Straße von Hormus blockiert – IHK Heilbronn-Franken warnt vor drastischen Folgen
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt, die nun aber durch den Krieg im Iran blockiert ist. Die IHK Heilbronn-Franken blickt mit wachsender Sorge auf die Entwicklung in der Golfregion.
Der Iran reagiert nicht nur mit Gegenangriffen auf den massiven Beschuss durch die USA und Israel. Das Regime hat auch den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus massiv eingeschränkt, sie ist eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Öltransports. Ein General der iranischen Revolutionsgarden sagte, „jedes Schiff“, das die Straße von Hormus passiere wolle, werde „verbrennen“. Das erklärte General Sardar Dschabbari auf Telegram.
Iran-Krieg: Ölpreise steigen deutlich und belasten Verbraucher in Deutschland
Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel weiter zugelegt. Nach einem kräftigen Anstieg am ersten Handelstag nach dem Beginn des Iran-Kriegs legten die Preise zunächst bis zu rund drei Prozent zu, blieben aber unter dem Höchststand aus den ersten Handelsstunden am Montag.
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Dienstag gegen 8 Uhr um drei Prozent oder 2,35 Dollar auf 80,09 Dollar. Steigende Rohölpreise verteuern üblicherweise auch Sprit, Heizöl und Gas für Verbraucher in Deutschland.
Chef der Reederei Hapag-Lloyd äußert sich zur Situation vor Ort
„Wir haben aktuell auch einige Schiffe vor Ort, die nicht rauskommen“, sagte Rolf Habben Jansen, CEO von Hapag-Lloyd, einer der weltweit größten Reedereien, im Gespräch mit der „Bild“. „Wir versuchen, unsere Schiffe und Crews bestmöglich zu schützen.“ Bei einem längeren Konflikt rechnet er mit „massiven Störungen der Lieferketten“. Außerhalb der betroffenen Region seien die Transportwege aktuell sehr stabil. „Das ist aber eine Momentaufnahme, das kann sich natürlich noch ändern“, so Rolf Habben Jansen. Das Krisenzentrum in Hamburg sei im Austausch mit Beschäftigten vor Ort, um die Lage ständig zu bewerten und die notwendigen Entscheidungen zu treffen.
Jeremy Nixon, Chef der Reederei Ocean Network Express (ONE), sprach von rund 100 blockierten Containerschiffen. „Etwa zehn Prozent der weltweiten Containerflotte stecken hier fest“, sagte Nixon auf einer Branchenkonferenz im kalifornischen Long Beach. Versicherer haben die Deckung für Fahrten durch die Meerenge inzwischen eingestellt.
IHK Heilbronn-Franken: „Preisexplosion werden einige Unternehmen kaum verkraften“
Die Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken blickt mit wachsender Sorge auf die Entwicklung in der Golfregion. „Die Eskalation des Iran-Konflikts ist nicht nur für die Unternehmen aus unserer Region mit Niederlassungen in den Golfstaaten ein Sicherheitsrisiko2, sagt Elke Döring.
Drastische Auswirkungen auf die regionale Industrie befürchtet Döring nach der Blockade der Straße von Hormus. „Wir sehen es ja jetzt schon an der Zapfsäule. Der Ölpreis steigt rapide an – und das hat Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft, vor allem aber auf unsere energieintensiven Industriebetriebe. Deren Wettbewerbsbedingungen haben sich bereits nach dem Öl-Schock zu Beginn des Russland-Ukraine-Krieges erheblich verschlechtert“, so Döring.
Und nach wie vor würden die Energiepreise ein erhebliches Geschäftsrisiko darstellen. „Eine erneute Preisexplosion auf dem Energiemarkt werden einige Unternehmen kaum verkraften“, sagt Döring. „Mindestens aber wird das strukturelle Standortproblem verschärft, die Investitionsbereitschaft weiter nachlassen und der Stellenabbau weitergehen. Hier rächt sich eine verfehlte Energiepolitik, die es nicht geschafft hat, die Unternehmen so weit zu entlasten, dass sie sich gegen neue globale Krisen wappnen können.“
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Stimme.de
Kommentare
am 04.03.2026 06:49 Uhr
Schau an jetzt ist die IHK auch schon aufgewacht. Hohe Energiepreise sind neben explodierenden Lohnnebenkosten das Aushängeschild Deutschlands geworden.
Wir betreiben ein kleines Hotel und Restaurant . Wir bezahlen für unseren Strom an der Börse pro Monat ca. 1200 €. An Steuern und Abgaben wie z.B Offshoreumlage oder Stromsteuer kommen nochmals 2400 € obendrauf. Beim Gas sieht es ähnlich aus.
Wir sehen gerade Unternehmensinsolvenzen wie noch niemals zuvor auch ohne noch mehr Kriege. Natürlich kann die aktuelle Lage die katastrophale wirtschaftliche Situation für Unternehmen noch befeuern. Die Politik könnte zum Beispiel eine Zeitlang die horrenden Steuern auf Energie aussetzen oder zumindest reduzieren anstelle sich selbst die Diäten zu erhöhen.
Es ist allerhöchste Zeit die brutale Staatsquote wieder weit unter die 50 % zu drücken. Und da gehören auch die Kosten der öffentlich rechtlichen Zwangsvereinigungen der IHK‘s dazu.
Es ist höchste Zeit für harte Reformen der öffentlichen Hand.
Jürgen Mosthaf