Eberbach: Doppelmörder lebte in Heilbronn
Eberbach/Heilbronn - Zehn Jahre nach der Trennung soll ein 59-Jähriger in Eberbach seine ehemalige Partnerin und deren Ehemann erschossen haben. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei Heidelberg am Montag mitteilten, lebte der Täter in Heilbronn.
Eberbach/Heilbronn - Die Spur des Doppelmordes an einem Ehepaar in Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis) führt nach Heilbronn: Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Heidelberg am Montag bekannt gaben, lebte der mutmaßliche Mörder, der das Ehepaar am Neujahrstag in dessen Eberbacher Haus erschossen haben soll, in Heilbronn. Mit fünf Schüssen soll der 59-Jährige seine frühere Lebensgefährtin, eine Ärztin (56), und deren Mann, einen Gymnasiallehrer und Stadtrat (65), an dem Abend getötet haben.

Das genaue Tatmotiv ist noch unklar. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) soll der Tatverdächtige zwischen 1994 und 2003 der Lebensgefährte der Ärztin gewesen sein. Nach der Trennung habe der Service-Techniker im Elektrobereich einen sozialen Niedergang erlebt. Die Zwangsräumung seiner Heilbronner Wohnung stand kurz bevor. In den vergangenen Monaten hatte er offenbar versucht, wieder Kontakt zu seiner früheren Partnerin aufzunehmen.
Waffenschränke
Die Tatwaffe, eine Sig Sauer, Kaliber neun Millimeter, fand die Polizei im Mietauto. Eine zweite Pistole lag am Fundort der Leiche unter der Brücke. In der Heilbronner Wohnung des Mannes entdeckte die Polizei 1000 Schuss Munition. In zwei Waffenschränken, die bis gestern noch nicht geöffnet waren, könnten nach Stimme-Informationen weitere Waffen liegen. Nach Angaben eines Polizeisprechers waren weitere fünf Schusswaffen auf seiner Besitzkarte registriert.
Seit den 90er Jahren lebte der nicht vorbestrafte Mann in Heilbronn, der in Thüringen geboren wurde und aufwuchs. Die Tatwaffe und die anderen Waffen soll er samt Munition legal besessen haben. Wie die Heilbronner Stadtverwaltung gestern bestätigte, war er nach Eintragungen im Waffenregister Mitglied in zwei Schützenvereinen in Stadt und Landkreis Heilbronn.
Vorahnung
Erst zweieinhalb Tage nach der Tat wurden die Leichen entdeckt. Eine Nachbarin war auf den zweijährigen Enkelsohn des Ehepaars aufmerksam geworden, der weinend an der Haustür saß. Das Kind hielt sich zwei Tage allein neben den getöteten Großeltern im Haus auf. Seine Mutter hatte den Jungen dort zur Obhut übergeben, weil sie einige Tage beruflich in Karlsruhe zu tun hatte. Die Morde hat das Kind nach Einschätzung der Ermittler nicht mitbekommen.
Wie dpa berichtet, hatte der 65-jährige Lehrer eine Vorahnung. Er habe bei dem früheren Lebensgefährten seiner Frau kein gutes Gefühl, soll er seinem Sohn kurz vor der Tat gesagt haben. Er wisse, dass der Mann Waffen besitzt.
Stimme.de