

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