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Analyse zum Nahost-Konflikt
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Ajatollah Ali Chamenei ist tot – wird nun alles gut für den Iran?

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Die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei durch die Angriffe von USA und Israel ist ein epochaler Moment in der Geschichte des Nahen Ostens. Die Frage ist nur, ob der Tyrannensturz von außen die gewünschten Ergebnisse bringt.

Von Stefan Kegel

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Der Krieg, den die USA und Israel gegen den Iran ausgerechnet im Fastenmonat Ramadan vom Zaun gebrochen haben, hat gleich zu Beginn sein prominentestes Opfer gefunden: Ajatollah Ali Chamenei, den obersten iranischen Führer.

Eine der meistgehassten Figuren des Mullah-Regimes ist tot. Dieser Moment gehört zu den einschneidendsten Ereignissen der jüngeren Geschichte des Nahen Ostens.

Krieg gegen den Iran im Ramadan: Tod von Ajatollah Chamenei erschüttert den Nahen Osten

Für die mutigen Demonstranten, die sich zu Jahresbeginn gegen das Regime aufgelehnt haben, dürfte das eine Genugtuung darstellen. Ob sie nun, wie von US-Präsident Donald Trump gefordert, die Regierung selbst übernehmen, muss sich erst noch erweisen. Denn die Enthauptung eines menschenverachtenden Regimes bedeutet noch längst nicht, dass es geschlagen ist.

Der unbewaffneten Opposition stehen hochgerüstete Revolutionsgarden, Sicherheitskräfte und das Militär gegenüber, die ihre Ruchlosigkeit während der Proteste unter Beweis gestellt haben.

Ein Bild des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei hängt auf einer leeren Straße in Teheran.
Ein Bild des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei hängt auf einer leeren Straße in Teheran.  Foto: Vahid Salemi (AP)

Geregelte Nachfolge und Märtyrer-Mythos: Warum das System der Mullahs stabil bleiben könnte

Außerdem hat Chamenei seine Nachfolge bereits vor dem Angriff geregelt – und wird wohl selbst als Märtyrer in die Geschichte der islamischen Revolution im Iran eingehen. Der Tyrannensturz von außen ist also erst halb geglückt. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, wie stark die Mullahs ohne ihren bisherigen Anführer sind und ob das iranische System den Angriffen widerstehen wird.

Dass die USA und Israel mit dem Krieg das Völkerrecht brechen, steht außer Frage. Sie pflügen ungehindert den Nahen Osten um, ohne bislang eine Strategie aufgezeigt zu haben, wie es im zentralen Land der Region mit seinen 90 Millionen Einwohnern weitergehen soll.


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Die Beachtung der Folgen eines solchen Einsatzes gehört zu verantwortungsvoller Politik eigentlich dazu. Doch daran hat sich US-Präsident Donald Trump noch nie gestört. Einfach ein paar Bomben zu werfen und zu hoffen, dass der Rest sich schon von allein regeln wird, ist jedenfalls kein Konzept, das langfristige Stabilität verspricht.

Dabei ist es genau diese Stabilität, nach der sich große Teile des Nahen Ostens sehnen. Der Iran als größte schiitische Macht in einer von Sunniten dominierten Region war dabei eines der größten Hindernisse.

Der „schiitische Halbmond“: Irans Einfluss in Syrien, Libanon und Gaza

Um ihren Einfluss zu sichern, hatte die Mullah-Führung einen „schiitischen Halbmond“ in der Region aufgebaut, der vom Iran über Syrien bis ans Mittelmeer reichte. Mit der Hilfe von Milizen im Irak, dem syrischen Regime oder der Hisbollah im Libanon konnte sie Konflikte nach Lust und Laune hoch- und wieder herunterregeln und auch den Erzfeind Israel immer wieder piesacken. Erst recht mit der Hamas als Teil ihrer „Achse des Widerstandes“.

Die Enthauptungsschläge gegen diese Milizen durch Israel sowie der Herrschersturz in Syrien haben diesen Einfluss zunichtegemacht. Und sie schufen die Basis für die Umgestaltung des Nahen Ostens, die Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gemeinsam vorantreiben.


Das iranische Volk zwischen Regimewechsel, Chaos und der Hoffnung auf Stabilität

Den sunnitischen Herrscherhäusern der Region käme ein Untergang der schiitischen Revolutionsführer und ihres Atomprogramms nicht ungelegen. Allerdings geraten gerade jene, die mit den USA verbündet sind, jetzt ins Fadenkreuz des schwer getroffenen und wild um sich schlagenden Regimes. Und nicht nur sie müssen die nächsten Wochen fürchten. Der Iran wird alles daransetzen, das Blut möglichst vieler amerikanischer Soldaten zu vergießen. Denn allein das könnte Trump angesichts der bevorstehenden US-Parlamentswahlen im November zum Umdenken bewegen.

Die größte Last liegt allerdings auf dem iranischen Volk. Denn wie ein gewaltsamer Regimewechsel von außen missglücken und im Chaos enden kann, haben die USA bereits mehrfach unter Beweis gestellt – in Afghanistan, im Irak und in Libyen. Es ist dem iranischen Volk zu wünschen, dass es dieses Mal anders kommt.

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