Brackenheim

Unbekannte sprengen Bankautomat in Stockheim

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Am frühen Samstagmorgen um kurz vor vier Uhr haben unbekannte Täter in Brackenheim-Stockheim einen Volksbank-Bankautomaten gesprengt. Das teilte die Polizei in den frühen Morgenstunden mit.

Von Adrian Hoffmann
Am frühen Samstagmorgen um kurz vor vier Uhr haben unbekannte Täter in Brackenheim-Stockheim einen Volksbank-Bankautomaten gesprengt. Das teilte die Polizei in den frühen Morgenstunden mit. 

Das Szenario wirkt unwirklich im beschaulichen Stockheim. Bankautomaten-Aufbrüche dieser Art kennt man bislang wohl eher aus größeren Städten und anderen Regionen. Von dem Automaten selbst ist kaum noch etwas übrig. Die Seitenscheibe des Vorraums, in dem sich das Gerät befand, ist nach außen gebeult. Vor dem Eingang liegen Splitter, die Feuerwehrleute sind damit beschäftigt, sie zusammenzukehren.

Feuerwehr-Einsatzleiter Peter Hügle berichtet, man sei um 3.49 Uhr über den Vorfall verständigt worden. Der Automat habe beim Eintreffen der Feuerwehr noch gebrannt.

Fälle nehmen bundesweit zu

In der Nacht vor Ort ist auch Karl-Heinz Hack, Vorstandsmitglied der Volksbank im Unterland. Mit Gas sei der Automat aufgesprengt worden, berichtet er. Geld sei allerdings seiner Einschätzung nach keines entwendet worden. Hack: „So wie es aussieht, ist der Tresor intakt.“ Die Tat sei außergewöhnlich hier in der Region Heilbronn, so Hack weiter, wenngleich das Phänomen derzeit bundesweit zunehme. Zum Beispiel erst im November in Bretten. wo die Vorgehensweise dieselbe war und die Täter damals Erfolg hatten und Geld entwendeten.


In der Regel seien Banden am Werk, die genau wissen, wie sie die Automaten aufbekommen, schildert Hack. „Ich denke aber nicht, dass das hier in Stockheim Profis waren“, sagt Hack. Vor wenigen Wochen erst hätten Unbekannte in Botenheim versucht, einen Bankautomaten in der Alten Kelter aufzuspreizen. Der Versuch sei ebenfalls gescheitert, der Sachschaden dennoch immens.

In beiden Fällen handelt es sich um reine SB-Bankautomaten, nicht um mit Personal besetzte Filialen. In der Deutschordensstraße in Stockheim ist ein Friseursalon direkt nebenan, in den Stockwerken darüber befinden sich mehrere Wohnungen. Anwohner schauen in der Nacht neugierig aus den Fenstern angesichts des unerwarteten Trubels.

Durch die Verpuffung, ausgelöst wohl durch ein explosives Gemisch, wurden die Scheiben des Raumes, in dem sich der Automat befand, und die des angrenzenden Friseursalons aus ihren Verankerungen gerissen und auf die Straße geschleudert. 

 

Enormer Knall

Wilfried Schmoll vom Facilitymanagement der Volksbank schätzt den Sachschaden am Automaten auf mehr als 20.000 Euro, der Gesamtschaden dürfte deutlich höher sein. In einer Polizei-Mitteilung ist von 50.000 Euro die Rede. "Wir sind froh, dass den Anwohnern nichts passiert ist", sagt Schmoll. Die Sprengung muss einen enormen Knall verursacht haben. Innerhalb von wenigen Minuten war alles vorbei.

Wie die Polizei am Samstagmorgen auf Nachfrage mitteilte, gebe es derzeit keine Täterhinweise. Insgesamt sei das gesamte Geschehen suspekt, da auch keine Gasflaschen aufgefunden worden seien und deshalb auch die Art der Sprengung noch unklar sei. Kriminaltechniker werden am Samstag in Stockheim den Fall weiter untersuchen. Ein Sprecher der Polizei bestätigte, dass der Tresor intakt und kein Geld entwendet worden sei.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete Anfang 2017, dass sich die Zahl der Bankautomaten-Sprengungen in 2016 gegenüber des damaligen „Rekordjahrs“ 2015 sogar noch einmal ungefähr verdoppelt hätten. „Banken und Polizei bekommen das Thema Geldautomaten-Sprengungen offenbar nicht in den Griff“, schrieb die Zeitung weiter. Die Straftat sei in Deutschland noch relativ jung, die erste Sprengung habe es 2005 in Köln gegeben. Vorher seien entsprechende Fälle nur aus Frankreich, Italien, Österreich und Spanien bekannt gewesen.

 

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