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Wahlkreis Hohenlohe: Mit Hohenloher Schlitzöhrigkeit will Mario Dietel den Landtag aufmischen

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Jüngster Gemeinderat im Kreis war er schon, nun will der Grünen-Landtagskandidat Mario Dietel auch einer der jüngsten Abgeordneten im Landtag werden. Sein Engagement begann mit Fridays for Future, mit den „Klimaklebern“ dagegen kann er nichts anfangen. 

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Mario Dietel ist derzeit in vielen Ämtern aktiv.
Mario Dietel ist derzeit in vielen Ämtern aktiv.  Foto: Stefanie Jani

Mit Mitte 20 ist Mario Dietel fast schon ein alter Hase in der Lokalpolitik und blickt auf rund sieben Jahre Gremienarbeit alleine im Öhringer Stadtrat zurück. Auch in Sachen Wahlkampf hat der Öhringer Landtagskandidat der Grünen bereits Erfahrung. Bei den Landtags- und Bundestagswahlen war er Wahlkampfmanager. Und doch fühlt es sich anders an, wenn man jetzt „selbst plötzlich im Mittelpunkt steht“, sagt der 25-Jährige. 

Dazu gehört, dass er jetzt Personal hat und viele Dinge selbst entscheidet, wie zum Beispiel seine Handynummer im Netz preiszugeben. Über 200 Anrufe und 270 000 Aufrufe, das war die Bilanz alleine der ersten Tage. „Ich weiß, dass viele den direkten Kontakt zu Politikern vermissen“, begründet er seine Entscheidung. Das möchte er ändern, auch wenn das heißt, dass das Handy praktisch nie stillsteht und er 50 Chats auf einmal hat.

Mario Dietel will mit „einer ordentlichen Portion Bock auf Ehrenamt“ für die Grünen in den Landtag

Dabei ist ihm auch ohne Chats alles andere als langweilig. Dietel sitzt seit 2019 für die Fraktion UNS/Die Grünen im Öhringer Gemeinderat, ist Kreisvorsitzende der Hohenloher Grünen und unter anderem im Vorstand der Kinderspielstadt Öhringen. Gestresst wirkt er dennoch nicht, als sich die Stimme mit ihm trifft. Die Abende sind voll, gibt er zu, aber mit „viel Kraft und einer ordentlichen Portion Bock auf Ehrenamt“ meistert er diese Herausforderungen.

Mario Dietel will das hohenloher Selbstvertrauen zurückbringen 

Zu seinen Herzensthemen gehört die Digitalisierung der Verwaltung. Es könne nicht sein, dass man für einen neuen Personalausweis zwei Mal aufs Amt gehen müsse, sagt er. Neben dem Praktizieren einer bürgernahen Politik, möchte Dietel im Zuge der schwierigen gesamtpolitischen Lage wieder mehr für die grünen Themen kämpfen und sich dafür einsetzen, dass mehr Reformen kommen. „Als Kandidat möchte ich auch wieder mehr Zuversicht verbreiten, weil man doch viel zu häufig in den Pessimismus rauscht.“

Diese Zuversicht brauche man auch wieder in der Wirtschaft. „Wir müssen Produkte von morgen schaffen, die klimafreundlich und nachgefragt sind“, bekräftigt er. Und als Hohenloher müsse man sich auch nicht verstecken.

Mario Dietels Engagement in der Politik begann mit Fridays for Future

Mario Dietels Begeisterung für die Politik begann kaum ein Jahr vor seiner Wahl in den Gemeinderat, genauer im Dezember 2018. Im Zuge der Aufbruchstimmung der globalen Bewegung Fridays for Future war er bei seiner ersten Demonstration. Seitdem brennt er für Politik. Dietel ist dabei ein Verfechter der breiten Mitte, mit den wenigen, aber präsenten sogenannten Klimaklebern könne er nichts anfangen, sagt er. Durch solche Aktionen sei vieles an der Arbeit der Bewegung zerstört worden, bedauert er. 

Eigentlich wollte er Filmregie studieren, doch seine Liebe zu guten Filmen ist im privat geblieben. Nach dem Politikstudium in Würzburg ist er seit Anfang 2025 im Staatsministerium Baden-Württemberg im Bereich Social Media tätig.

Mit der Zeit habe er ein Gespür für die Arbeit mit vielen Generationen bekommen, wie Politik funktioniert und er hat sich auch verändert, lacht er. Denn man brauche das, was erfahrungsgemäß junge Menschen wenig haben: Geduld. „Gute Ideen muss man immer und immer wieder einbringen.“

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