ADAC-Heidelberg-Historic erfreuet die Oldtimer-Fans in der Region
Die ADAC-Heidelberg-Historic startet nach der Corona-Pause wieder durch. 179 Fahrzeuge gehen ab Sinsheim an zwei Tagen auf die 530 Kilometer lange Strecke. Vor dem Rathaus in Zweiflingen machen die Fahrer-Teams wieder zur Durchgangskontrolle Halt.

Wohl dem, der sich am späten Samstagvormittag einen Platz im Schatten der Bäume ergattern konnte: Bei strahlendem Sonnenschein warten rund 50 Zuschauer auf die bestens gepflegten Oldtimer, die bald innerhalb der nächsten drei Stunden die Durchfahrtskontrolle vor dem Rathaus in Zweiflingen passieren werden. So wie Rolf Braun, der an der Seite des Moderators der ADAC-Heidelberg-Historic-Rallye, Michael Hageman, das Oldtimer-Spektakel beobachtet. Zahlreiche Handys werden gezückt, als die ersten Teilnehmer bei den Rallye-Mitarbeiterinnen Birgit Bischoff und Gisela Weber ihren Stempel fürs Fahrtenbuch abholen.
Auch der Bürgermeister hat Rallye-Erfahrung im Oldtimer
Recht eng scheint es für Fahrer und Beifahrer im Sportroadster der Marke Riley aus dem Jahr 1933 zuzugehen. Während die Fahrt im zweifarbigem Nachkriegs-EMW-Cabriolet, Baujahr 1950, für den Zuschauer schon wieder ganz gemütlich anmutet. Die Erfahrung, dass sich so eine Oldtimer-Rallye nicht dazu eignet, im historischen Fahrzeug die Landschaft zu genießen, hat Zweiflingens Rathauschef Klaus Gross schon gemacht. Vor einigen Jahren war Klaus Gross selbst als Beifahrer bei einer Oldtimer-Rallye dabei. "Ständig war man mit dem genauen Streckenverlauf oder mit dem Fahrtenbuch beschäftigt. Es war unglaublich anstrengend", erinnert er sich. Nichtsdestotrotz fiebert Besucher Klaus Löchner darauf, in ein paar Jahren mit seinem BMW Z3 an einer Oldtimer-Rallye teilzunehmen. "Dann ist der James-Bond-Sportwagen aus dem Kinofilm "GoldenEye" nämlich endlich ein Oldtimer", berichtet der Zweiflinger.
Technische Details und Besonderheiten
Langweilig wird es den Zuschauern bei der kurzen Durchfahrtskontrolle in Zweiflingen nicht: Dafür sorgt Moderator Hagemann mit seinen kernigen Sprüchen. Dazu hat der Bayer noch allerlei Wissenswertes zu den technischen Details und Besonderheiten der einzelnen Vertreter des "Garagengolds". "Wenn der Morgan Plus 8 über eine Zigarettenkippe fährt, dann spürt man, ob es sich dabei um eine mit oder ohne Filter handelt", stellt der Bayer zum Fahrkomfort eines teilnehmenden Roadsters fest. Warum der Volvo P 1800 ES unter Oldtimer-Kennern Schneewittchensarg genannt wird, der Motor des Porsches 914-6 wie der eines VW-Käfer klingt oder warum der VW-Käfer von 1974 aufgrund von US-amerikanischen Importbestimmungen eine konvexe Windschutzscheibe aufweist, erfahren die Zuschauer ebenso. Und dass sich die seitlich angebrachten Tanks für Benzin und Öl beim gelben Porsche aus dem Jahr 1972 wegen der Verwechslungsgefahr auf Dauer nicht bewährt hätten.
Ebenso wird auf Bitten des Ansagers Hund Otti vorgestellt, der seit 13 Jahren im Jaguar-Cabriolet seiner Halter bei der Heidelberg Historic mitfährt. Für die Besucher wird auch demonstriert, wie ein Hüne von Fahrer im Kleinstwagen BMW 600, dem Nachfolger der Isetta, Platz findet. Zur Nebensache werden da die Regenwolken, die plötzlich den Himmel über Zweiflingen verdunkeln. Doch das Wetter hält.
Rund 250 Helfer an der gesamten Strecke im Einsatz
"Haltung annehmen. Der Rallye-Leiter naht", kommentiert der Moderator, als er Michael Steiner bei den beiden Helferinnen an der Durchfahrtskontrolle erspäht. Zufrieden zeigt sich Steiner mit dem Ablauf der Veranstaltung. Vor allem mit dem Wetter. "Es ist ein Glück, dass es heute nicht regnet. Schon wegen der zahlreichen offenen Fahrzeuge", freut er sich. Rund 1000 Arbeitsstunden hat der Brettener in die praktische Umsetzung der Heidelberg Historic investiert. "Mehrmals musste die Strecke abgefahren werden. Das Roadbook musste erstellt und die einzelnen Wertungsprüfungen vorbereitet werden", erklärt Steiner. "Rund 250 Helfer hatten wir auf der gesamten Rallye-Strecke von 530 Kilometer eingesetzt", weiß Steiners Begleiter Christopher Sass vom ADAC Nordbaden.



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