Millionen feiern 2012 - Böller tötet 27-Jährigen
Göppingen/Heidelberg - Grüß Gott, 2012! Millionen Menschen im Südwesten haben das neue Jahr mit Feuerwerk und Sekt hochleben lassen. Für einige jedoch endeten die Feiern tragisch.
Göppingen/Heidelberg - Bunte Leuchtraketen, laute Böller, Menschen, die sich in die Arme fallen: Millionen Baden-Württemberger haben den Beginn des Jahres 2012 fröhlich gefeiert. Die meisten Feste verliefen friedlich, doch vor allem in den Morgenstunden kam einiges an Arbeit auf die Polizisten zu. Bei vielen Dienststellen gingen hunderte Notrufe ein. Gemeldet wurden vor allem Schlägereien, Brände durch Raketen-Querschläger und Ruhestörungen. Einige Menschen verbrachten Neujahr im Krankenhaus.
Tödlicher Böller
Tragisch endete die Silvesterfeier für einen 27 Jahre alten Mann in Göppingen. Er starb am Neujahrsmorgen durch einen wohl selbst gebastelten Silvesterböller. Der Knallkörper war in der Hand des Mannes explodiert, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die Polizei ermittelt noch, ob das Todesopfer den Böller selbst gebastelt hat. Weitere solcher Knallkörper seien im Kofferraum des 27-Jährigen gefunden worden, sagte der Sprecher. Bei der Explosion wurden zudem sein 20 Jahre alter Bekannter schwer und ein 39 Jahre alter Mann leicht verletzt.
Durch Knaller verletzt
Ebenfalls ein selbst gebastelter Knaller verletzte zwei Jugendliche in Forbach (Kreis Rastatt) schwer. Die Teenager im Alter von 14 und 15 Jahren verloren nach Polizeiangaben Fingerglieder. Außerdem erlitten sie Verletzungen im Gesicht. In Pliezhausen (Kreis Reutlingen) beschossen Jugendliche ein Hausmeisterehepaar mit Signalpistolen. Der 50-jährige Mann wurde an Brust und Händen getroffen und musste behandelt werden.
In Dürmentingen (Kreis Biberach) wurde ein 44-Jähriger mit schweren Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem er sich beim Anzünden über einen Feuerwerkskörper gebeugt hatte. Auch eine 64-jährige Frau verbrachte Neujahr im Krankenhaus. Eine Rakete hatte sie in Krautheim (Hohenlohekreis) an der Brust erwischt und dort Verbrennungen hervorgerufen.
Zu exzessiv gefeiert
Einige, vor allem jüngere Silvestergäste fanden beim Feiern kein rechtes Ende. In den Morgenstunden uferten mehrere Partys aus. In Altlußheim (Rhein-Neckar-Kreis) entdeckte eine Spaziergängerin am Neujahrsmorgen eine 13-Jährige, die total betrunken in einem Vorgarten lag. Sie hatte sich laut Polizeibericht mit Wodka den Rest gegeben und kam in eine Klinik. Ebenfalls im Krankenhaus kurierten sich zwei Heranwachsende aus Friedrichshafen (Bodenseekreis) aus. Sie hatten zum Alkohol einen selbst gedrehten Joint aus einer Kräutermischung geraucht, bekamen Herzrasen und mussten sich übergeben.
Gewalt in Neujahrsnacht
Hin und wieder mündeten Partys auch in Gewalt. Bei einer Prügelei in Heidelberg verletzte ein bislang Unbekannter am Neujahrsmorgen einen 18-Jährigen mit einem Messerstich in den Bauch so schwer, dass dieser zunächst in Lebensgefahr schwebte. Nach Angaben der Polizei ging es dem 18-Jährigen aber im Tagesverlauf wieder etwas besser. In Rheinfelden (Kreis Lörrach) eskalierte eine Silvesterfeier im Familienkreis: Bei einem Kampf zwischen zwei Brüdern im Alter von 30 und 34 Jahren richtete einer eine Gaspistole auf das Gesicht des anderen und drückte aus nächster Nähe ab. Rettungskräfte brachten den Verletzten in eine Klinik.
Brände durch Böller
Mehrere Brände in der Neujahrsnacht gehen vermutlich auf das Konto von umherfliegenden Silvesterraketen. In Heilbronn brannte ein Holzstapel neben einem Haus. Die Flammen griffen auf den Dachstuhl über, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Schaden: 150.000 Euro. Auch ein mit Stroh ausgekleidetes Hausdach in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) geriet in Brand. Die Polizei konnte den Schaden zunächst nicht beziffern.
Unfälle auf den Straßen
Auch auf den Straßen gab es in der Nacht zum neuen Jahr einige Unfälle. Eine 73 Jahre alte Fußgängerin starb am Silvesterabend in Baden-Baden, nachdem ein Auto sie angefahren hatte. Laut Polizei wollte die Frau eine Straße überqueren und hatte dabei nicht auf den Verkehr geachtet. Das wurde auch einem 18 Jahre alten Mann fast zum Verhängnis. Er wurde am Neujahrsmorgen in Freiburg von einem Auto angefahren und lebensgefährlich verletzt. lsw
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