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Mit 16 und 17 zur Wahl: Das sagen Erstwähler in der Region Heilbronn

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Die Landtagswahl 2026 bietet viele Neuerungen. Zum ersten Mal darf bereits mit 16 gewählt werden. Diese Themen beschäftigen in der Region Heilbronn und in Hohenlohe die Erstwähler.

Von Wagma Ebrahimkhel
Bei der Landtagswahl dürfen erstmals auch 16- und 17-Jährige mitentscheiden.
Bei der Landtagswahl dürfen erstmals auch 16- und 17-Jährige mitentscheiden.  Foto: Sebastian Gollnow

Mit 16 Jahren wählen gehen: Für viele Jugendliche ist das kein Gedankenspiel mehr, sondern eine echte Chance zur Mitbestimmung. Auch sie dürfen bei den anstehenden Landtagswahlen ihre Stimme abgeben. Erstmals liegt das Wahlalter bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg bei 16 Jahren. Doch fühlen sie sich bereit dafür? Wissen sie, wie sie wählen? Und welche Themen treiben sie wirklich um? Um das herauszufinden, hat die Stimme sechs Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Schulen der Region Heilbronn befragt.

Wirtschaftliche Stabilität, soziale Gerechtigkeit, Migration, Meinungsfreiheit oder die Frage nach der eigenen Zukunft: Die Bandbreite an Themen ist groß. Viele Jugendliche verfolgen Debatten, informieren sich über Nachrichtenportale, soziale Medien oder im Austausch mit Familie und Freunden. Auch die Schulen setzen auf Aufklärung, indem sie den Schülern Wissen über Wahlen vermitteln. Dabei geht es ihnen nicht nur ums Mitreden, sondern ums Beteiligen. Kann meine Stimme etwas ändern? Gerade unter Jugendlichen hält sich der Gedanke, eine einzelne Stimme gehe in der Masse unter. Doch stimmt das tatsächlich?

David Schupp aus Möckmühl freut sich über Wahländerung: Wählen bereits mit 16 Jahren

Der Schüler David Schupp aus Möckmühl hat schon früh Interesse an Politik.
Der Schüler David Schupp aus Möckmühl hat schon früh Interesse an Politik.  Foto: privat

Am Jagsttal-Gymnasium in Möckmühl setzt sich David Schupp intensiv mit politischen Fragestellungen auseinander. Besonders wichtig ist ihm die Beteiligung junger Menschen an demokratischen Entscheidungen. Dass Jugendliche bereits ab 16 Jahren wählen dürfen, hält er für einen bedeutenden Schritt. „Unsere Generation ist direkt von politischen Beschlüssen betroffen, deshalb sollten wir auch mitentscheiden dürfen“, betont er.

Für den Jugendlichen ist Wählen mehr als nur ein Kreuz auf dem Stimmzettel, es ist der Ausdruck von Verantwortung und Mitgestaltung. Demokratie lebt seiner Meinung nach vom Engagement ihrer Bürger. Politisches Interesse entwickelte er in seinem familiären Umfeld. Dabei tauscht er unterschiedliche Sichtweisen aus und reflektiert eigene Standpunkte. Auch Medien und soziale Netzwerke nutzt er, um sich zu informieren.

Schüler aus Öhringen über Landtagswahl: „Müssen auch Initiative zeigen“

Tarik Pajic aus Öhringen sieht in der Landtagswahl die Möglichkeit, etwas zu bewegen.
Tarik Pajic aus Öhringen sieht in der Landtagswahl die Möglichkeit, etwas zu bewegen.  Foto: privat

Der 17-jährige Tarik Pajic besucht die elfte Klasse des Hohenlohe-Gymnasiums in Öhringen. Für ihn ist klar: Wenn die Politik den Anspruch hat, möglichst viele Stimmen aus der Gesellschaft einzubeziehen, sollen die Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, ihre Stimme zu äußern. „Ich finde es wichtig, dass möglichst viele Bevölkerungsgruppen gehört werden.“ Wenn er an Politik denkt, sieht er vor allem die Möglichkeit, etwas zu bewegen.

Sein Interesse an politischen Themen sei durch gesellschaftliches Engagement und durch die Schule gewachsen. Viele Jugendliche glauben, ihre Stimme mache keinen Unterschied. Tarik Pajic kritisiert diese Haltung. Seine Generation beschwere sich oft, „nun müssen sie auch Initiative zeigen“, sagt er. Schließlich werden die kommenden Landtagswahlen vieles prägen, wodurch jede einzelne Stimme etwas bewegen kann. 

Sebastian Hozas aus Neckarsulm: „Landtagswahl ab 16 ist eine Möglichkeit, früh mitzubestimmen“

Sebastian Hozas aus Neckarsulm bildet sich seine eigene Meinung zu politischen Fragen.
Sebastian Hozas aus Neckarsulm bildet sich seine eigene Meinung zu politischen Fragen.  Foto: privat

Sebastian Hozas besucht das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neckarsulm und möchte die Möglichkeit nutzen, bereits früh politisch mitzubestimmen. Für ihn steht fest, dass ein früher Einstieg in demokratische Prozesse wichtig ist. „Man bekommt dadurch Erfahrung und lernt, Verantwortung zu übernehmen“, sagt er.

Das Wahlrecht hält Sebastian Hozas deshalb für sinnvoll. Besonders wichtig ist ihm das Thema Wirtschaft, da eine stabile wirtschaftliche Entwicklung seiner Ansicht nach Sicherheit und Perspektiven schafft. Auch seine beruflichen Pläne sind davon geprägt. Politische Fragen verfolgt er aufmerksam und bildet sich seine eigene Meinung dazu. Zwar kann er nachvollziehen, warum viele Jugendliche nicht wählen gehen. „Ich denke, da fehlen oft die Infomationen oder das Vertrauen, wirklich etwas bewirken zu können.“ Das sollte sich jedoch ändern, sagt der 16-Jährige.

Wählen ist auch Verantwortung: Schülerin aus Neckarsulm befürwortet Landtagswahl ab 16 Jahren

Anastasia Rib aus Neckarsulm hat im Unterricht viel über die Wahl gelernt.
Anastasia Rib aus Neckarsulm hat im Unterricht viel über die Wahl gelernt.  Foto: privat

„Auch wir haben eine eigene Meinung, und die sollte zählen“, sagt Anastasia Rib. Die Schülerin unterstützt das Wahlrecht ab 16 und hält es für einen wichtigen Schritt hin zu mehr Mitbestimmung junger Menschen. Ihrer Ansicht nach betreffen viele politische Entscheidungen direkt die Lebensrealität ihrer Generation. Wählen bedeutet für sie nicht nur, ein Recht wahrzunehmen, sondern auch Verantwortung zu übernehmen.

Besonders interessieren Anastasia Rib Themen wie Migration, Innenpolitik und die langfristige Entwicklung des Landes. Mit Blick auf die Wahlen beschäftigt sie sich intensiv mit politischen Inhalten und Programmen. Geprägt wird ihr Interesse durch den Unterricht, in dem Hintergründe, Abläufe und Bedeutung von Wahlen ausführlich behandelt werden. Für Anastasia Rib lebt die Demokratie davon, dass sich Menschen aller Generationen beteiligen. 

Ausgleich im demografischen Wandel: Paula Mathe aus Möckmühl hält Wahl ab 16 wichtig

Paula Mathe möchte mehr politische Themen im Unterricht.
Paula Mathe möchte mehr politische Themen im Unterricht.  Foto: privat

Paula Mathe besucht die zwölfte Klasse und setzt sich intensiv mit politischen und gesellschaftlichen Fragen auseinander. Das Wahlrecht ab 16 Jahren betrachtet sie als wichtigen Ausgleich im demografischen Wandel. „Gerade weil ältere Generationen zahlenmäßig stärker vertreten sind, sollten junge Menschen ihre Stimme einbringen können“, sagt sie.

Besonders am Herzen liegt Paula Mathe soziale Gerechtigkeit. Außerdem interessiert sie, wie extremistische Strömungen funktionieren. Ihr politisches Wissen wurde durch Gemeinschaftskunde in der Schule geweckt. Für die Schülerin steht fest, dass Mitbestimmung nicht vom Alter abhängen darf. Ihrer Meinung nach sollten politische Themen in der Schule stärker beleuchtet und altersgerecht behandelt werden, um Unsicherheiten abzubauen und mehr Jugendliche zur Beteiligung zu ermutigen.

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