Krieg in der Ukraine: Verhandlungen in Istanbul werden zum Rohrkrepierer
Ohne Wladimir Putin wird es bei den Friedensverhandlungen in Istanbul keine nennenswerten Fortschritte geben. Der russische Präsident setzt auf die Ungeduld von US-Präsident Donald Trump, meint unser Autor.
Die zarten Hoffnungen auf ein baldiges Ende des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine haben sich spätestens heute in Luft aufgelöst. Das mit Spannung erwartete Treffen in Istanbul dürfte zum Rohrkrepierer werden. Denn Wladimir Putin hält es nicht für nötig, selbst in die türkische Metropole zu reisen, um mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über ein Ende des Blutvergießens zu verhandeln. Und auch US-Präsident Donald Trump, der sich so gerne als Friedensstifter inszenieren möchte, wird nicht vor Ort sein.
Verhandlungen in Istanbul: Putin spielt auf Zeit und hat Erfolg damit
Damit ist schon vor dem Treffen klar, dass es keine substanziellen Fortschritte in Richtung eines Friedens in der Ukraine geben wird. Putin ist noch nicht einmal bereit, einen Waffenstillstand zuzusagen, den vor allem die Europäer zu Recht als Voraussetzung für ernsthafte Friedensverhandlungen sehen.
Der Diktator im Kreml hat kein Interesse an einem Frieden, denn die Zeit spielt für ihn. Große Sanktionsmöglichkeiten hat der Westen nicht mehr, und Donald Trump wird zunehmend ungeduldig. Je länger der Krieg dauert, desto mehr glaubt Putin für sich herausholen zu können.
Für die Ukraine könnte es auf einen Diktatfrieden hinauslaufen
Und dieses Kalkül scheint leider aufzugehen. Die Krim und weitere besetzte Gebiete wird Russland wohl behalten dürfen, während der Ukraine der Weg in die Nato und in die EU versperrt wird. So legt es jedenfalls das amerikanische Friedensszenario nahe. Das käme einem Diktatfrieden für die Ukraine gleich, während Russland für seinen eklatanten Bruch des Völkerrechts belohnt würde.
Das kann niemand wollen. Aber je kriegsmüder die Ukrainer werden und je ungeduldiger die Amerikaner, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass es zu solch einer Lösung des Konflikts kommen wird. Aber ganz sicher nicht heute in Istanbul.
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