Bundeswehr-Soldaten nach Grönland geschickt – keine Lösung zwischen USA und Dänemark
Vertreter Dänemarks und der USA haben sich nicht einigen können. Deutschland und weitere Staaten schicken nun Soldaten nach Grönland. Eine Reaktion Donald Trumps steht noch aus.
Nach einem erfolglosen Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland treiben Deutschland und weitere europäische Länder einen mehrtägigen militärischen Erkundungseinsatz auf der Arktisinsel voran. Die Bundeswehr will am Donnerstag einige Soldaten in die Hauptstadt Nuuk fliegen.
Erste französische Soldaten machten sich bereits am Abend auf den Weg in das von den USA beanspruchte Grönland. Unterdessen wird auf eine Reaktion von US-Präsident Donald Trump zu dem Treffen mit Vertretern aus Dänemark und Grönland gewartet.
Lösung für Grönland-Konflikt? Warten auf Reaktion von Donald Trump
Das Gespräch in Washington zu dem Konflikt um die Arktisinsel war am Mittwoch ohne eine Lösung zu Ende gegangen. Dem dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen zufolge offenbarte das Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident JD Vance „fundamentale“ Meinungsverschiedenheiten. US-Präsident Donald Trump war nicht dabei. Weder Trump noch Vance oder Rubio äußerten sich bisher.
Das Verteidigungsministerium in Berlin teilte am Abend mit, ein Transportflugzeug vom Typ A400M werde am Morgen 13 Bundeswehrsoldaten in die grönländische Stadt Nuuk fliegen. „Ziel ist, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung.“
Das Ministerium wies darauf hin, dass sich die Soldaten auf Einladung Dänemarks und bis Samstag auf der Arktisinsel aufhalten werden. Die Dänen erhöhten mit Unterstützung von Schweden und Norwegen bereits am Mittwoch ihre Militärpräsenz in Grönland.
„Inakzeptabel“ – Donald Trump besteht auf Grönland für USA
Die USA unterhalten in Grönland auf Grundlage von Abkommen mit den Dänen die Militärbasis Pituffik Space Base – Trump reicht das aber nicht. Seit Tagen wiederholt der US-Präsident seine Besitzansprüche. Alles andere als ein Grönland in der Hand der Vereinigten Staaten sei „inakzeptabel“, hatte Trump am Mittwochmorgen vor dem Krisengespräch auf seiner Plattform Truth Social geschrieben. Im US-Kongress regt sich hingegen Widerstand.
Die dänische und grönländische Delegation war laut dem dänischen Außenminister Rasmussen nach „einer Reihe (...) bemerkenswerter öffentlicher Äußerungen zur Sicherheit Grönlands und der Arktis“ nach Washington gereist. „Unser Ziel war es, einen gemeinsamen Weg zu finden, diese Sicherheit zu erhöhen.“
Nato und Arbeitsgruppen: Wie kann der Streit um Grönland gelöst werden?
Rasmussen sprach von der Bildung einer Arbeitsgruppe auf höherer Ebene, um herauszufinden, ob ein gemeinsamer Weg gefunden werden könne, der sowohl die amerikanischen Sicherheitsinteressen als auch die roten Linien des Königreichs Dänemark berücksichtige. Diese Arbeitsgruppe solle innerhalb von Wochen erstmals zusammenkommen.
Trump hatte auch erklärt, die Zugehörigkeit zur Nato sei kein ausreichender Schutz, weder für Grönland noch die USA. Die Insel sei elementar für den Aufbau der geplanten Raketenabwehr „Golden Dome“, die Nato solle daher den Weg für eine US-Übernahme der Insel bereiten, schrieb Trump.
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