Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg: So funktioniert die Wahl mit zwei Stimmen
Bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg gilt erstmals das Zwei-Stimmen-System. Wie Erst- und Zweitstimme funktionieren, wie die Sitze verteilt werden und was sich konkret ändert – hier die wichtigsten Infos zur Wahl im Überblick.
Der Wahlkampf zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg läuft auf Hochtouren. Die meisten Beobachter erwarten, dass die Spitzenkandidaten von CDU, Manuel Hagel, und den Grünen, Cem Özdemir, das Rennen um das Amt des Ministerpräsidenten unter sich ausmachen. Laut jüngster Umfragen holten die Grünen zwar auf, aber die CDU lag noch vorn. Wahlbenachrichtigungen sind versendet, hier wichtige Details zur Entscheidung in der Übersicht. Ausführlich zum Wahlsystem informiert die Landeszentrale für Politische Bildung.
Landtagswahl 2026: Wie wird gewählt?
Erstmals haben die Wähler bei der Landtagswahl am 8. März in Baden-Württemberg zwei Stimmen wie bei der Bundestagswahl. Die Erststimme wählt die Person, die als Direktkandidat den Wahlkreis in Stuttgart vertreten soll. Über die Zweitststimme werden die Landeslisten der Parteien gewählt. Diese Stimme entscheidet auch über die Verteilung der Sitze im Parlament.
Erststimme, Zweitstimme: Was ist bei der Wahl zu beachten?
Selbstverständlich können Wähler beide Stimmen einer selben Partei geben. Möglich ist aber auch, mit der Erststimme den Kandidaten einer Partei zu wählen und die Zweitstimme einer völlig anderen Partei zu geben (Splitting).

Wie setzt sich der Landtag in Baden-Württemberg zusammen?
Zu vergeben sind mindestens 120 Parlamentssitze. Im Land gibt es 70 Wahlkreise. Wer als Direktkandidat die meisten Erststimmen im Wahlkreis bekommt, ist definitiv in Stuttgart vertreten. Jetzt kommen die Zweistimmen ins Spiel. Sie bestimmen den prozentualen Anteil im Parlament, also wie viele Sitze einer Partei zustehen. Wenn eine Partei mehr Direktmandate erhält, als ihr laut der Zweitstimmen zustehen, behält sie diese Überhangmandate. Dafür erhalten die anderen Parteien im Landtag sogenannte Ausgleichsmandate. Deshalb befürchten Kritiker des neuen Systems, dass bis zu 200 gewählte Parlamentarier in Stuttgart sein könnten.
Was bedeuten die Landeslisten?
Diese Listen gibt es erstmals bei der Landtagswahl. Über die Zweitstimmen und mögliche Ausgleichsmandate errechnet sich, wie viele Sitze eine Partei bekommt. Über die Listen haben die Parteien geregelt, in welcher Reihenfolge weitere Personen in den Landtag einziehen. Ein Beispiel: Einer Partei stehen zehn Sitze zu, und sie hat ein Direktmandat gewonnen. Also kommen noch die ersten neun Personen auf der Liste in den Landtag. Das gilt auch in folgenden Fällen: Die Person, die in diesem Beispiel das Direktmandat geholt hat, steht auf Listenplatz sieben. Dann ziehen weiterhin die ersten zehn Personen der Liste ein – kein zusätzlicher trotz Direktmandat.
Spielen die Listen in der Region eine Rolle?
Ja. Mehrere Direktkandidaten stehen auf Landeslisten, hier das Beispiel aus dem Wahlkreis Heilbronn: Thomas Strobl steht auf Listenplatz vier der CDU. Gudula Achterberg, die ebenfalls in Heilbronn das Direktmandat holen will, hat bei den Grünen Listenplatz 43 inne. Tanja Sagasser-Beil steht bei der SPD auf Platz 18, Nico Weinmann bei der FDP auf Platz sieben sowie Maximilian Decker bei der AfD auf Platz 50.
Wie wurde zuvor gewählt?
Bei den vergangenen Landtagswahlen gab es nur eine Stimme. Der Kandidat mit den meisten Erststimmen im Wahlkreis kam nach Stuttgart. Mit allen abgegebenen Stimmen wurde zudem berechnet, wie viele Parteien mit wie vielen Sitzen im Parlament vertreten sind. Direktkandidaten, die den Wahlkreis nicht gewonnen haben, aber im Vergleich zu anderen Direktkandidaten ihrer Partei sehr gut abschnitten, kamen dann in den Landtag.
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