Ölpreise steigen wieder deutlich: Angriffe in Straße von Hormus
Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt angespannt und treibt die Ölpreise wieder nach oben. Das US-Militär hat ein iranisches Frachtschiff angegriffen. Daraufhin feuerte wiederum Iran Drohnen auf US-Militärschiffe.
Eigentlich gilt derzeit noch eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran. Doch am Sonntag hat das US-Militär ein iranisches Frachtschiff in der Straße von Hormus angegriffen. Die USA blockieren aktuell den Seeweg – das Schiff soll die Blockade missachtet haben. Als Reaktion auf den Angriff feuerte Iran am Montag Drohnen auf US-Militärschiffe. Die Spannungen bleiben – und der Ölpreis steigt wieder deutlich. In der Nacht zu Mittwoch (22. April) läuft die Waffenruhe aus.
Spannungen in Straße von Hormus: Ölpreise steigen wieder deutlich
Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni ging mit einem Kurs von knapp 97 US-Dollar in die Handelswoche und war damit über sieben Prozent teurer als noch in der vergangenen Woche. Auch die US-Sorte WTI legte ähnlich stark zu. Zu Beginn des Krieges Ende Februar lag der Preis für Brent noch bei unter 70 Dollar.
Für Spannungen sorgte vor allem die Seeblockade der USA in der Straße von Hormus: Die US-Marine hatte am Sonntag (19. April) einen iranischen Frachter angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Straße von Hormus. Iran kündigte eine Reaktion an – die Montag folgte.
US-Militär greift iranisches Frachtschiff an – Iran feuert Drohnen auf US-Schiffe
Über sechs Stunden hinweg habe das US-Militär Warnungen ausgesprochen, denen die Besatzung jedoch nicht nachkam. Das Kriegsschiff „USS Spruance„ forderte die Besatzung daraufhin auf, den Maschinenraum zu räumen, und setzte dann mit mehreren Schüssen den Schiffsantrieb außer Gefecht, wie Centcom weiter mitteilte. Das Schiff stehe nun unter US-Kontrolle.
Irans Militär warf den USA „bewaffnete Seepiraterie“ vor und kündigte eine Reaktion an. Die USA hatten zuvor eine Seeblockade für Schiffe verhängt, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern. Nach Angaben von Centcom wurden im Zuge der Aktion bereits 25 Schiffe angewiesen, umzudrehen oder in ihre iranischen Häfen zurückzukehren.
Wie Focus am Montagmorgen unter Berufung auf iranische Nachrichtenagenturen berichtet, habe es Drohnenangriffe auf „einige US-amerikanische Militärschiffe“ gegeben. Das sei eine Reaktion auf den Angriff des Containerschiffs „Touska“. Trump zufolge steht die „Touska“ wegen illegaler Aktivitäten auf der Sanktionsliste der USA. Aktuell werde geprüft, was sich an Bord befinde.
Waffenruhe läuft in der Nacht auf Mittwoch aus
Der Vorfall stellte eine neue Belastung für das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran dar – und das wenige Tage vor dem Ablauf der vereinbarten Waffenruhe. Sie endet in der Nacht zu Mittwoch (MESZ). Zwar will die US-Seite am Montag (20. April) zur zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reisen. Aus Teheran gab es aber noch keine Bestätigung für die Gespräche.
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