Mutmaßlicher Raser kracht in Heilbronner Innenstadt gegen Baum
Zu einem mutmaßlichen Raser-Unfall ist es in der Nacht auf Sonntag (5. November) um kurz vor 1 Uhr in der Heilbronner Innenstadt gekommen. Ein Mann krachte mit seinem VW Golf gegen einen Baum.

Der Mann saß nach Angaben der Polizei alleine in seinem Golf, mit dem er auf der Urbanstraße in der Nacht auf Sonntag (5. November) auf gerader Strecke in Richtung Allee fuhr. Auf Höhe der Steinstraße krachte das Fahrzeug um etwa 0.40 Uhr gegen einen Ahorn auf der rechten Seite der Einbahnstraße.
Klar ist: "Zu langsam wird er nicht gefahren sein", wie ein Polizist in der Nacht vor Ort sagt. Die genauen Umstände zum Ablauf des Geschehens seien aber noch unklar.
Weitere Angaben zum Alter des Mannes und zum Grad der Verletzungen, die er beim Aufprall erlitten hat, konnte die Polizei zu diesem Zeitpunkt (1.30 Uhr) noch nicht machen. Später teilte die Polizei mit, dass der Unfallfahrer 30 Jahre alt ist und im Krankenhaus der Bruch eines Wadenbeins diagnostiziert wurde. Über weitere Verletzungen sei momentan nichts bekannt. "Lebensgefahr besteht aber nach ersten Erkenntnissen nicht", heißt es.
Anwohner fordern Blitzer
Urbanstraße-Anwohner Ahmet Aybey hörte den Knall. "Das ist hier die Racing-Strecke schlechthin", beklagt der 37-Jährige. Hier müsse aus seiner Sicht längst ein Blitzer hin. Erst vor sechs Monaten habe es einen ähnlichen Unfall auf der gegenüberliegenden Straßenseite gegeben.

Aybey berichtet, er habe beim Golf-Fahrer erste Hilfe geleistet. Er sei aus dem Fenster der Erdgeschosswohnung gesprungen, wollte das Unfallopfer befreien. "Aber es ging nicht", sagt er. Angehörige hätten ihm eine Rohrzange aus dem Fenster gereicht, damit habe er er das Heckfenster eingeschlagen. Im späteren Verlauf kamen Rettungsdienste und auch Einsatzkräfte der Feuerwehr dazu, die den im Auto eingeklemmten Fahrer befreiten.
Stand jetzt gilt der Fahrer als alleinbeteiligt
Völlig offen ist laut einer Polizistin am Unfallort noch die Frage, ob und inwiefern andere Autos am Geschehen beteiligt gewesen sein könnten. Man prüfe das natürlich, aber aktuell habe man noch keinerlei Erkenntnisse dazu, dass es sich um ein Straßenrennen gehandelt haben könnte. Stand jetzt gelte der Fahrer als alleinbeteiligt am Unfall.
In einer früheren Version des Textes hieß es, der Golf sei sichtlich getunt. Wir bitten das zu entschuldigen: Der Golf R hat serienmäßig vier Auspuffrohre.
Wie die Polizei noch in der Nacht mitteilte, sei dem Unfallfahrer eine Blutprobe entnommen worden. Es habe der Verdacht bestanden, dass der 30-Jährige unter dem Einfluss berauschender Mitteln gestanden habe. Einen Führerschein habe man ihm nicht abnehmen können, "da er nicht im Besitz eines solchen war".
Das Auto krachte mit der Fahrerseite gegen den Baum. Es entstand Totalschaden sowie Schaden am Randbereich der Straße. Die Polizei beziffert ihn auf 25.000 Euro.

Eine weitere Anwohnerin schildert, immer wieder käme es in der Nacht zu Wettrennen auf dieser Strecke. Ihr sei unverständlich, wieso man hier keinen Blitzer hinstelle, sagte auch sie. Sie sei gerade eingeschlafen gewesen, als sie durch den Knall aufschreckte. Das sei so laut gewesen, dass sie zunächst dachte, ein Auto wäre auf die Hauswand gekracht.
Die Polizei Heilbronn bittet Unfallzeugen um Angaben unter Telefon: 07131/74790.


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