Wie Rettungshunde in Heilbronn für den Ernstfall trainieren
Einmal im Jahr ist es so weit: Rettungshunde müssen zeigen, was sie drauf haben. Einige Einblicke in einen Prüfungstag für Rettungshunde und deren Frauchen und Herrchen.

Was passiert, wenn Menschen vermisst werden und die Polizei oder Rettungskräfte kaum eine Möglichkeit mehr haben, die Vermissten zu finden? Für solche Fälle bildet der BRH, der Bundesverband der Rettungshunde, regelmäßig Hunde aus, die im Ernstfall Menschen in riesigen Gebieten aufspüren, und so oft Menschenleben retten können.
Es geht um Leben oder Tod
Damit solche Einsätze, bei denen es häufig um Leben und Tod geht, erfolgreich verlaufen, und die Hunde im besten Fall die Vermissten rechtzeitig aufspüren können, müssen Rettungshunde einmal pro Jahr eine Prüfung ablegen. Ein solcher Prüfungstag fand am Wochenende wieder statt.
In den Wäldern rund um den Sitz des Vereinsgebäudes müssen die Hunde drei versteckte Personen in einem vorher festgelegten Gebiet und in maximal 25 Minuten aufspüren. Wichtig ist dabei, dass der Hundeführer vorher seinen genauen Plan angibt, wie er mit dem Hund laufen möchte. Außerdem darf das Tier nicht zu weit weglaufen, es muss stets auf das Kommando seines Hundeführers reagieren können. Findet ein Hund einmal nicht rechtzeitig alle drei Menschen in dem bis zu 30 000 Quadratmeter großen Gelände oder verstößt anders gegen die Regeln, kann eine Prüfung zwar wiederholt werden, allerdings muss bis zum nächstmöglichen Prüfungstermin, teilweise auch an anderen Standorten, gewartet werden.
Hundestaffel wird nur durch die Polizei alarmiert
Das Einsatzgebiet des Unterländer Rettungshundeverbands erstreckt sich über den gesamten Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie den Hohenlohekreis. "Im Notfall, wenn besonders viele Hunde gebraucht werden, rücken wir auch noch weiter aus," berichtet der Verbandsvorsitzende Timo Riexinger, "theoretisch dann sogar im gesamten Regierungsbezirk Stuttgart."
Alarmiert wird die Hundestaffel immer durch die Polizei, eine Notfallnummer für Privatpersonen gibt es nicht. "Bei den Einsätzen handelt es sich meist um Demenz- oder Suizidfälle", erzählt die Hundeführerin Anja Wagner. "Im Durchschnitt haben wir so zwei bis drei Einsätze im Monat." Trainiert wird mit den Hunden allerdings mindestens zweimal pro Woche, berichtet Wagner. "Der schlimmste Einsatz, an den ich mich erinnern kann, war, als ein junges Mädchen vermisst wurde", erinnert sich die Helferin zurück. "Das war schon ungewöhnlich, gerade weil die Vermisste so jung war und die Suche sehr lange gedauert hat."
Da der Verband vollkommen ehrenamtlich organisiert wird, gehören die Hunde den Mitgliedern privat. "Wichtig ist, dass der Hund Spaß am Spiel hat", erzählt Anja Wagner über die Voraussetzungen: "Der Hund muss neugierig sein und Menschen mögen. Denn am Ende ist es für die Hunde ja alles nur ein großes Spiel".
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