Heilbronn
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Der SpoSpiTo-Pass steht für mehr Bewegung für Schüler und weniger Elterntaxis

Sporteln, Spielen und Toben stehen bei dem Bewegungspass im Vordergrund. Ein positiver Nebeneffekt ist auch, dass die Umwelt geschont wird, wenn die Eltern ihre Kinder nicht mehr in die Schule fahren.

Maike Skerstins
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Aktionstag gegen Elterntaxis
Am 25. April startet das kostenlose Projekt an drei Schulen in Heilbronn. Die Abkürzung SpoSpiTo steht für Sporteln, Spielen und Toben.  Foto: Marijan Murat (dpa)

Mit Spiel und Bewegung zu mehr Gesundheit und weniger Autofahrten. Am ersten Tag nach den Osterferien (25. April) bekommen die Schüler an drei Schulen in Heilbronn einen Pass ausgehändigt. Der sogenannte SpoSpiTo-Bewegungspass soll die Kinder zu mehr Klimaschutz und Sport animieren. Die Abkürzung steht für Sporteln, Spielen und Toben.

Sechs Wochen ohne Elterntaxi zur Schule

Der Clou an der Aktion ist, wer innerhalb von sechs Wochen mindestens 20 Mal zur Schule radelt, rennt oder läuft und nicht von den Eltern gefahren wird, bekommt die Chance auf einen Preis. „Unser Ziel ist es, zum einen die Verkehrssituation vor den Grundschulen durch weniger Elterntaxis zu entschärfen, zum anderen soll der SpoSpiTo-Bewegungs-Pass die Kinder zur Bewegung an der frischen Luft animieren“, so Thomas Gansert, der das bundesweite Projekt leitet.

Gefährliche Verkehrs-Situationen vor den Schulen

Das hohe Verkehrsaufkommen vor den Schulen kennt auch Sabine Görmez. Die Schulleiterin der Grundschule Heilbronn-Biberach berichtet, dass teilweise sogar das Ordnungsamt ausrücken musste, um den Kindern einen sicheren Schulweg zu gewährleisten. Gefährliche Verkehrssituationen sind auch dem Polizeipräsidium Heilbronn bekannt. „Oft halten die Eltern an Bushaltestellen, auf Geh- und Radwegen, in zweiter Reihe oder im Halteverbot, um ihre Kinder ‘nur ganz kurz aus- beziehungsweise einsteigen zu lassen’, so Polizeisprecher Yannick Zimmermann. Zum Teil entstünden dadurch erhebliche Rückstaus und gefährliche Situationen für alle Verkehrsteilnehmer.

Elterntaxis verzögern die Entwicklung der Kinder

Die Polizei Heilbronn weist in ihren Schulwegtrainings daraufhin, dass Elterntaxis die Entwicklung von Kindern zur selbstständigen Mobilität verzögern. Sinneserfahrungen wie Richtungshören oder Abstands- und Geschwindigkeitseinschätzungen könnten dadurch nicht erlernt werden.

Klimaschutz, Eigenständigkeit und Gesundheit stehen im Mittelpunkt

Mit solchen Aktionen wie dem Bewegungspass, ist sich Schulleiterin Görmez sicher, könne man bei Kindern gute Gewohnheiten etablieren. „Die Kinder kennen den Grundgedanken schon durch andere Aktionen wie „Zu Fuß zur Schule“, meint die 45-Jährige. Neben dem Spielfaktor sei auch der pädagogische Wert zu erwähnen. „Die Kinder freuen sich immer darüber zu zeigen, dass sie selbstständig sind. Auch der Wettbewerbsgedanke macht den Kindern Spaß“, weiß Görmez. Darüber hinaus liege der Fokus – neben Klimaschutz und der Eigenständigkeit – vor allem auf der Gesundheit der Schüler. „Bei den Kindern bedeutet der Schulweg oft eine halbe Stunde Bewegung am Tag.

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Mehrwert für die Eltern

Auch die Eltern haben dadurch einen Mehrwert, wenn sie die Kinder morgens nicht mehr zur Schule fahren müssen.“ 
Verlosung Für jeden Schulweg, den die Kinder ohne Auto gemeistert haben, unterschreiben die Eltern im Pass. Jeder, der teilnehmenden Schüler erhält nach sechs Wochen eine Urkunde und hat die Chance beim Gewinnspiel einen der Preise zu ergattern. Verlost werden Gewinne im Gesamtwert von 15.000 Euro. Darunter sind Scooter, Rucksäcke und Warengutscheine. Bundesweit nehmen mehr als 70.000 Schüler an der Aktion teil. Allein in Baden-Württemberg sind es insgesamt 30.000.

An dem Projekt beteiligen sich – neben der Grundschule Heilbronn-Biberach – auch die Wilhelm-Hauff-Schule und die Albrecht-Dürer-Schule in Heilbronn. Am Montag geht es für die 190 Schüler der Grundschule Heilbronn-Biberach los. „Erst werden wir über die Erlebnisse während der Osterferien sprechen und danach über den Pass“, erzählt Görmez.


Schulwegtraining bei der Polizei Heilbronn

Mit dem SpoSpiTo-Bewegungs-Pass (seit 2019) sollen Kinder zur Bewegung an der frischen Luft animiert werden. Durch einen bewegten Einstieg in den Tag, können die Kinder wacher, ausgeglichener und konzentrierter durch ihren Alltag gehen. Das stärkt ihre Abwehrkräfte, und sie lernen frühzeitig mit den Herausforderungen des Straßenverkehrs umzugehen. Gefördert wird das Projekt von der Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg.

Weitere Infos zu einem Schulwegtraining bei der Polizei Heilbronn können Eltern und Schulen unter der Telefonnummer 07131 104 1042 erhalten. 

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