„Wird Reformen brauchen“: Alexander Hampo tritt für die Liberalen an
Der Weinsberger Student rechnet nicht damit, den Einzug in den Landtag zu schaffen. Warum er dennoch antritt, das sind Alexander Hampos Gründe.

Alexander Hampo stellt politische Ziele beim Spaziergang durch seine Heimatstadt vor. Nicht umsonst geht es in Weinsberg in den Ziegeleipark. Einst befand sich hier der größte Arbeitgeber der Stadt, sagt der 28 Jahre alte Master-Student an der Hochschule Heilbronn beim Rundgang. Jetzt ist das Areal beliebte Anlaufstelle von Familien in der Freizeit.
Mit Blick auf das Gelände betont Alexander Hampo: Industrie sei schon immer im Wandel gewesen. „Das muss man erkennen“, ergänzt der FDP-Politiker, der bei der Landtagswahl als Direktkandidat im Wahlkreis Neckarsulm antritt. Deutschland habe die Transformation schon immer geschafft. „Aber nicht vom Sofa aus.“
Alexander Hampo ist ein Mann klarer Worte
Der Weinsberger ist ein Mann klarer Worte, kritisiert dabei auch Verhalten der eigenen Partei. Deutschland ist für ihn ein zu harmoniebedürftiges Land. Diese Haltung schränke aber ein. Beispielsweise dauern für ihn Planfeststellungsverfahren zu lange, etwa beim Ausbau der Erneuerbaren Energie. Nach diesen Verfahren komme es oft zu Klagen gegen Windparks. Alexander Hampo bekennt sich zur Windkraft, Atomenergie ist für ihn keine Option.
„Ein Land ist eine Gemeinschaft“, sagt er. Das bedeutet zugleich für ihn: Man dürfe nicht immer nur nach sich schauen. Andere Länder kämen in vielen Bereichen viel schneller voran, „auch Demokratien“, betont er.
Der FDP-Politiker fordert Reformen
„Es wird Reformen brauchen“, sagt Alexander Hampo. Je früher man diese Dinge angehe, desto besser. Zögere man diese Entscheidungen noch zu lange hinaus, komme der „volkswirtschaftliche Vorschlaghammer, und der tut weh“. Es gebe keine einfachen Lösungen, das weiß er. Das Verhalten der großen Koalition in Berlin bei den großen Themen kritisiert er deshalb. Das sei „Treibstoff für Populisten“.
Die Region Heilbronn habe viele Möglichkeiten, sei es der Innovationspark Künstliche Intelligenz (Ipai) in Heilbronn oder die denkbare Universität für KI. In der Automobilindustrie sind seiner Ansicht nach allerdings „die fetten Jahre vorbei“. Die Abkehr vom Verbrenneraus ist für ihn kein Allheilmittel. Man mache den Menschen eine Hoffnung, dass es wieder so werde wie früher. Nur: Die Konkurrenz schlafe nicht.
Die FDP ist für Alexander Hampo eine Stimme der Vernunft
Beim Abbau der Bürokratie sieht der Liberale Handlungsbedarf. Unternehmen müssten wieder investieren können – das sei auch nötig, um den Sozialstaat erhalten zu können. „Wir müssen den Menschen wieder den Raum lassen, ihre Aufgaben machen zu können.“ Die FDP sieht er hier als „Stimme der Vernunft“. Wobei ihm zugleich eines wichtig ist: Menschen, die nur wenig Geld hätten, dürfe man nicht vergessen.
Für die FDP tritt Alexander Hampo als Direktkandidat an. Dass er es in den Landtag schafft, hält er für sehr unwahrscheinlich. Er sieht sich als Unterstützung für Nico Weinmann und Georg Heitlinger aus den Wahlkreisen Heilbronn und Eppingen, die schon im Parlament sitzen. „Die Zweitstimme ist mir wichtig“, sagt Alexander Hampo. Über diese entscheiden die Wähler, ob es eine Partei über die Fünf-Prozent-Hürde schafft oder nicht. Und damit, ob die Liberalen wieder in den Landtag kommen.
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