Heilbronn/Mannheim
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Falsche Polizeibeamte erbeuten 130.000 Euro

Eine Frau aus Heilbronn wurde um 130.000 Euro ihrer Ersparnisse gebracht. Durch geschickte Gesprächsführung am Telefon gelang es den Tätern, Druck auf sie auszuüben und sie zur Geldübergabe zu überreden. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen zu diesem Betrugsfall.

Von unserer Redaktion
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Foto: Polizeipräsidium Heilbronn/dpa

Wie die Polizei mitteilt, wurde eine Frau am 11. Januar 2022 um 130.000 Euro ihres Ersparten betrogen. Die Betroffene erhielt vormittags gegen 11 Uhr von einer unterdrückten Telefonnummer einen Anruf. Es meldete sich eine weinende Frau, die angab, die Tochter der Angerufenen zu sein. Sie habe einen Unfall gehabt, bei welchem ein Mädchen zu Tode gekommen sei.

Anschließend führte eine andere Frau, die vorgab, Polizeibeamtin zu sein, das weitere Telefonat. Diese teilte der Angerufenen mit, dass sie zur Freilassung ihrer Tochter einen Geldbetrag von 130.000 Euro zahlen müsse. Während des Telefonats gelang es den Tätern durch gezielte, unauffällige Fragen, persönliche Informationen der Angerufenen sowie den Namen und den Wohnort von deren Tochter in Erfahrung zu bringen.

Zweifache Geldübergabe

In dieser Tasche wurde eine von zwei Geldübergaben getätigt. Foto: Polizeipräsidium Heilbronn

Nach einem weiteren Telefonat mit einem Mann, der vorgab, Staatsanwalt zu sein, fuhr die unter Druck gesetzte Frau zunächst nach Heilbronn und übergab zwischen 12.45 Uhr und 13.30 Uhr in der Luisenstraße in Heilbronn anweisungsgemäß einem Mann einen Geldbetrag von 50.000 Euro in einer orangenen Tasche mit weißen Punkten (Tasche siehe Bild). Dieser war etwa 1,70 Meter groß, untersetzt, im Alter zwischen 35 und 40 Jahren mit dunklen Augen, dunklen kurzen Haaren, leichtem Schnurrbart, schlammfarbener Windjacke und Umhängetasche.

In der Folge fuhr die Frau zunächst zur Abhebung weiteren Bargeldes zur Bank und anschließend, wie telefonisch vereinbart, nach Mannheim. Dort traf sie zwischen 16 Uhr und 17.30 Uhr in der Augustaanlage auf eine untersetzte, etwa 1,60 Meter große Frau, die eine dunkle Perücke mit hellen Strähnen trug. Diese trat an den Pkw der Betrogenen heran und hielt ihr eine Louis-Vuitton-Tasche des Modells "Galliera" mit Monogram-Muster hin. In diese Tasche legte die Geschädigte anweisungsgemäß 80.000 Euro in bar hinein.

Erst nach der Rückfahrt und Gesprächen mit Angehörigen erkannte die Geschädigte, dass sie Opfer eines Betruges geworden war, und meldete diesen der Polizei.

Gibt es Zeugen zu diesem Betrug?

Zeugen, die am 11. Januar 2022 zwischen 12.45 und 13.30 Uhr in Heilbronn in der Luisenstraße den von der Geschädigten beschriebenen Abholer oder zwischen 16 Uhr und 17.30 Uhr in Mannheim in der Augustaanlage die von dieser beschriebene Abholerin wahrgenommen, sonstige verdächtige Personen und Fahrzeuge bemerkt oder ähnliche Anrufe erhalten haben, sollen sich unter 07131 104-4444 bei der Kriminalpolizei Heilbronn zu melden.

Um sich vor der Betrugsmasche "falscher Polizeibeamten" zu schützen, raten die Staatsanwaltschaft Heilbronn und das Polizeipräsidium Heilbronn: 

  • Die Polizei ruft nie unter der Polizeinotrufnummer 110 an.
  • Sprechen Sie mit Unbekannten nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.
  • Verständigen Sie, wenn Sie sich unsicher sind oder bei verdächtigen Anrufen die Polizei. Diese ist unter der Nummer 110 rund um die Uhr für Sie erreichbar.
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